Die Kelten

Druidenstein - Thomas Max Müller / pixelio.de
Druidenstein - Thomas Max Müller / pixelio.de
Das Volk der Kelten sorgt auch heute noch für viel Film- und Lesestoff. Wer waren die Kelten wirklich?

Mit den ältesten schriftlichen Informationen über die Kelten, durch die griechischen Gelehrten aus dem 6. und 5. Jahrhundert, tritt das Volk der Kelten erstmals in den Fokus der Weltöffentlichkeit der Antike. Die Römer beschrieben sie als „Galli“ oder „Celtae“, dies war im 1. Jahrhundert vor Christus. Der Grund für die Berichte waren kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Römern und Kelten. Der Name „Celtae“ heißt soviel wie „die Tapferen“. Von ihren Feinden, den Römer und Griechen, übernahmen die Kelten den Befestigungsbau auf Höhenzügen. Ein besonderes Augenmerk legten die Kelten auf die Verarbeitung von Eisen. Da die Kelten sehr gute Handwerker waren, stellten ihre Erzeugnisse ein begehrtes Handelsgut dar. Neben dem Eisen handelten sie mit Salz, Fellen und Sklaven.

Nur Fremdquellen berichten über die Kelten

Da die Kelten selbst keine schriftlichen Aufzeichnungen hinterließen, weil sie keine eigene Schrift entwickelten, beruhen die Schrifterzeugnisse auf subjektiv gefärbten Fremdeindrücken der Griechen und Römer. Die soziale Differenzierung war bei den Kelten sehr ausgeprägt, so zeigen archäologische Befunde und Funde, dass es abhängige und unabhängige Kelten gab, ferner gab es Angehörige der keltischen Stämme mit einem hohen sozialen Status und solche mit einem niedrigen sozialen Rang. An der Spitze der keltischen Gesellschaft standen keltische „Fürsten“. Hoch angesehen waren auch die Druiden, die „sehr Weisen“, diese wurden in der keltischen Gesellschaft als Mittler zwischen Göttern und den Menschen verstanden.

Der Fürst von Hochdorf

Vom städtischen Leben der Kelten zeugen Anlagen wie in Manching. Das Oppidum umfasste eine Siedlungsfläche von etwa 380 Hektar. Eine sieben Kilometer lange Stadtmauer umschloss die einstige Anlage. Die damalige Bevölkerung wird von heutigen Wissenschaftlern zwischen 5000 und 1000 Einwohnern geschätzt. Von diesen lassen sich auch heute noch archäologische Zeugnisse finden. So gab es den weltberühmten Fund des „Fürsten von Hochdorf“ bei Stuttgart. Diese Grabanlage wurde im Jahr 1977 von einer Lehrerin entdeckt. Der Grabhügel hatte ursprünglich eine Höhe von 6 m und einen Durchmesser von etwa 60 m. Die Grabkammer selbst hatte die Maße 11x11 m. In ihr wurde der Leichnam eines etwa 40 jährigen gesellschaftlich hochgestellten Mannes gefunden. Er wurde um das Jahr 550 vor Christus bestattet. Zu der großzügigen Grabausstattung gehörten eine fahrbare bronzene Totenliege, ein aus Goldblech gefertigter Halsring, ein goldener Armreif sowie Spangen aus Gold und Bronze. Ferner wurden fünf Bernsteinperlen, ein Gürtelblech aus Gold und Goldbänder von Schuhen gefunden. Daneben waren dem Grab ein goldverzierter Bronzedolch und ein aus Birkenrinde gefertigter Hut beigegeben. Auch ein Köcher mit Pfeilen und drei Angelhaken fand man in der Grabkammer. Zudem zierte ein mit Eisenteilen beschlagener vierädriger Wagen nebst Zaumzeug und Pferdegeschirr das Grab. Zudem wurden noch weitere Beigaben gefunden unter anderem ein Trinkhorn mit Goldblechverzierung. Anhand der Ausstattung der Grabkammer lässt sich der soziale Status des Mannes sehr gut abschätzen. Weitere keltische Gräber, wie das bei Niedererlbach im Isaartal oder auch keltische Fürstensitze wie im französischen Burgund, auf dem Mont Lassois belegen die differenzierte soziale Struktur der keltischen Gesellschaft.

Quellenangaben:

  • D. Brückner u. H. Lachner (Hrsg.), Geschichte erleben (Bamberg 2001) 31-34
Stephan Frey, Stephan Frey

Stephan Frey - Stephan Frey Diplom-Prähistoriker ex. Krankenpfleger Studium der Ur- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie, ...

rss