Die letzten Kinder von Schewenborn von Gudrun Pausewang

Dieses Buch ist überaus aufwühlend, weil es ungeschönt die Zustände nach einem Atombombenkrieg schildert, der voraussichtlich über ganz Europa gewütet hat.

Gudrun Pausewang befasst sich oft mit Themen, die als Tabuthemen gelten. Dazu gehört auch ihr Werk „Die letzten Kinder von Schewenborn“, in dem sie sich wieder einmal mit dem Thema radioaktive Verstrahlung und die Gefahr, die von Atombomben und Kernkraftwerken ausgeht, befasst. Man kennt dieses Thema bereits aus ihrem, mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnetem Werk „Die Wolke“, wo sie über die Zustände in Deutschland, nach einem Unfall in einem Atomkraftwerk anhand eines Mädchens berichtet.

Den Schrecken in Worte fassen

Dieses Buch ist allerdings noch etwas drastischer, denn es beschreibt schonungslos den Alltag einer fünfköpfigen Familie, die nach den Atombombeneinschlägen ums nackte Überleben kämpfen muss. Es ist natürlich voraussehbar, dass nicht alle Familienmitglieder die Katastrophe überleben und dieses Elend und die Not schildert Pausewang eindrücklich. Man erlebt die Höhen und Tiefen hautnah beim Lesen mit, wenn die Familie Essen auftreiben muss oder das große Sterben aufgrund der Strahlenkrankheit oder diversen Seuchen beginnt. Dieses Buch lässt einem richtig mitfühlen, nimmt den Leser mit auf eine Reise, bei der man weiß, dass es kein Happy-End geben kann und das es einem trotzdem fast unmöglich es wieder aus der Hand zu legen.

Das Städtchen Schewenborn stellt sich vor

Der Schauplatz der Handlung ist natürlich, wie man bereits dem Titel entnehmen kann, das kleine, fiktive Städtchen Schewenborn, dass ganz in der Nähe von Fulda liegt, in das eine der besagten Atombomben einschlägt. Es wird mehr oder weniger das Schicksal des gesamten Städtchens Schewenborn, mit seinen verbleibenden Einwohnern, geschildert. Wie gesagt, ist Schewenborn in Deutschland kein realer Ort, Gudrun Pausewang sagt aber selbst darüber, dass sie damit ihren Wohnort Schlitz beschrieben hat, also ist Schewenborn nicht ganz frei erfunden, er hat sozusagen ein Vorbild.

Der sieben Tage Countdown zur Zerstörung der Welt

Ein weiterer Punkt, der auch sehr gut zu dem Thema des Buches passt, ist das am Anfang des Werkes zitierte Gedicht von Jörg Zink über den Untergang der Erde durch das Eingreifen und das Ereifern des Menschen. Es ist geschrieben, wie die Entstehung der Welt durch Gott in sieben Tagen aus der Bibel, nur das es ein Countdown zur Zerstörung der Welt und mit ihr des Menschen ist.

Roland Bennewitz

Der Erzähler der Geschichte heißt Roland Bennewitz und ist zum Zeitpunkt des Einschlags der Atombmbe 12 Jahre alt. Er ist einer der Wenigen, die die ganze Tragödie überleben. Durch die Atombombenangriffe wird jedoch seine ganze Zukunft zerstört und er und die anderen noch verbleibenden Kinder heißen und sind nicht umsonst die letzten Kinder von Schewenborn.

Gudrun Pausewang, Die letzten Kinder von Schewenborn, Ravensburger Buchverlag 1997, ISBN-13 978-3-473-58007-1, € [D) 5,95

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