Spannende fünf Tage Klettern pur liegen sind zu Ende. Der Eröffnungstag in Imst glänzte mit herbstlicheem Schönwetter. Mit wieselflinken Bewegungen sausten die Speedkletterer die Wände hoch, als ob es keine Schwerkraft gäbe. Es setzten sich, wie immer, die Russen durch. Die Wetterprognose für Donnerstag verhieß nichts Gutes. Petrus hatte ein Einsehen. Zwar begann der Wettkampftag in Innsbruck am 16. September mit Regen, der sich aber bald zu einem april-mäßigen leichten Schauer mit immer sonnigeren Abschnitten hin veränderte. Das sollte sich bis zum Abend nicht ändern. Der Freitag allerdings, der in Innsbruck das Publikum einlud selbst zu klettern, war wahrhaft kalt und regenreich. Glücklicherweise peitschte das Publikum in Imst die Vorstieg Kletterer in lichte Höhen. Der Samstag zeigte Zuschauern und Athleten die eher kalte, aber trockene Schulter. Aber auch hier erwärmte zumindest die Begeisterung der Zuschauer die Geckos auf den glatten Wänden.

Hier sind die neuen Europameister 2010 in der Disziplin Speed:

  1. Edyta Ropek (POL)

  2. Alekseeva Ksenia ( RUS)
  3. Titova Natalia ( RUS )
  1. Sergej Abdrakmanow (RUS)
  2. Kokorin Stanislav ( RUS)
  3. Hroza Libor ( CZE )
Neue Europameister im Lead (Vorstieg) 2010 wurden:

Angela Eiter (AUT). Bei den Damen gab es einen österreichischen Doppelsieg. Angela "Angy " Eiter überragte ihre Konkurrenten in Ausdauer, Kraft, und Überlegenheit. Johanna Ernst wirkte zuerst etwas nervös, bis sie sich fasste und noch kraftvoll auf den zweiten Platz kletterte. Zwar nicht überraschend, doch unerwartet legte die Französin Alizée Dufraisse einen Spitzen-Auftritt hin, sie erkletterte den dritten Platz.

Ramon Julian Puigblanque (ESP). Ramon kletterte ausdauerstark. Zwar lagen nach dem Halbfinale noch einige Starter vor ihm, doch im Finale drehte er dann auf und schraubte alle Griffe gnadenlos zu. Die nach ihm Startenden machten zwar vieles wett, wie zum Beispiel David Lama, dem aber leider die Kraft nicht durchs Dach reichte. Aber keiner blieb so emsig dran wie Ramon. Der Favorit Patxi Usobiaga rutschte ab und Adam Ondra wirkte im ersten Teil noch etwas zu lässig, auch er schaffte es nicht ganz durch den Abschlussüberhang - es reichte für Platz Zwei. Der Österreicher Jakob Schubert durfte sich über einen verdienten dritten Platz freuen.

Neue Europameister im Bouldern 2010

Anna Stöhr (AUT). Juliane Wurm lag im Halbfinale noch in Führung, musste sich aber in einem rauschenden Finale auf dem Innsbrucker Marktplatz der fulminant kletternden Anna Stöhr beugen, erst am letzten Boulder, als allerdings die Entscheidung schon gefallen war, scheiterte auch sie. Dritte wurde die Ukrainerin Olga Shalagina.

Cedric Lachat (SUI). Auch bei den Herren war bis zum Schluss noch vieles offen: Sowohl Kilian Fischhuber als auch Adam Ondra hätten noch Chancen gehabt, doch Cedric Lachat - der den Disziplinen-Triathlon mitgemacht hat, also neben dem Bouldern auch noch beim Lead und Speed, ein schieres Kraftpaket - boulderte einfach unschlagbar stark. Zweiter wurde der Tscheche Ondra, den man ausnahmsweise einmal ratlos vor einem Boulder stehen sah. Dritter wurde Kilian Fischhuber, der dem Zuschauer Abwechslung bot; einmal den Boulder souverän und mit Leichtigkeit geklettert, das andere mal an den Schwierigkeiten scheiterte.

Resumé der Europameisterschaft

Es gibt nur wenige Sportarten, in denen dem Zuschauer zum Mitfiebern so viel geboten wird. Das anwesende Publikum fieberte und kletterte und scheiterte mit seinen Lieblingen auch mit. Erstaunlicherweise ließ aber das Sport-Fernsehen diese Europameisterschaft, obwohl sich das Klettern zu einem Trend- und Breitensport entwickelt hat, links liegen. Einzig der Internet-Live Stream gab Gelegenheit auch weit entfernt, teil zu nehmen.

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Quellen: ORF; OeAV; IFSC