Die Kelly Bag von "Hermes": eine Handtasche mit Geschichte

Moderne Kelly Bag mit Nietenbesatz - C.v.Gerstenberg
Moderne Kelly Bag mit Nietenbesatz - C.v.Gerstenberg
Die Kelly Bag von "Hermes" ist die bekannteste und teuerste Handtasche der Welt. Die Schauspielerin Grace Kelly verhalf ihr zu ihrer späteren Berühmtheit.

Heidi Klum hat eine. Sharon Stone hat eine. Und Victoria Beckham besitzt gleich eine ganze Sammlung und hat inzwischen längst den Überblick verloren. Die Rede ist von der Kelly Bag, der berühmtesten Handtasche der Welt.

Die Geschichte der "Kelly Bag"

Die klassische Henkeltasche, die später unter dem Namen "Kelly Bag" zu Weltberühmtheit gelangen sollte, wurde bereits in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts vom französischen Luxuslabel "Hermes" entworfen. Bekanntheit erlangte sie allerdings erst im Jahr 1956, als die amerikanische Schauspielerin und Hollywood-Schönheit Grace Kelly durch ihre Heirat mit dem monegassischen Fürsten Rainier III. zur Fürstin Gracia Patricia von Monaco avancierte. Kurz zuvor sah man die stets elegant gekleidete Kelly auf dem Titelblatt des "Life-"Magazins mit der schicken Henkeltasche am Arm. Bei ihrer ersten Schwangerschaft verbarg die frisch verheiratete Fürstin ihren Babybauch gern hinter der eleganten Tasche, die erst 1977 mit Erlaubnis der monegassischen Fürstin den Namen "Kelly Bag" erhielt. Unter diesem Namen ist sie auch in die Modegeschichte eingegangen. In der Taschenmode spielt sie bis heute eine wichtige Rolle.

Größen, Materialien, Farben und Preise

Die Kelly-Bag von "Hermes" gibt es in vielen Farben und acht verschiedenen Größen, angefangen vom Minitäschchen mit gerade mal 15 Zentimetern bis hin zum wochenendtauglichen XXL-Format mit stattlichen 50 Zentimetern. Den Materialien, die vor allem durch ihre Hochwertigkeit bestechen, sind kaum Grenzen gesetzt. Python, Strauß, Kroko, Eidechse, Box-Kalbsleder sowie Lamm- oder Schafsleder gehören dazu, aber auch Ausgefallenes wie geschorener Nerz.

Bis heute wird die Kelly-Bag ausschließlich in Frankreich in speziellen Werkstätten gefertigt. Neben ihrer charakteristischen Trapezform gehört ein schmaler Riemen und das mit einem kleinen Schlüssel verschließbare Schloss zu den Erkennungszeichen einer Kelly-Bag. So viel Luxus hat natürlich seinen Preis. Für die günstigste Kelly-Bag zahlt man ab 4000 Euro. Wer ein exklusives Modell sein eigen nennen möchte, legt dafür nicht nur eine fünfstellige Summe hin, sondern muss auch mit Wartezeiten von mehreren Jahren rechnen. Dafür trägt jede handgefertigte Tasche einen Stempel mit Herstellungsjahr, Atelier und dem Namen des Täschners, der für die Fertigung der Luxustasche verantwortlich zeichnet. Kein Wunder, dass die Kelly Bag von "Hermes" für die "Normalfrau" fast unerschwinglich ist ...

1986 wurde die klassische Kelly-Bag durch die "Birkin Bag" ergänzt. Ihr Name bezieht sich auf die französische Schauspielerin Jane Birkin, die das Design der Tasche mitgestaltet hat. Sie avancierte ebenso wie die Kelly Bag zu einem Verkaufsschlager von "Hermes", auch wenn sie nicht ganz so berühmt wie ihre Vorgängerin wurde. Dass die Taschenklassiker des französischen Luxuslabels bis heute nichts von von ihrer Begehrtheit eingebüßt haben, zeigte vor wenigen Jahren eine Folge der populären Serie "Sex and the City", in der die Protagonistin Samantha es nach langer Wartezeit endlich schaffte, eine der angesagten It-Bags zu erwerben. Nicht nur Samantha wurde mit dem ledergewordenen Traum am Handgelenk glücklich. Auch "Hermes" hatte Grund zum Jubeln. Die Verkaufszahlen der Kelly-Bag schnellten nach der Sendung in die Höhe.

Moderne und bezahlbare Varianten der Kelly-Bag

Die Tasche in der typischen Trapezform wird inzwischen von vielen Herstellern kopiert und in einem preislich bezahlbaren Rahmen angeboten. Im Lauf der letzten Jahrzehnte wurde die klassische Henkeltasche immer wieder modernisiert. So dient das typische Schloß auf der Vorderseite heute oft nur noch rein dekorativen Zwecken, und die Tasche wird mit einem normalen Reißverschluß verschlossen. Kelly Bags gibt es inzwischen in einer unendlichen Formen- und Farbenvielfalt, zum Beispiel im Military- und Tarnlook, aus glänzendem Lackleder, im Animalprint, mit Fellbesatz und verziert mit Nieten, Strass oder Pailetten. Von ihrer großen Beliebtheit hat die Kelly Bag, die in den dreißiger Jahren noch ein ausgesprochener Ladenhüter war, bis heute nichts eingebüßt. Das liegt zweifellos an ihrer Vielseitigkeit. Kombiniert man sie mit Jeans, wird das legere Outfit durch eine Kelly Bag aufgewertet. Im XXL-Format ist sie büro- und aktentauglich. In glänzendem Lackleder passt sie perfekt zum Abend-Outfit. Die Kelly Bag ist eben ein echter Allrounder.

Die Autorin in Portugal, C.v.Gerstenberg

Dr. Claudia von Gerstenberg - | Dr. phil. | mit den Schwerpunkten Essen & Trinken: bedeutet für mich Genuss, Lebensfreude und Sinnlichkeit. Deshalb bin ich ...

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