Das Leipziger Opernhaus feiert 2010 sein 50-jähriges Bestehen

Das Leipziger Opernhaus - Tatjana Alisch
Das Leipziger Opernhaus - Tatjana Alisch
1960 wurde die Leipziger Oper wiedereröffnet. Der Bau am Schwanenteich steht in einer langen Tradition, die bis ins Jahr 1693 zurückgeht.

50 Jahre ist es mittlerweile her, dass Leipzig nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs endlich wieder ein Opernhaus bekommen hat. Das Haus am Schwanenteich begeht dieses Jubiläum mit einem Festtag, einem Jubiläumskonzert und der Premiere von Richard Wagners „Meistersingern von Nürnberg“.

Oper in Leipzig

Auch wenn das Leipziger Opernhaus im Oktober 2010 erst sein 50jähriges Bestehen feiert, ist die Operntradition in Leipzig doch wesentlich älter. Bereits 1693 gab es hier das erste Opernhaus, nach den Bühnen von Venedig und Hamburg das drittälteste bürgerliche Opernhaus Europas. Im Jahr 1700 übernahm Georg Philipp Telemann die Leitung des Hauses. Über 20 Opern komponierte er während seiner Direktionszeit, die alle hier ihre Uraufführung erlebten.

Das erste Theater befand sich auf einem Grundstück am Brühl, das zu einem ehemaligen Benediktinerkolleg gehörte. 1729 zog man dann in einen neuen Bau im Comödienhaus auf der Ranstädter Bastei um, wo ab 1744 regelmäßig auch Gastspiele italienischer Opernkompagnien stattfanden. Da das Leipziger Opernhaus zu dieser Zeit als Pachtbetrieb von unterschiedlichen privaten Unternehmern geführt wurde, besaß es kein eigenes Orchester, und so wurde 1766 der Grundstein für die Zusammenarbeit mit dem Leipziger Gewandhausorchester gelegt, die bis heute Bestand hat. Zu den bekanntesten Werken, die hier ihre Uraufführung bzw. ihre deutsche Erstaufführung erlebten, gehören Carl Maria von Webers „Oberon“, „Der Vampyr“ von Heinrich Marschner, Albert Lortzings „Zar und Zimmermann“ und „Genoveva“ von Robert Schumann.

1868 wurde dann von dem Architekten C.F. Langhans das Neue Theater am Augustusplatz erbaut, das als eines der führenden Opernhäuser Europas galt und gleichzeitig auch für Schauspielaufführungen genutzt wurde. In der Nacht vom 3. auf den 4. Dezember 1943 fiel das Haus einem Bombenangriff zum Opfer und wurde dabei so schwer beschädigt, dass es nicht weiter bespielt werden konnte.

Der Neubau am Schwanenteich.

Bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg begannen die Planungen für einen Wiederaufbau des Leipziger Opernhauses an seiner alten Stelle zwischen dem Augustusplatz und dem Schwanenteich. Allerdings sollte es dann noch 15 Jahre dauern, bis das neue Opernhaus eröffnet werden konnte, und so ging der Spielbetrieb zunächst behelfsmäßig in dem ehemaligen Varietétheater „Drei Linden“ als Ausweichquartier weiter.

Trotz mehrerer Wettbewerbe konnte allerdings kein Konzept gefunden werden, das die Verantwortlichen wirklich überzeugte, bis 1954 das Architektenteam Kunz Nierade und Kurt Hemmerling seinen Entwurf vorlegte, der eine gelungene Synthese der spätklassizistischen Elemente des Vorgängerbaus mit der schlichten Formgebung der Moderne des 20. Jahrhunderts bildete.

Knapp vier Jahre später konnte der erste Theaterneubau der DDR, der mit ursprünglich über 1600 Plätzen zugleich der größte und mit 44.6 Millionen DDR-Mark auch der teuerste des Landes bleiben sollte, der Öffentlichkeit übergeben werden.

Das Festprogramm der Leipziger Oper zum 50-jährigen Jubiläum

Den Auftakt zu den Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag des Leipziger Opernhauses bildet am 9. Oktober 2010 eine Neuinszenierung von Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg“, mit denen das Opernhaus auch vor 50 Jahren eröffnet wurde. Den Hans Sachs singt der Bariton Wolfgang Brendel, der weltweit als einer der besten Darsteller dieser Rolle gilt, des weiteren werden Stefan Vinke als Stolzing, Meagan Miller als Eva und Dietrich Henschel als Beckmesser zu erleben sein. Die musikalische Leitung hat Axel Kober, Regie führt Jochen Biganzoli. Weitere Termine sind am 21.10., 6.11. und 11.12.2010 sowie am 23.1., 26.3. und 9.4.2011.

Am Sonntag, den 10. Oktober 2010, findet dann ab 14 Uhr 30 im Opernhaus ein Festtag bei freiem Eintritt statt. Zahlreiche Aktionen für Jung und Alt – u.a. ein „Operncafé Spezial“ mit Interviews von Zeitzeugen, musikalische Aktionen von Chor, Kinderchor und Orchester, Kinderschminken – sollen den Besuchern einen Blick hinter die Kulissen gewähren und sie zum Wiederkommen bewegen. Den Abschluss bildet ein Überraschungskonzert (Eintritt 8 Euro/Beginn ca. 19 Uhr).

Ein weiteres Jubiläumskonzert gibt es am 7. November 2010 um 11 Uhr, in dem neben Opernausschnitten auch die 5. Symphonie von Ludwig van Beethoven zu hören sein wird, die ebenfalls einen der Programmpunkte bei den Eröffnungsfeierlichkeiten 1960 bildete.

Dokumentiert sind die ersten 50 Jahre des Opernhauses in dem Buch „Oper Leipzig. Schlaglichter auf fünf Jahrzehnte Musiktheater in Leipzig", das anlässlich des Jubiläums im Verlag Theater der Zeit erschienen ist und am Festtag am 10.10.2010 der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Tatjana Alisch - Bereits während meines Studiums in den Bereichen Musik, Geschichte und Sprachen erhielt ich die Gelegenheit, für einen ...

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