
- Essen in Bahia ist eine Spezialität - K. Aldenhoff
Bahia – für viele Brasilianer und Reisende das schönste und interessanteste Bundesland in Brasilien, hat vieles zu bieten. Wenn es um die typischen Gaumenkitzel geht, geraten preisbewusste Urlauber und Kenner gleichermaßen ins Schwärmen: Kulinarische Hochgenüsse vom Feinsten und doch so einfach. Palmöl, frische Früchte und Gewürze – hier stimmen einfach die Zutaten.
Exotische Früchte und Spezialitäten in Brasilien
Die vielfältigen Gourmetfreuden haben ihren Ursprung in dem, was das tropische Anbaugebiet des brasilianischen Regenwaldes hergibt, und vor allem in den afrikanischen Einflüssen. Die wurden von den Sklaven mitgebracht und deren Nachfahren leben in Bahia so wie nirgendwo sonst in Brasilien. Fast 80 Prozent der Bahianer sind dunkelhäutig. Die zahlreichen exotischen Früchte und Gemüse werden auf spezielle Art und Weise zubereitet, die von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sein können. Jeder hat da so seine Vorlieben mit verschiedenen Zutaten und Gewürzen. Kleiner Tipp aus Brasiliens Küche: Gerichte mit den Regenwald-Früchten Papaya und Acai eignen sich vorzüglich zum schlank werden... Einen besonderen Pfiff bekommen die Gerichte mit einem Schuss Kokoswasser - dem beliebten "Agua de Coco". Sehr beliebt sind an der Küste die scharf gewürzten Gerichte mit köstlichem frischen Fisch und Krabben. Ein typischer Nachtisch sind die süßen Kokos-Küsschen "Bejinho de Coco" - einfach, aber gehaltvoll. Etwas gewagt ercheint Europäern die süße Creme aus frischen Avocados.
Moqueca - typisch für die brasilianische Küche in Bahia
Eine der wichtigsten Ingredienzien in der bahianische Küche ist das Dendé-Öl, ein schweres Speiseöl mit unverkennbarem Geruch, das speziell in Bahia aus den Früchten der Dendé-Palme hergestellt wird und vielen Gerichten ihren typischen Geschmack und auch die ganz besondere orange-gelbe Farbe gibt. Beliebt ist etwa die sogenannte Moqueca, ein Gericht, das in einem speziellen tönernen Topf mit Deckel auf hunderterlei Art zubereitet wird. Vor allem die Moqueca de Peixe ist berühmt. Grundlage sind verschiedene Fischarten mit Zwiebeln, Tomaten und Paprika, die in Dendéöl angebraten werden, mit frischem Koriander gewürzt und in frischer Kokosmilch gekocht werden. Als Beilage gibt es – wie häufig in Brasilien – Reis und Bohnen, dazu wird meistens Farofa gereicht: frisch geröstetes Maniokmehl, das ein wenig nussig schmeckt und den Sud der Moqueca etwas verdickt. In Bahias heißem Klima wird dieses scharfe Gericht vor allem abends gegessen.
Spezialitäten sind Vapatá, Acarajé und Carne do Sol
An der Küste von Bahia gibt es eine Spezialität, die von Brasilianern im ganzen Land geschätzt wird: Vapatá und Acarajé, das von den sogenannten Baianas in Garküchen auf der Straße angeboten wird und auch direkt auf der Straße gegessen wird. Grundlage ist ein gewürzter Teig aus gemahlenen braunen Bohnen und Zwiebeln. Abgestochene Bällchen werden in heißem Dendéöl ausgebacken, aufgeschnitten und gefüllt – mit scharfer Pimentasoße, einem Brei aus gemahlenen Krabben, Kokosmilch, Nüssen und Dendé, das Ganze gekrönt mit getrockneten Krabben.
Aber auch Fleisch wird in Brasilien viel und gern gegessen, besonders köstlich ist es frisch gegrillt in einer Churrasceria. Sehr speziell ist das sogenannte Carne do Sol: extrem salziges, in der Sonne getrocknetes Rindfleisch, vor allem wenn es mit Parao de Leite angerichtet wird – Maniokbrei mit Milch, der beim Essen lange Fäden zieht, verfeinert mit flüssiger Butter.
Das brasilianische Nationalgericht - eine zünftige Feijoada
Überall gibt es natürlich auch das brasilianische Nationalgericht. Wer schon einmal zu einer Feijoada eingeladen war, wird erstaunt sein, wie viel Zeit und Mühe in diesem Eintopf steckt: Schon in aller Hergottsfrühe geht es damit los, für die deftige Hausmannskost durchwachsenen Speck, Schweinefüße und –schwänze, Würstchen sowie getrocknetes Fleisch zu kochen, zu würzen und immer weiter zu verfeinern. Stundenlang köchelt das Gericht mit braunen Bohnen, bis das Ganze endlich sämig genug ist und heiß aufgetragen wird. Gerade im berühmten brasilianischen Karneval wird eine gut gewürzte Feijoada geschätzt - im wochenlangen Spaß auf den Straßen immer eine gute Grundlage für den ein oder andern Zuckerrohrschnaps beim Feiern. Eine anderes beliebtes, für uns eher exotisch anmutendes Gericht aus Brasiliens Küche ist Huhn im eigenen Blut.
Tipp: eine frische Caipirinha geht immer ...
Achtung: Wer einen empfindlichen Magen hat und es nicht gewohnt ist, schwer und deftig zu essen, sollte lieber erst einmal vorsichtig sein und sich langsam an die bahianische Küche herantasten. Ansonsten gibt es überall ein wunderbares Absackerle: eine erfrischende Caipirinha mit Limonen, feinem Rohrzucker, Eis und dem Zuckerrohrschnaps Cachaca. Wer es lieber ohne Alkohol mag, sollte einmal "Agua de Coco" direkt aus der Kokosnuss trinken oder das beliebte Erfrischungsgetränk Guarana versuchen - ein beliebter Muntermacher aus koffeinhaltigen Regenwaldbeeren, denen auch eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt wird. Wer erst einmal auf den Geschmack gekommen ist, den werden die preiswerten Urlaubsfreuden wohl immer wieder nach Bahia locken...
