Die preußische Königin Luise wurde schon zu Lebzeiten zur Legende. Sie förderte politische Reformen in der Zeit der napoleonischen Kriege. Sie widersetzte sich Napoleon und wurde zur Hoffnungsträgerin in Preußens „schwerer Zeit" am Anfang des 19. Jahrhunderts.

Nach ihrem frühen Tod, ganze 34 Jahre wurde sie alt, im Jahr 2010 entwickelten sich Mythen um ihre Person. Diese waren in Deutschland ohne Beispiel und erreichten den Höhepunkt im Kaiserreich unter der Herrschaft ihres Sohnes Wilhelm I. nach 1871.

Die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) begeht das Jahr 2010, in dem sich der Todestag der Königin Luise zum 200. Mal jährt, mit mehreren Ausstellungen in Charlottenburg, auf der Pfaueninsel und in Paretz als Luisenjahr.

Die Ausstellung „Luise. Leben und Mythos der Königin“

Diese Ausstellung im Schloss Charlottenburg ist der Auftakt zum Luisenjahr 2010. Sie präsentiert über 200 Gemälde, Skulpturen und historische Dokumente. Darunter befinden sich Meisterwerke von Karl Friedrich Schinkel, Johann Gottfried Schadow und Christian Daniel Rauch. Mit diesen Werken ist eine Annäherung an das Leben und Nachleben der Königin möglich.

Im Schlosspark von Charlottenburg befindet sich die Hohenzollerngruft. Hier wurde Luise beigesetzt. Diese Anlage ist fast schon als ein Wallfahrtsort zu bezeichnen. Sie wurde nun umfassend renoviert und wird mit der Eröffnung der Ausstellung wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Die Wohnung der Königin Luise im Schloss Charlottenburg

Ein Höhepunkt auf dem Rundgang durch die Ausstellung ist die Wohnung der Königin Luise. Die befindet sich im Obergeschoss des Neuen Flügels, den Wenzeslaus von Knobelsdorff für Friedrich II. schuf.

Die Wohnräume der Königin liegen auf der Südseite des Neuen Flügels. Sie wurden 1796/97 als Winterwohnung für König Friedrich Wilhelm II. neu gestaltet. Der preußische Frühklassizismus hielt hier im Schloss Charlottenburg, deutlich auch von der Gräfin Lichtenau mit beeinflusst, Einzug.

Friedrich Wilhelm II. starb vor der Vollendung der so genannten Winterkammern. Dann nutzte seine Schwiegertochter Luise diese Räume bei ihren regelmäßigen Aufenthalten in Charlottenburg. Nach ihrer Rückkehr der Königin Luise dem ostpreußischen Exil wurde für sie im Frühjahr 1810 ein neues Schlafzimmer am Ende der Raumflucht eingerichtet. Den Entwurf lieferte Karl Friedrich Schinkel. In diesem Raum übernachtete Luise bei ihrem letzten Aufenthalt im Juni 2010.

Im 19. und im frühen 20. Jahrhundert wurden die Räume der Luise im Schloss Charlottenburg mehrfach verändert. Im Zweiten Weltkrieg wurden sie fast vollständig vernichtet. 1985 bis 1994 wurden 3 Räume der Luisenwohnung nach historischem Vorbild hergerichtet. Nun werden zum Luisenjahr auf der Grundlage von Bauakten, Archivmaterialien und historischen Fotografien auch drei weitere Räume weitgehend wieder in den frühklassizistischen Zustand zurück versetzt. Besonders aufwändig sind die Wandbespannungen mit Textilien. Seidene und teilweise handbemalte Stoffe wurden dazu wieder aufwändig rekonstruiert. Diese Räume wurden dann auch mit der noch original erhaltenen Ausstattung eingerichtet. Dazu gehörten Pariser Gobelins, erlesenes Mobiliar und Kronleuchter sowie Kunstwerke aus dem Besitz von Friedrich Wilhelms II. und Königin Luise.

Ein Inventar der Wohnung aus dem Jahr 1810 lieferte die Grundlage für dieses Vorhaben. Es war so möglich, diese Räume weitgehend authentisch mit vorhandenen Originalwerken auszustatten. Fehlende Teile wurden durch vergleichbare Exponate aus dem Besitz der Stiftung und durch Leihgaben ergänzt. So können die Besucher einen recht vollständigen Eindruck der Räume aus der Zeit um 1810 mitnehmen.

Abschluss des Weideraufbaus von Schloss Charlottenburg

1949 wurde mit dem Wiederaufbau des im Kriege erheblich zerstörten Schlosses Charlottenburg begonnen. Mit der Herrichtung der Wohnung von Königin Luise schließt die SPSG die Phase des Wiederaufbaus von Schloss Charlottenburg nach 60 Jahren ab.

Ort und Zeit der Ausstellung

Ort: Schloss Charlottenburg, Neuer Flügel und Mausoleum

Zeit: 6. März bis 30. Mai 2010

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr

Der Internetauftritt der SPSG verrät noch einiges mehr über Luise und das Programm des Luisenjahres.