
- Fadenkreuz: Markenzeichen des Tatorts - Gert Altmann, Pixelio
Viele Zuschauer finden am "Tatort" besonders interessant, dass die Ermittler aus unterschiedlichen Regionen stammen und somit nur turnusmäßig in größeren zeitlichen Abständen auf dem Bildschirm zu sehen sind. Die Handlungen spielen derzeit unter anderem in Köln, Münster, Leipzig, Ludwigshafen, München, Saarbrücken, Bremen und Berlin. Hierdurch entsteht in jeder Folge ein gewisses Lokalkolorit.
Die allererste Tatort-Folge
Die erste "Tatort"-Folge wurde am Sonntag, 29. November 1970 um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt und trug den Titel "Taxi nach Leipzig". Walter Richter spielt den in dieser Folge ermittelnden Kommissar Trimmel. Der erste "Tatort" wurde vom NDR produziert.
Insgesamt wurden zwischen dem 29. November 1970 und 24. Mai 2009 knapp 900 Folgen ausgestrahlt plus 21 österreichische Eigenproduktionen. Der seit 1999 ermittelnde Wiener Chefinspektor Moritz Eisner wird von Harald Krasnitzer dargestellt.
Frauen als Ermittler
Während früher ausschließlich männliche Kommissare in der "Tatort"-Reihe zu sehen waren, kamen seit Ende der 1980er Jahre stetig weibliche Ermittlerinnen hinzu. Die erste "Tatort"-Kommissarin war Marianne Buchmüller (Nicole Heesters) von der Kripo Mainz, die zwischen 1978 und 1980 in drei Folgen zu sehen war.
Weitere Ermittlerinnen sind: Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki), die seit 2002 gemeinsam mit ihrem Kollegen Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf) in Frankfurt Verbrecher zur Strecke bringt, Inga Lürsen (Sabine Postel) und ihr Kollege Stedefreund (Oliver Mommsen) ermitteln seit 1997 in Bremen, seit 2002 spielt Maria Furtwängler die Rolle der Kommissarin Charlotte Lindholm, deren Einsatzgebiet in Hannover/Niedersachen liegt. Im gleichen Jahr nahm Kommissarin Klara Blum (Eva Mattes) gemeinsam mit ihrem Kollegen Kai Perlmann in Konstanz die Ermittlungen auf. Seit 2008 ermitteln Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und ihr Ex-Mann Andreas Keppler (Martin Wuttke) gemeinsam in Leipzig.
Viel Humor: Der "Tatort" aus Münster
Besonders beliebt bei vielen Zuschauern sind die "Tatort"-Folgen, die in Münster spielen. Protagonisten sind der etwas mürrische Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und der vornehme Gerichtsmediziner Prof. Dr. Karl-Friedrich Boerne (Jan-Josef Liefers). Aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit kommt es häufiger zu aberwitzigen Wortwechseln und verbalem Schlagabtausch zwischen den beiden. Unterstützt werden die Herren von Boernes kleinwüchsiger Assistentin Alberich (Christine Urspruch), Thiels Assistentin Nadeshda (Friederike Kempter) und ihrer Staatsanwältin.
Besonders bekannte "Tatort"-Folgen
1977 wurde Klaus Kinskis Tochter Nastassja durch die Folge "Reifezeugnis" in der Rolle der Schülerin Sina, die ein heimliches Verhältnis mit ihrem Lehrer (Christian Quadflieg) hat und deswegen von einem Mitschüler erpresst wird, praktisch über Nacht berühmt. Damals ermittelte Klaus Schwarzkopf in der Rolle des Kommissar Finke.
Die in Duisburg gedrehten "Tatorte" mit Götz George in der Hauptrolle als Kommissar Horst Schimanski, Eberhard Feik als seinem Kollegen Thanner und ihr gemeinsamer Assistent Hänschen (Chiem van Houwenige) erlangten eine Art Kultstatus, wobei in den 1980er Jahren sogar zwei "Schimanski-Tatorte" fürs Kino gedreht wurden ("Faust auf Faust" und "Zabou"). Horst Schimanski war bei den Zuschauern als Ermittler sehr beliebt, da er meist eher schmuddelig wirkte, sich häufiger auch einmal körperlich auseinander setzte und die Sprache der Menschen im Ruhrgebiet nicht nur selber sprach, sondern auch verstand.
