Die Klosterruinen der Borders in Schottland

Im Süden Schottlands liegen einige der schönsten Sehenswürdigkeiten

Dryburgh Abbey in Schottland - Ließ
Dryburgh Abbey in Schottland - Ließ
Die Ruinen der Grenzklöster Melrose, Kelso, Dryburgh und Jedburgh in der Borders-Region zählen zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Schottlands.

Im Süden Schottlands wellen sich die sanften grünen Hügel der Borders bis hinunter zur englischen Grenze. Heute kaum noch vorstellbar, war diese Region Jahrhunderte lang Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen Engländern und Schotten. Die mächtigen Grenzklöster waren dabei immer wieder Angriffsziel, wurden wieder zerstört und neu aufgebaut. Heute erzählen die mächtigen Ruinen vom harten Leben der Mönche ebenso wie von der Genialität ihrer Architekten.

Melrose Abbey – Schottlands berühmteste Klosterruine

Die Melrose Abbey im geschäftigen kleinen Ort Melrose ist die bekannteste Klosterruine Schottlands und für viele auch die schönste. Bereits 650 wurde in der Gegend ein kleines Kloster errichtet, von dem jedoch kaum mehr als Spuren übrig sind. Es wurde 839 von Kenneth McAlpin, King of the Scots, zerstört.

Heute steht die eindrucksvolle Ruine der Melrose Abbey in der Ortsmitte des Städtchens. Im Jahr 1136 ließen sich hier Zisterziensermönche nieder und bauten ein neues Kloster an jener Stelle, wo nun Touristen über die kurz geschorenen Rasenflächen spazieren. Die bewegte Geschichte der Klosteranlage lässt sich nur erahnen. Vom 14. bis 16. Jahrhundert wurde sie zweimal völlig zerstört und wieder aufgebaut, der letzte Mönch starb 1590 und seit 1810 wird auch die Kirche nicht mehr genutzt.

Die Gebäude der Abbey stammen teilweise aus dem 12./13. und teilweise aus dem 14./15. Jahrhundert. Am eindrucksvollsten sind die Überreste der Kathedrale mit ihrem sehr gut erhaltenen Kreuzschiff und die detailreichen Skulpturen. Umfassend informiert wird auch über das entbehrungsreiche Leben der Mönche. Im Kapitel soll das Herz Robert the Bruce’ vergraben sein.

Melrose Abbey ist ganzjährig und sieben Tage die Woche geöffnet.

April bis September: 9:30 Uhr – 17:30 Uhr

Oktober – März: 9:30 Uhr – 16:30 Uhr

Erwachsene zahlen 5,20 Pfund Eintritt, Kinder die Hälfte.

Dryburgh Abbey am River Tweed

Romantisch im River Tweed liegen die wunderschönen Ruinen der Dryburgh Abbey. Sie wurde 1150 von einem mächtigen Landbesitzer namens Sir Hugh de Moreville für den Prämonstratenserorden gegründet. Ganze dreimal wurden große Teile des Klosters in blutigen Überfällen zerstört, trotzdem können heute noch viele der ursprünglichen Gebäude besichtigt werden. Im Jahr 1832 wurde der berühmte schottische Schriftsteller Sir Walter Scott in Dryburgh Abbey begraben.

Die fein gearbeitete gotische Architektur der Kirche gehört zu den schönsten Beispielen ihrer Art in Schottland. Kapitel und Klostergebäude sind erstaunlich gut erhalten, an manchen Stellen kann man noch Einfärbungen der Wände erkennen.

Dryburgh Abbey ist ganzjährig und sieben Tage die Woche geöffnet.

April bis September: 9:30 Uhr – 17:30 Uhr

Oktober – März: 9:30 Uhr – 16:30 Uhr

Erwachsene zahlen 4,70 Pfund Eintritt, Kinder die Hälfte.

Jedburgh Abbey, zu nah an der Grenze zu England

König David I. war während seiner Regierungszeit ein eifriger Förderer der Kirche. Im Jahr 1138 unterstützte er die Gründung der Jedburgh Abbey, welche noch lange ein gutes Verhältnis zur Krone behalten sollte.

Das große Verhängnis der Jedburgh Abbey wurde ihre Nähe zur englischen Grenze. Nur acht Meilen weit im schottischen Gebiet war sie stetig eines der ersten Angriffsziele für Eindringlinge, wurde über die Jahrhunderte immer wieder niedergebrannt, teilweise zerstört und neu aufgebaut. Dabei fanden sich immer weniger Novizen, die bereit waren, sich an einem so gefährlichen Ort niederzulassen. Als Schottland 1560 zum Protestantismus wechselte, war die große Zeit des Klosters endgültig vorbei.

Einige äußerste beeindruckende Gebäude haben die Jahrhunderte der Zerstörung überlebt. Die romanische Architektur des frühen 12. Jahrhunderts, wie sie in Chor und Querschiff erhalten blieb, ist so nur an wenigen Orten in Schottland zu bewundern. Das noch bestehende Hauptschiff ist stummes Zeugnis der einstigen Macht der Grenzklöster Schottlands.

Jedburgh Abbey ist ganzjährig und sieben Tage die Woche geöffnet.

April bis September: 9:30 Uhr – 17:30 Uhr

Oktober – März: 9:30 Uhr – 16:30 Uhr

Erwachsene zahlen 5,20 Pfund Eintritt, Kinder die Hälfte.

Kelso Abbey

1128 wurde von König David I. in Kelso ein Kloster für den Tironenser Orden gestiftet, das sich schnell zu einem einflussreichen wirtschaftlichen Zentrum der Region entwickelte. Die wiederholten Kriege mit den Engländern ließen von der einst mächtigen Klosteranlage wenig übrig. Der Turm und eine Fassade des Nordwestteils blieben als einzige verschont.

Die Ruinen der Kelso Abbey befinden sich heute in der Nähe des Marktplatzes von Kelso. Mit den großartig erhaltenen Gebäuden der anderen Grenzklöster können sie nicht ganz mithalten, dafür muss man die stille Anlage oft nur mit wenigen anderen Touristen teilen.

Kelso Abbey ist ganzjährig und sieben Tage die Woche geöffnet.

April bis September: 9:30 Uhr – 17:30 Uhr

Oktober – März: 9:30 Uhr – 16:30 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Quellen und Links:

Lesen Sie auch über das berühmte Urquhart Castle am Loch Ness, über das Stirling Castle in Schottland und über Ullapool in den schottischen Highlands.

Constanze Liess, Constanze Liess

Constanze Ließ - Constanze Ließ studierte Journalismus an der Freien Journalistenschule Berlin. Sie bringt ihre Erfahrungen aus anderen Ländern ...

rss