
- Die Künstlerin Andrea Nick - A.Nick
Andrea Nick aus Bad Sobernheim malt seit 1987, in verschiedenen Stilrichtungen und mit unterschiedlichen Materialien. Für Suite101 plaudert sie "aus dem Nähkästchen":
Wie sieht Ihre Kurzbiographie aus?
22.08.1963 in Bad Sobernheim geboren, Schulausbildung bis zur Mittleren Reife, 1. Ausbildung zur Fotolaborantin bis 1984, danach 2. Ausbildung zur Fotografin bis 1987. Bis 1992 Leitung des Fertigungsbetriebes einer Mikrofilmgesellschaft. Danach berufliche Veränderung. Einkauf und Import in einer Handelsgesellschaft bis 2007. Ab 2008 bis heute im Einkauf und Vertrieb einer Importgesellschaft tätig.
Wie kamen Sie zur Malerei?
Durch Spaß am Zeichnen und Malen seit frühester Jugend.
Wie viele Bilder haben Sie bislang geschaffen?
Ich habe sie nicht wirklich gezählt. Auf meiner Website habe ich 20 Werke eingestellt, das sind aber längst nicht alle. Einige habe ich schon verschenkt, andere stehen zu Hause in der Kammer und viele werden nie fertig....
Was ist das bevorzugte Bildformat (Bildgröße)?
Ich glaube, die meisten Werke sind ca. 50 x 70. Aber ich lege mich da nicht fest. Es kommt meistens auf die Idee an, die sich in meinem Kopf formt, welches Format dazu passt.
Welche Maltechik(-en) wenden Sie an?
Öl, Acryl, Ölkreide, Aquarell, Bleistiftzeichnungen, Kohle, Mischtechnik.
Welche Maluntergründe nutzen Sie?
Leinwände, Papier, Holz, Wände, Sicherungskasten.... alles worauf sich malen lässt.
Erstellen Sie zuvor eine Skizze vom geplanten Werk?
Ja, meistens.
Woher nehmen Sie Ihre Inspirationen?
visuelle Wahrnehmung - alles was ich sehe, gibt mir Input, dadurch entsteht eine Idee in meinem Kopf, die ich dann versuche malerisch umzusetzen. Ich fotografiere auch Motive und male sie dann später. Fotovorlagen aus Kalendern, Illustrierten, etc.
Haben Sie ein persönliches Vorbild in der Kunst?
Nein.
Wie würden Sie Ihren Kunststil (kunstgeschichtlich orientiert?) beschreiben?
Realismus und Surrealismus.
Welches ist für Sie Ihr bedeutendstes Werk, und warum?
„Straßenkinder“ - weil es das erste Werk war, das die Betrachter in Begeisterung versetzt hat, obwohl es gar nicht wirklich meinem Stil entspricht, wie ich finde.
Haben Ihre Werke Namen, welche z.B. ?
Ja, alle... „Thus quoth the raven“ / “Robert de Niro is waiting” / “Black Rain” / “dwarf’s end” / “Au revoir, Yves”…
Was bewegt Sie bei der Namensgebung?
Das Motiv, die Emotion. Ein Werk ist erst vollendet, wenn es seinen Namen hat.
Welche Meinung hat Ihre Familie zur Kunst?
Sie sind stolz auf mein Talent und würden mich darin unterstützen, meine Kunst zu veröffentlichen.
Wie steht sie zu Ihrer künstlerischen Betätigung?
Gelassen.
Haben Sie weitere Projekte für die Zukunft geplant?
Noch nicht. Ich denke über eine Ausstellung nach.
Was wäre Ihr größter Wunsch als Künstler(-in)?
Wenn eines oder mehrere meiner Werke einem breiten Publikum bekannt würden und das nicht erst nach meinem Ableben.... ;-)
Ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen!
Was passiert mit fertiggestellten Werken, ist Ihre Kunst zu kaufen?
