Die Küche, die aufs Wort hört

In den T-Labs tüfteln Wissenschaftler an der Welt von morgen

Image T-Labs - Deutsche Telekom
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Die T-Labs sind ein Public Private Partnership zwischen der Deutschen Telekom und der TU Berlin. Forscher arbeiten dort an innovativen Projekten.

Sie befindet sich im 15. Stock des Telefunken-Hochhauses am Berliner Ernst-Reuter-Platz. Weiße Hochglanz-Schränke und Edelstahl-Geräte dominieren den Raum. Ein Herd, ein Ofen, eine Mikrowelle, ein Kühlschrank - eigentlich eine ganz normale Küche, könnte man meinen. Wäre da nicht dieser Monitor und das schnurlose Headset, ohne die diese Küche nur halb so spannend wäre.

Public Private Partnership

Wir befinden uns in einem der interessantesten Forschungslabore, die Deutschland derzeit zu bieten hat. Die so genannten T-Labs sind ein Public Private Partnership zwischen der Deutschen Telekom und der TU Berlin. Die intelligente Küche ist in einem gemeinsamen Projekt (SerCHo) mit der TU Berlin und weiteren Partnern entstanden. Derzeit arbeiten in den T-Labs etwa 150 Forscher aus aller Welt zusammen mit 180 Experten der Telekom an innovativen Projekten, die vielleicht in drei oder fünf Jahren einmal Realität werden könnten.

Sprache steuert auf Wunsch

Die Küche reagiert auf Sprachbefehle. So bleiben beide Hände frei. "Hüftsteak" reicht als Initialzündung für einen weitgehend automatisierten Kochprozess. Ein Rezept wird aufgerufen. Die Zutatenliste wird angezeigt und je nach Personenzahl berechnet. Gleichzeitig wird sie als Einkaufsliste auf das Mobiltelefon übertragen, damit man keine Zutat vergisst. Sprache steuert auf Wunsch auch alle elektrischen Geräte und zwar so, wie es das Kochrezept vorgibt. Eine Computerstimme erklärt jeden einzelnen Kochschritt: "Pfanne mit Butter anheizen", " Steak salzen und pfeffern" und so weiter. Es ist sogar möglich, sich kurze Kochvideos anzuschauen, um zu sehen, wie es die Profis machen.

Zwei zentrale Prinzipien

Die T-Tabs sind Forschungs- und Entwicklungslabors die auf zwei Prinzipien basieren: Zum einen werden Partner und Kunden früh in die Entwicklungen einbezogen. Zu anderen steht der Mensch im Mittelpunkt aller Vorhaben, neudeutsch „user driven innovation“. Die Forscher gehen der Frage nach, wie Geräte so gestaltet werden können, dass sie so einfach wie möglich zu handhaben sind? Wo besteht ein Bedarf an orts- und zeitabhängigen Diensten? Wie kann man die Bedienung unterschiedlicher Geräte vereinheitlichen? Wie müssen die Infrastrukturen der Zukunft aussehen? Und nicht zuletzt: Welche Sicherheitskomponenten müssen vorhanden sein, damit die Technik fehlerfrei funktioniert?

Ideen bereits umgesetzt

Bisher sind aus den T-Labs bereits drei Spin-Off-Unternehmen ausgegründet worden. Viele Projektergebnisse konnten bereits in die Praxis umgesetzt werden. So ist der schnelle WLAN-Zugang in den Hochgeschwindigkeitszügen ICE der Deutschen Bahn ein Produkt der T-Labs. Auch ein mobiler Kaufassistenz für den Metro Future Store und das mit dem iF-Designpreis ausgezeichnete Schnurlostelefon Sinus A201 finden ihren Ursprung in der Innovationszentrale der Deutschen Telekom. Die Mitarbeiter der T-Labs haben sich zum Ziel gesetzt, jeden Tag eine wissenschaftliche Publikation zu veröffentlichen, jede Woche ein Patent anzumelden und möglichst viele Auszeichnungen zu kassieren. Mit der Küche der Zukunft wird ihnen das sicherlich noch einfacher gelingen.

Foto Oliver Weiß, Oliver Weiß

Oliver Weiß - Ich bin seit über 20 Jahren in der Medien- und Kommunikationsbranche tätig. Nach dem Abitur war ich zunächst als Journalist ...

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