Wie man eine Kräuterspirale bauen kann

Biotop und dekoratives Element im Garten

Schopflavendel für Duftwässer - Andrea Fettweis
Schopflavendel für Duftwässer - Andrea Fettweis
Wie Sie Ihre Kräuter auf attraktive Weise unterbringen können und was Sie beim Bau einer Kräuterspirale berücksichtigen müssen

Wenn Sie eine Reihe von Küchen- oder Heilkräutern anpflanzen möchten, müssen Sie verschiedene Ansprüche unter einen Hut bringen. Durch den Bau einer Kräuterspirale können Sie dieses Problem auf kleinstem Raum optimal lösen. Mit der schneckenhausförmigen Grundform einer Spirale erhält man verschiedene Standortbedingungen. Sowohl sonnige und trockene als auch schattige und feuchtere Positionen können allen Pflanzen gerecht werden.

Standort für die Spirale aussuchen

Abgesehen von optischen Gesichtspunkten sollte die Spirale an einem sonnigen und windgeschützten Ort gebaut werden, damit sich die Aromen der Mittelmeer-Kräuter optimal ausbilden können. Günstig ist die Nähe zum Haus, zum einen, weil der Weg von der Küche zu den Küchenkräutern möglichst kurz sein sollte, zum anderen, weil eine Hauswand zusätzlich Wärme auf die Pflanzen zurückstrahlt. Die Spirale sollte so ausgerichtet sein, dass eine eventuell angegliederte Wasserzone in südlicher Richtung liegt und die Sonne durch das Wasser auf die Pflanzen reflektiert werden kann.

Planung des Baus

Kräuterspiralen können unterschiedliche Formen und Ausmaße haben, sie können sogar begehbar sein. Für die üblichen Hausgärten eignet sich am ehesten die Grundform. Die Größe richtet sich nach dem Platz, den Sie dafür einräumen können und möchten. Danach berechnet sich auch der Materialbedarf. Die Auswahl der Steine sollte nach dem Stil des Gartens erfolgen. Ob Sie sich für Flusskiesel, Sandsteine, Pflastersteine, alte Gehwegplatten oder Ziegelsteine entscheiden: Die Steine sollten mindestens die Größe einer Faust haben, andererseits nicht zu schwer sein.

Material für die Kräuterspirale

Für den Unterbau der Spirale wird eine Lage Kies benötigt und je nach Größe einige Schubkarren voll Bauschutt für den Kern. Sollten Sie nicht genug davon haben, fragen Sie Ihre Nachbarn! Vielleicht helfen sie Ihnen aus lauter Dankbarkeit, dass Sie Ihnen die lästigen Steine abnehmen, beim Bau der Spirale. Außerdem brauchen Sie Sand, Gartenerde und Kompost zum Befüllen. Für den Teich oder die Wasserstelle besorgen Sie sich einen Kübel, eine Wanne oder Teichfolie.

Bau der Kräuterspirale

Stecken Sie einen Stock in die Mitte des geplanten Spiralengrundstücks und befestigen Sie einen Bindfaden daran. Seine Länge bestimmt den Radius. Am Ende des Bindfadens dient ein weiterer spitzer Stock als Markierungshilfe, mit der Sie nun einen Kreis um den Mittelpunkt ziehen können. Bestreuen Sie die Linie mit Sand oder kleinen Steinen, um sie besser sichtbar zu machen. Zunächst wird eine Lage Kies als Drainage ausgelegt, außer im äußeren Bereich, der feuchteren Boden haben soll. In der Mitte wird nun etwa 60 Zentimeter hoch Bauschutt kegelförmig angehäuft. Die erste Lage Steine wird spiralförmig vom Teich-Ende bis zum äußeren Rand des Kegels gelegt. Weiter geht es mit der Mauer: Für eine bessere Stabilität führt man sie leicht nach innen geneigt bergauf bis kurz vor die Spitze, die selber frei bleibt. Von innen müssen die Mauern im unteren Bereich mit weiteren Steinen gestützt werden. Zwischen den Mauern sollte ein Zwischenraum von mindestens 60 Zentimeter verfügbar sein. Gemauert wird ohne Mörtel, damit sich die Pflanzen in den Ritzen ausbreiten können und kleine Tiere dort Unterschlupf finden.

An der Spitze der Spirale wird nun eine Mischung aus zwei Drittel Sand und einem Drittel Erde sowie Kompost zu gleichen Teilen gefüllt. Abwärts verringert sich der Anteil des Sandes kontinuierlich, im unteren Bereich wird nur noch Erde mit Kompost verwendet. Als kühlendes Feuchtbiotop kann am Schluss noch der kleine Teich angelegt werden. Dafür wird ein Gefäß im Boden versenkt oder ein Loch mit Folie ausgekleidet. Wenn Kleinkinder im Garten spielen, sollte aus Sicherheitsgründen vorläufig auf einen Teich verzichtet werden.

Kräuterspirale bepflanzen

Die Auswahl an duftenden und schmackhaften Kräutern ist groß. Praktisch sind mehrjährige Küchenkräuter wie Beifuß, Bergbohnenkraut, Estragon, Gewürzfenchel, Lavendel, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei, Thymian und viele andere, die jedes Jahr wieder neu austreiben. Natürlich können sie mit einjährigen Pflanzen gemischt werden. Interessant sind besondere Sorten wie Gartenbergminze, Zitronenverbene, Kreta-Melisse, Blumen-Oregano oder Zwergsalbei. Auch Heilkräuter können selbstverständlich integriert werden. Beachten Sie bei der Pflanzung die jeweiligen Standorte!

Andrea Fettweis, Ernst Fettweis

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