Die häufigsten Rahmenbedingungen für die Entstehung von Kohlenmonoxidvergiftungen sind defekte Heizöfen und Schornsteinanlagen, Schwelbrände, das Auskühlen lassen von Grillen in geschlossenen Räumen sowie Suizidversuche, bei denen der Betreffende Auspuffabgase ins Wageninnere leitet. Ansonsten kommen hohe Konzentrationen an Kohlenmonoxid vielfach im Zusammenhang mit Vulkanausbrüchen vor, deshalb versterben in unmittelbarer Umgebung des Vulkans häufig Flora und Fauna bereits vor der eigentlichen Eruption. Kohlenmonoxid wird bereits freigesetzt, wenn der Vulkan lediglich Aschewolken speit und noch keine Lava.
Besonderheiten bei einer Kohlenmonoxidintoxikation
Nach Eintritt des Todes weist der Mensch normalerweise eine fahle, blasse Hautfarbe auf, bei einer Kohlenmonoxidvergiftung ist die Haut jedoch rosig verfärbt. Dies ist dadurch begründet, dass das Kohlenmonoxid sich mit dem Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) verbindet. Die Todesursache ist schließlich Ersticken, da die Sauerstoffzufuhr und -verteilung durch diese Verbindung komplett unterbrochen wird. Bei an einer Kohlenmonoxidvergiftung verstorbenen Menschen sind die Totenflecken häufig kirschrot verfärbt.
Manche giftige Gase (z.B. Chlorgas, Aceton) werden rechtzeitig aufgrund ihres Geruchs bemerkt, im Gegensatz hierzu ist Kohlenmonoxid jedoch absolut geruchlos, so dass die Betroffenen meist erst zu spät merken, dass sie akut vergiftet werden.
Symptome einer Kohlenmonoxidvergiftung
- Kopfschmerzen und Übelkeit,
- Erschwerte Atmung (Dyspnoe)
Wird der Betroffene nicht rechtzeitig an die frische Luft gebracht, kommt es schließlich zu Koma und Tod.
Es wird zwischen akuter und chronischer Kohlenmonoxidvergiftung unterschieden. Die akute Vergiftung resultiert aus den o. g. Vorbedingungen, bei chronischer Kohlenmonoxidvergiftung ist der Betroffene zwar regelmäßig den gleichen Bedingungen ausgesetzt, die Dauer des Aufenthalts in mit Kohlenmonoxid belasteten Räumen ist jedoch nicht lang genug, um bei ihm Bewusstlosigkeit bis hin zum Tod auszulösen. Bei chronischer Kohlenmonoxidintoxikation ist eine allgemeine Leistungsminderung festzustellen.
Vorsichtsmaßnahmen für Ersthelfer
Besteht der Verdacht auf Kohlenmonoxidvergiftung, so müssen auch die Ersthelfer geeignete Schutzmaßnahmen treffen, um nicht selbst Opfer einer Intoxikation zu werden. Dazu zählen eine ausreichende Sauerstoffzufuhr und ggf. Atemschutzmasken zusammen mit Sauerstoffflaschen.
Leichtsinn nach dem Grillen
Wie in der Sendung „Planetopia“ vom 22. Juni 2008 berichtet wurde, versterben gerade in der warmen Jahreszeit Menschen an einer Kohlenmonoxidvergiftung, die den Grill nicht an der frischen Luft auskühlen lassen, sondern ihn mit in geschlossene Räume nehmen (z. B. Gartenlaube, Wohnzimmer, Garage). Kohlenmonoxid entsteht zwar auch beim Grillen im Freien, hat dort jedoch keinerlei Auswirkungen, da die Sauerstoffzufuhr jederzeit in ausreichendem Maße gewährleistet ist. Anders sieht dies jedoch in geschlossenen Räumen aus. Manche Menschen wollen den auskühlenden Grill noch zum Heizen ihrer Laube nutzen, setzen sich hiermit aber der Gefahr einer tödlichen Kohlenmonoxidvergiftung aus.
Trauriges prominentes Beispiel für den tödlichen Leichtsinn nach dem Grillen sind die ARD-Moderatorin Miriam Christmann und ihr Lebensgefährte Timo Richter (beide 41), die am 12. Mai 2008 im Schlaf an einer Kohlenmonoxidvergiftung verstarben, nachdem sie den Grill mit ins Schlafzimmer genommen hatten. Sie waren offensichtlich fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die Grillkohle bereits vollständig ausgekühlt war.
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose erfolgt neben der Feststellung der typischen Rahmenbedingungen über Bluttests, bei denen im Blut Carboxyhämoglobin nachgewiesen werden kann. Dieser Stoff resultiert aus der chemischen Verbindung zwischen Hämoglobin und Kohlenmonoxid.
Neben ausreichender Frischluftzufuhr und ggf. künstlicher Beatmung mit reinem Sauerstoff wird Bikarbonat verabreicht, hierbei handelt es sich um ein aus Kohlensäure entstehendes Salz.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
