Die Legenden der Albae – Gerechter Zorn

Auftakt zur Albae-Reihe des deutschen Fantasy-Autors Markus Heitz

Markus Heitz: Gerechter Zorn - Piper-Verlag
Markus Heitz: Gerechter Zorn - Piper-Verlag
Rezension von „Gerechter Zorn", dem ersten Band der „Legenden der Albae". Markus Heitz stellt die andersartigen, dunklen Geschöpfe in den Mittelpunkt des Fantasy-Romans.

Mit Dark-Fanatsy wird Fantasy bezeichnet, in der die Handlung aus der Sicht des Bösen geschildert wird. Markus Heitz hat sich mit seinem Dark-Fantasy-Roman „Gerechter Zorn“, dem ersten Band der „Legenden der Albae“, zum Ziel gesetzt, aufzuzeigen, dass die Dunkelelben gar nicht böse sind, sondern einfach nur anders. Doch auch Zwerge-Freunde kommen auf ihre Kosten, denn in „Gerechter Zorn“ erhält der Leser durch den anderen Blickwinkel neue Informationen zu den Geschehnissen in der Welt der Zwerge.

Die Helden in Gerechter Zorn" sind Sinthoras und Caphalor

Im Albae-Reich gärt es. Zwei Fraktionen, die Gestirne und die Kometen, wollen die Zukunft des Imperiums bestimmen. Sinthoras, Sprecher der Kometen, hat nur ein Ziel: Er möchte in die Legenden der Albae eingehen. Das will er durch einen großen Kriegszug erreichen, in dem alle Völker des Jenseitigen Landes unterworfen werden. Caphalor dagegen, ein Gestirn, glaubt, dass sich die Albae besser auf einen Angriff der erstarkten Barbaren vorbereiten sollten. Die Unauslöschlichen, das geschwisterliche Herrscherpaar, sinnen auf eine Möglichkeit, die beiden Störenfriede loszuwerden. Sinthoras und Caphalor werden ausgeschickt, einen Dämon als Verbündeten der Albae zu gewinnen. Mit seiner Hilfe wollen die machtsüchtigen Geschöpfe ins Geborgene Land einfallen und die verhassten Elben-Brüder vernichten.

Das Fantasy-Buch von Markus Heitz spricht auch Zwerge-Fans an

Wer einen wahren Blutrausch erwartet hat, wie ihm die Albae in den Zwerge-Romanen verfallen waren, wird von „Gerechter Zorn“ enttäuscht sein. Markus Heitz (geboren 1971) verschweigt das morbide Kunstverständnis der Dunkelelben mit Blutbildern und Gebeinhäusern zwar nicht, zeigt aber deutlich mehr Facetten der Albae. Ihre Arroganz verleitet sie immer wieder dazu, die Gegner zu unterschätzen. Sinthoras und Caphalor gefährden dadurch mehrfach ihre Mission. Aber auch die Gefühlswelt der dunklen Geschöpfe wird deutlich. Besonders ihr selbstgerechter Zorn, aber auch die Liebe, die sie an ihre Partner bindet, zeigt, dass sie keine eiskalten Killer sind. Die Andersartigkeit der Albae in Bezug auf Moralvorstellungen und den Wert eines Lebens erschwert allerdings die Identifikation mit den Helden des Buches, weshalb das Verhältnis des Lesers zu ihnen distanziert bleibt. Zudem sind einige Änderungen im Wesen von Sinthoras und Caphalor etwas plötzlich geraten. Herausgekommen ist insgesamt ein spannendes, einfach geschriebenes Buch, das sowohl Fans der Zwerge-Reihe als auch Fans der heitzschen Horror-Romane ansprechen dürfte. Eine Übersicht über die handelnden Personen, eine Karte des Jenseitigen Landes sowie eine von Dsôn Faïmon, dem Albae-Reich, erleichtern es, den Überblick über die Ereignisse im Buch zu behalten.

Die Fantasy-Reihe geht weiter

Leser von „Die Zwerge“ wissen zwar bereits, wie Caphalor und Sinthoras enden werden, doch am Schluss von „Gerechter Zorn“ ist dieses Ende noch nicht erreicht. Markus Heitz will ihnen und ihren Abenteuern bei der Eroberung des Geborgenen Landes noch einen weiteren Band widmen, dabei aber die Ereignisse im Jenseitigen Land nicht aus den Augen verlieren. Band 2 ist im August 2011 erschienen und trägt den Titel „Vernichtender Hass". Insgesamt sollen sich „Die Legenden der Albae“ über vier Bände erstrecken, verrät der Fantasy-Autor im Interview.

Markus Heitz: Gerechter Zorn. Die Legenden der Albae. Band 1. Piper-Verlag 2009. Broschiertes Taschenbuch, 592 Seiten. Euro 15,00 (Österreich 15,50).

Jörn Käsebier - Bei Suite101.de betreute Jörn Käsebier zweieinhalb Jahre die Ressorts Wirtschaft & Geld sowie Sport als Redakteur, solange es ...

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