
- Kirche in Horn - B. Linde
Horn-Bad Meinberg ist eine kleine Stadt im Teutoburgerwald, sie liegt an einem bekannten Handelsweg, der heutigen Bundesstraße 1, und ist mit dem Auto sehr gut zu erreichen. Im historischen Stadtkern, oberhalb der Mittelstraße steht seit der Stadtgründung von Horn im 13. Jahrhundert eine ansehnliche Kirche, deren Turm im romanischen Stil noch heute zu sehen ist. Die Stadt wurde damals über ein schon bestehendes Kirchdorf gebaut. Heute ist die Kirche sicher eines der schönsten Gotteshäuser im Lipperland. Vor der Reformation war die Kirche Johannes dem Täufer geweiht.
Um die Kirche herum
Bevor Sie die gotische Kirche betreten, stellen Sie sich vor, dass an der Kirche bis ins Jahr 1835 der Friedhof von Horn war. Um den Gottesacker herum befand sich eine Mauer, durch kleine Tore konnte der Friedhof betreten werden. Es gab auch, wie es damals üblich war ein Beinhaus. Dort wurden die Gebeine der Verstorbenen bei der Neubelegung des Grabes aufbewahrt. Hinter der Kirche war seit 1650 eine Schule. Die Fachwerkhäuser südwestlich in der Kirchstraße erinnern an eine längst vergangene Zeit.
In der Kirche
Wenn Sie die Kirche betreten, wird Ihnen sofort die schöne Orgel aus dem 15. Jahrhundert auffallen. Es gab eine Zeit, da hatte jeder Bürger eine eigene Kirchenbank, für die er zahlen musste oder die er vererbt bekam. Zum Kirchgang kleideten sich die Bürger besonders gut, die Familien zeigten sich und ihren Wohlstand. In der Kirche muss es damals sehr kalt gewesen sein, denn die Kirchgänger nahmen sich in der kalten Jahreszeit ein Stövchen, in dem ein heißer Stein lag, mit in die Kirche, um sich daran die Füße zu wärmen.
Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche nur sehr spärlich mit Kerzen erleuchtet. Seit dem Jahre 1708 gibt es in der Kirche fünf Kronleuchter. Der große in der Mitte hat 18 Leuchter, die vier kleineren 16 Lichter. Die heutige Kanzel ist wie der Altar sehr schlicht. Das Taufbecken mit der Jahreszahl 1589 ist aus Sandstein gearbeitet und hat eine eingesetzte Metallschale.
Die Sage von Cord von Mengerssen
Zu erwähnen ist noch die in Sandstein gehauene Gedenktafel für Cord von Mengerssen, die sich neben dem Altar befindet. Der im Jahre 1561 Verstorbene soll der Sage nach im Krieg ein Kind in der Wiege erstochen haben. Das Leid der Eltern berührte ihn danach sehr. Er bereute die Tat und veränderte sein Leben, aus dem Krieger wurde ein frommer Mann. Aus Sühne für seine unüberlegte Missetat stiftete er ein Armenhaus.
Wenn Sie sich einmal auf spannende Weise in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges in Horn zurückversetzen wollen, ist der Kriminalroman „Mit zweierlei Kreide geschrieben“ zu empfehlen. Das Buch können Sie unter Tilia-Buchvertrieb bestellen.
Wenn Sie mehr über die Stadtgeschichte von Horn wissen möchten, sind Sie mit der "Stadtgeschichte Horn 1248-1998" (hg. v. Jens Buchner, ISBN: 3-922417-13-2) gut beraten.