Sie hängen zu Hause an den Wänden. Ja, ich würde sich auch verkaufen!
Welches Marketing betreiben sie, um sich und Ihre Werke bekannt zu machen?
Ich habe sie in zwei Internet-Galerien eingestellt.
Haben sie schon einmal ausgestellt?
Nein.
Haben Sie mit schon Galeristen zusammengearbeitet?
Nein.
Wurde schon einmal in der Presse über Sie berichtet?
Nein.
Sind Sie in einem Kunstverein?
Nein.
Warum nicht?
Ich habe meine Kunst nie als großartig angesehen und immer nur für mich gemalt. Die Malerei ist mein Ausgleich, meine Passion. Daher hatte ich bisher kein Bedürfnis mich einem Kunstverein anzuschließen.
Welches Werk möchten Sie uns nach dem Interview noch vorstellen, und was können Sie uns dazu sagen?
Suchen Sie sich eins aus! Mir sind alle gleich lieb! Und jedes hat seine eigene emotionale Geschichte.
Nehmen wir Robert de Niro is waiting... Ihre persönliche Meinung zu de Niro?
Einer meiner absoluten Lieblingsschauspieler, ein Charakterdarsteller, dem man seine Rollen abkauft. Filme, in denen er mir besonders gefällt und seine schauspielerische Leistung rüberkommt: „Zeit des Erwachens“ / „Der Pate“ / „Angel Heart“ / „Reine Nervensache“.
Was hat Sie zu diesem Bild inspiriert?
Da ich gerade in meiner „schwarzen Phase“ war, (was ja auch gut zu de Niro’s Image passt) hat mich dieses Motiv sofort angesprochen und ich hab es auf Leinwand gebannt. Die Vorlage zu diesem Bild war eine Werbeanzeige von American Express im „Stern“. De Niro hatte hierfür eine Werbekampagne gemacht. Neben de Niro wurden auch die Schauspielerin Ellen DeGeneres und Surferass Laird Hamilton für die Kampagne fotografiert. Für mich war aber nur Robert de Niro interessant.
Gibt es einen Bezug zum gleichnamigen Stück der Popgruppe Bananarama?
Nein, aber ich fand den Titel passend, da es sich hier um ein Filmset mit Dreharbeiten handelt, wo bekanntermaßen oft gewartet werden muss, bis die Szene im Kasten ist... und ganz nebenbei mag ich auch den Song von Bananarama!
De Niro sehen wir schräg von hinten – warum diese Position, Zufall oder Absicht?
Gemäß der Vorlage.
Was bedeutet das sich nach links entfernende Auto - ein Bezug zum Film Taxi-Driver?
Mit Sicherheit ja, wenn man weiß, wer diese Szene inszeniert hat: Martin Scorsese persönlich,
Meist findet man die Hauptperson in Bildmitte, hier nicht... warum?
Ich finde, gerade das macht die Szene spannend. De Niro läuft aus dem Bild, dadurch wirkt die Szene nicht gestellt, sondern wie ein Schnappschuss, was Bewegung und Dynamik erzeugt.
Eine Momentaufnahme!
Das Einbahnstraßenschild – schmückendes Element oder hat es einen tieferen Sinn?
Filmszenario und Kulisse wie in de Niro’s Mafiafilmen, da Martin Scorsese „himself“ seine Ideen und Visionen in die Kampagne eingebracht hat. Er führte Regie bei der Aufnahme für den Fernsehspot und Annie Leibovitz fotografierte am Filmset für die Anzeigenkampagne.
Zum Abschluß - Was sollten wir noch über Sie wissen?
Ich male fast nur, wenn ich gefühlsmäßig angespannt bin, daher entstehen meine Werke aus ganz unterschiedlichen Emotionen und jedes Bild erzählt seine eigene Geschichte, die mit mir verbunden ist. Dies hat zur Folge, dass ich mich deshalb nur sehr schlecht bis gar nicht von meinen Bildern trennen kann.
