Die Lesungen in den katholischen Gottesdiensten im Advent 2011

Die Bibel mit der Frohen Botschaft - pixelio.de - Barbara Großmann
Die Bibel mit der Frohen Botschaft - pixelio.de - Barbara Großmann
Erste Lesung, zweite Lesung und Evangelium sind in den Gottesdiensten der Katholischen Kirche in der Adventszeit von besonderer Bedeutung.

Mit den Gottesdiensten am Ersten Advent, am Wochenende des 26. und 27. Novembers 2011, beginnt in der Katholischen und Evangelischen Kirche das neue Kirchenjahr. Advent, vom Lateinischen "adventus", bedeutet Ankunft. Die Gläubigen erwarten in der Adventszeit die Ankunft des Herrn, die Geburt Jesu am Weihnachtsfest. Die Gottesdienste im Advent sind besonders geprägt von den Lesungen aus der Heiligen Schrift, der Bibel. In der Katholischen Kirche beginnt das Lesejahr B.

Die Lesungen des Ersten Advents

Die erste Lesung aus dem Buch Jesaja beschreibt die Situation der Israeliten in Jerusalem nach der Heimkehr aus dem babylonischen Exil. Es war eine schwierige, fast aussichtslose Zeit. Die Menschen riefen zu Gott: "Warum lässt du uns, Herr, von deinen Wegen abirren und machst unser Herz hart? … Reiß doch den Himmel auf und komm herab". Sie gestanden ihre Schuld ein, da sie sich von Gott abgewandt hatten. Aber nun wollten sie sich wieder zu ihm bekennen, zum Herrn, zum Vater. In der zweiten Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther spricht Paulus von der Gnade Gottes, die den Menschen durch Christus Jesus geschenkt worden sei und von der Treue Gottes zu den Menschen.

Im Evangelium des ersten Advents geht es um die Wiederkunft des Herrn. Dieses Ereignis sei nicht berechenbar, keiner kenne das Datum. Es gebe nur Anzeichen dafür: Die Sonne wird sich verfinstern, der Mond nicht mehr scheinen, die Sterne vom Himmel fallen. "Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen". Bis dahin aber, sagt der Evangelist, sei die Zeit des Wachens. Die Menschen sollten verantwortlich leben und nach dem Herren Ausschau halten, damit keiner von der Wiederkunft Gottes in der Welt überrascht werde. Das Evangelium endet mit der eingehenden Aufforderung an die Zuhörer: "Seid wachsam!"

Die Lesungen des Zweiten Advents

Die erste Lesung des Zweiten Advents ist erneut dem Buch Jesaja entnommen. Sie beschreibt den Auftrag des Propheten, dem Volk im babylonischen Exil wieder Hoffnung zu geben. Gott will sein Volk aus der Fremde nach Israel zurückführen. Dazu forderte Jesaja die Israeliten auf: "Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste!" Dann, so der Prophet, werde sich Gott in seiner Herrlichkeit zeigen. Er werde als Hirte seine Herde zur Weide führen und sie mit starker Hand sammeln. Gott ist treu, sein Wort gilt. Im zweiten Brief des Apostels Petrus beschreibt der Verfasser in seiner Art die Wiederkunft des Herrn. "Der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb". Er verspricht einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt. Bis dahin sollten die Menschen ohne Makel und Fehler leben und Gott erwarten. Die Frohe Botschaft dieses Sonntags ist gleichzeitig der Beginn des Evangeliums nach Markus. Sie berichtet von Johannes, dem Täufer, der Vorbote und Wegbereiter für Jesus war. Er trat in der Wüste auf und forderte zur Umkehr auf. Johannes rief den Menschen zu, dem Herrn den Weg zu bereiten und taufte sie im Jordan. Er kündigte Jesus an, als einer der kommen werde, der stärker sei als er und nicht nur mit Wasser, sondern mit dem Heiligen Geist taufen werde.

Die Lesungen des Dritten Advents

Der Prophet Jesaja bringt in der ersten Lesung seine Freude über den Herrn zum Ausdruck. Jesus Christus, der Gesalbte, der gesandt ist, den Armen die Frohe Botschaft zu verkünden, den Gefangenen Entlassung und den Gefesselten Befreiung. Jesaja lobt Gott, der Gerechtigkeit und Ruhm vor allen Völkern hervorbringt. Im ersten Brief des Apostels Paulus an die Thessalónicher unterweist der Verfasser seine Zuhörer und Leser, wie sie sich bis zur Kommen des Herrn verhalten sollten. Sie sollten sich zum Beispiel freuen zu jeder Zeit, beten ohne Unterlass, den Geist nicht auslöschen, das Böse meiden. Jesaija verweist auf die Treue Gottes zu den Menschen.

Auch im Evangelium des Dritten Advents geht es um Johannes, den Täufer, "der von Gott gesandt war". Johannes war Zeuge für das Licht, er war aber nicht selbst das Licht. Die Menschen verstanden ihn offenbar nicht sofort und fragten ihn, wer er sei. Johannes bezeichnete sich als die Stimme, die in der Wüste ruft: "Ebnet den Weg für den Herrn!" Er kündigte Jesus an, der bereits mitten unter den Menschen stehe, jedoch noch nicht erkannt sei, und nach ihm komme. Er, Johannes, sei es nicht wert, ihm die Schuhriemen zu lösen.

Die Lesungen des Vierten Advent

Die erste Lesung am Vierten Adventssonntag ist dem Buch Samuel entnommen. Sie berichtet von König David und dem Propheten Natan. David machte sich darüber Gedanken, dass er in einem Palast aus Zedernholz wohnt, die Bundeslade, das Zeichen der Gegenwart Gottes, aber in einem einfachen Zelt. David wollte daher einen Tempel für die Bundeslade bauen. Gott aber wendete sich über den Propheten Natan an David. Gott braucht kein Haus aus Stein; er ist überall für alle Menschen da. Im Gegenteil: Gott baute für David ein "Haus", er verhieß seiner Familie Bestand bis die Jungfrau Maria Jesus als Nachfolger Davids geboren haben wird. In der zweiten Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer spricht der Verfasser ein Gebet. Darin geht es um das Geheimnis, das seit ewigen Zeiten unausgesprochen war und jetzt offenbar wurde: "Ihm, dem einen, weisen Gott, sei Ehre durch Jesus Christus in alle Ewigkeit". Das Evangelium des Vierten Adventssonntags berichtet von der Verkündigung der Geburt Jesu an Maria durch den Engel. Maria erschrak über die Worte des Engels und konnte sich nicht vorstellen, wie alles geschehen sollte. Sie glaubte aber dem Engel und sagte: "Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast".

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Quelle:

Schott-Messbuch für die Sonn- und Festtage des Lesejahres B

Verlag Herder, Freiburg, ISBN 3-451-19800-2 (Paperback)

Bildnachweis: pixelio.de - Barbara Großmann

Martin Leister, Martin Leister

Martin Leister - Ich gehöre zum Jahrgang 1955 und wohne im Rheingau. Von Beruf bin ich Dipl.-Finanzwirt und damit Beamter des Landes Hessen beim ...

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