
- Xiomara Henning - Schinzel
Die Idee ist nicht unbedingt neu: Sprachvermittlung schon an Kinder im Vorschulalter So wird in einigen Kindergärten mit Englisch-Unterricht experimentiert. Was mit Englisch funktioniert, müsste doch auch mit Spanisch – und neuerdings auch mit Italienisch – funktionieren, sagten im Jahr 2004 die Bremer Mütter Juliane Buschhorn-Walter und Claudia von Hollen. Ihre Kindersprachschule „Amiguitos“ (Kleine Freunde) fand allerdings in der Hansestadt an der Weser ein besonders geeignetes Pflaster. Was man außerhalb der Stadt kaum weiß: Hier lebt es sich besonders „multikulti". Der frühere Bildungssenator berichtete einmal, es gäbe dort Grundschulen mit Klassen von 28 Kindern aus 25 Nationen.
Konzept pädagogisch erprobt
Die beiden Initiatorinnen haben ihr Konzept in Zusammenarbeit mit Pädagogen aus Spanien und Lateinamerika entwickelt. Es sieht neben einem Spielkreiskonzept für die Kleinsten ab einem Jahr gemeinsam mit deren Eltern Spanisch – und seit 2007 auch Italienisch-Unterricht – für Kinder von 3 bis 6 und von 6 bis 10. Jahren an. Hinzu kommen Ferienintensivangebote für Grundschulkinder. Inzwischen haben die beiden Bremerinnen ihr Angebot kräftig ausgedehnt. Sie selbst betreiben die Standorte Bremen und Palma de Mallorca. Sie haben einundzwanzig Partnerinnen im Rahmen eines Franchise-Systems für Spanisch und fünf für Italienisch gewonnen, die inzwischen unter anderem mehr als dreißig Standorte wie Berlin, Düsseldorf, Göttingen, Hamburg, Hannover, Kassel und München abdecken. Lübeck und Ostholstein wird der gebürtigen Kubanerin Xiomara Henning aus Kaltenkirchen betreut.
Grundlage des Konzepts ist, dass mit den mit fachkundiger Hilfe erarbeiteten Arbeitsmaterialien alle Sinne der Kinder angesprochen werden sollen. Ganz wichtig ist den Initiatorinnen, dass die Spielleiterinnen Muttersprachlerinnen sind. „Spiel“ – denn die Kinder sollen die Sprachen ohne Leistungsdruck spielend wie die Muttersprache lernen. Die Fachleute glauben, dass damit die jungen Menschen optimal darauf vorbereitet werden, später in der Schule eine weitere Fremdsprache zu lernen. Außerdem wird ihnen ein Kulturraum erschlossen, der ihnen sonst vermutlich für das ganze Leben fremd bleiben würde. Dazu werden entsprechende Feste gefeiert.
Gut ausgebildete Partnerinnen
Seitens der Organisatorinnen wird betont, dass ihre Partnerinnen gut ausgebildet und hoch qualifiziert, vor allem auch motiviert sind. Viele haben einen pädagogischen Hintergrund. Vertreten sind nicht nur spanisch- und italienischsprachige Heimatländer, sondern auch Griechenland und die USA. Juliane Buschhorn-Walter und Claudia von Holten meinen, dass gerade in Krisenzeiten ein solches Konzept besonders attraktiv sei. Die Eltern seien in solchen Zeiten für den Wert von Bildung besonders aufgeschlossen und bereit, in die Zukunftsfähigkeiten der Kinder zu investieren.
Darüber hinaus arbeiten die Bremerinnen mit Kulturinstituten der Herkunftsländer zusammen. Dazu zählt das Instituto Cervantes der Argentinierin Tamara Siervers. Die hat Märchennachmittage „tardes de cuentos & Co – Nachmittag der Erzählungen“ entwickelt, die an der Weser großen Anklang gefunden haben. Es kamen bis zu hundert Zuhörer. Für italiensich-muttersprachliche Kinder im Kindergartenalter finanziert Italien eine Gruppe. In Hamburg arbeiten die Bremerinnen mit dem südamerikanischen Kulturverein und der Hamburger Kinderbibliothek zusammen. Die arrangieren offene Treffs.
Pläne für Ostholstein
Xiomara Henning will diese Arbeit auf Bad Oldesloe, Bad Segeberg, Bad Schwartau, Eutin, Lübeck, Neumünster und Timmendorfer Strand ausdehnen. Sie bietet Kurse für Kinder von 3 bis 10 Jahren einmal die Woche 60 Minuten an.
Kontakt Xiomara Henning, Tel 04191 / 5202231, email xiomara.henning@amiguitos.de
