Die Kegelrobbe ist das größte Raubtier Deutschlands

Kegelrobbe - © Beate Spreen / pixelio.de
Kegelrobbe - © Beate Spreen / pixelio.de
Die Kegelrobbe aus der Familie der Seehunde lebt in Nord- und Ostsee und ist das größte Raubtier Deutschlands.

Die meisten finden den Anblick von Seehunden an Nord- und Ostsee vermutlich eher putzig. Die kleinen Seehunde mit ihrem weißen Fell, die lange allein auf dem Strand liegen rühren auch Erwachsene, ihre Unbeholfenheit an Land, das genießerische Ausruhen in der Sonne und die eleganten und schnellen Schwimm- und Tauchbewegungen im Wasser finden wir mindestens erstaunlich.

Ihr Gesicht erfüllt alle Bedingungen des Kindchenschemas und doch sollte man sich in ihnen nicht täuschen. Die Seehunde sind Raubtiere, denen man auch als Mensch nicht zu dicht kommen sollte. Die männliche Kegelrobbe aus der Familie der Seehunde ist bis zu zweieinhalb Metern lang und wiegt bis zu sechs Zentner, das Weibchen ist mit zwei Metern Länge und drei Zentnern Gewicht auch nicht gerade zart gebaut.

Wo gibt es in Deutschland Kegelrobben?

In Deutschland sind Schutzgebiete für Robben eingerichtet worden, die drei Wattenmeer-Nationalparks, der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und der Nationalpark Jasmund. Das Jagen und Töten der Robben ist in Deutschland verboten, nur wenn Tiere krank sind, dürfen sie erlegt werden. In anderen Ländern ist das Jagen erlaubt, hier ist oft das Argument, dass die Robben die Fischbestände dezimieren.

Im Wattenmeer gibt es mittlerweile wieder vier Kolonien, in denen mehr als 2000 Tiere leben, auf Terschelling, Juist, Amrum und vor Helgoland.

Wie sieht eine Kegelrobbe aus?

Im Gegensatz zu Seehunden haben Kegelrobben eine sich kegelförmig verjüngende Schnauze, das Fell ist in verschiedenen Graustufen gefärbt, die Unterseite des Körpers ist heller. Kegelrobben haben keine ausgeprägten Ohren, nur Ohrenansätze, aber das Gehör ist sehr empfindlich und ermöglicht ein exaktes Richtungshören. Während des Tauchens können diese Ansätze durch Muskelanspannung geschlossen werden.

Die Knopfaugen sehen nach vorn und oben, aber nur unter Wasser sehen Kegelrobben scharf, an Land verschwimmen für sie die Konturen. Mit den Hinterflossen, die an Land so unbeholfen wirken, können sie im Wasser eine Geschwindigkeit von bis zu 30 Kilometern pro Stunde erreichen, mit den Vorderflossen steuern sie die Richtung und erlangen damit eine kaum erreichte Eleganz und Geschicklichkeit im Wasser.

Warum kann eine Kegelrobbe das kalte Wasser überleben?

Dass sie im kalten Wasser nicht an Körpertemperatur verlieren verdanken die Kegelrobben nicht ihrem Fell, das eher dünn ist, sondern ihrer ausgeprägten Unterhautspeckschicht. Diese wurde früher auch, als die Kegelrobben in Deutschland noch gejagt wurden, gerne für das Ölzeug der Fischer und für Kerzen verwendet.

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass den Kegelrobben nach der Geburt einzig die Aufgabe zukommt, fett zu werden. Durch das Säugen mit der Muttermilch, die einen Fettgehalt von 80 Prozent hat, vervierfachen die Heuler ihr Gewicht innerhalb der ersten zwei Lebenswochen.

Was fressen Kegelrobben?

Kegelrobben haben bis zu 32 messerscharfe Zähne und im Normalfall verwenden sie diese dazu, täglich zwischen sechs und zehn Kilogramm Meerestiere zu jagen und zu verschlingen. Das Futter besorgen sie sich hauptsächlich tauchend, wobei Tauchgänge bis zu 300 Metern Tiefe möglich sind. Ihre Nahrung befindet sich aber meist in einer Tiefe von 100 Metern, hier können sie bis zu 20 Minuten bleiben. Dies ist möglich, weil sie eine ausgesprochen große Menge an Blut im Verhältnis zum Körpergewicht besitzen und dieses extrem gut Sauerstoff binden kann.

Feinde der Kegelrobben

Natürliche Feinde der Kegelrobben sind selten, das beschränkt sich auf Haie und Schwertwale. Ihr größter Feind ist der Mensch. Einerseits, weil er Robben tötet, um Fell, Fleisch und Fett zu nutzen, andererseits, weil er die Robbenbabys aufgrund ihres Aussehens immer wieder in Bedrängnis bringt. Eine Robbenmutter erkennt ihren Nachwuchs an der Stimme und am Geruch und kommt mehrmals täglich zurück, um das Junge zu füttern. Ist der Nachwuchs aber von Menschen umringt oder wurde gar von diesen angefasst und riecht nach Mensch, ist das das Ende der mütterlichen Beziehung. Der Heuler wird verstoßen und verhungert.

Quellen: natur-lexikon.com, mare, April/Mai 2009

Bildnachweis: © Beate Spreen / pixelio.de

Manuela Käselau, www.valeriewagner.de

Manuela Käselau - Schreiben zu können fand ich gleich nach dem Erlernen desselben eine prima Sache. Und mit der Anwendung hat es dann auch gleich recht ...

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