Die Lößnitzgrundbahn von Radebeul-Ost nach Radeburg, im Volksmund als Lößnitzdackel oder Grundwurm bezeichnet, ist eine Schmalspurbahn mit der Spurweite von 750 Millimeter. Seit 1974 gibt es auf der Strecke einen Traditionsverkehr mit historischen Lokomotiven und Wagen aus der Frühzeit der sächsischen Schmalspurbahnen. Heute wird die Strecke von der der SDG Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft betrieben. Diese betreibt auch die Weißeritztalbahn und die Fichtelbergbahn.

Täglich verkehren mit Dampfloks bespannte Züge fahrplanmäßig zwischen Radebeul-Ost und Radeburg. Der Verein „Traditionsbahn Radebeul e. V.“ schickt im Laufe des Jahres mehrfach Sonderzüge aus historischen Personenwagen des 19. Jahrhunderts sowie Dampfloks aus der Gründerzeit der Eisenbahn über die Lößnitzgrundbahn. 2011 wurden über 240.000 Passagiere auf der Strecke gezählt.

Die Strecke der Lößnitzgrundbahn

Der Bahnhof Radebeul Ost ist der Ausgangspunkt der Lößnitzgrundbahn. Hier ist das Dampflokbetriebswerk. Im ehemaligen Güterboden ist das Schmalspurbahnmuseum Radebeul untergebracht. Mit einer Rechtskurve verlässt die Strecke den Bahnhof Radebeul Ost und führt zunächst am Straßenrand durch Radebeul. Nach gut einem Kilometer kreuzt die Trasse niveaugleich die Gleise der Dresdner Straßenbahnlinie 4 und erreicht den Haltepunkt Weißes Roß bei dem 1789 errichteten Gasthof gleichen Namens.

Kurz darauf erreicht die Bahn unterhalb der Radebeuler Weinberge den Lößnitzgrund. Stetig ansteigend führt die Strecke am Lößnitzbach aufwärts und passiert die Haltepunkte Lößnitzgrund und Friedewald. Am Ausgang des Lößnitzgrundes wird der Bahnhof Friedewald-Bad in Dippelsdorf erreicht. Kurz nach dem Bahnhof geht es auf einem Damm über den Dippelsdorfer Teich. Hier ist der höchsten Punkt der Strecke erreicht. Weiter geht es durch eine anmutige Landschaft mit Wiesen, Wäldern und vielen Wasserflächen.

Der Bahnhof Moritzburg ist die wichtigste Zwischenstation der Lößnitzgrundbahn. Nur hier sind planmäßige Zugkreuzungen möglich. Der Ausflugsverkehr zum nahen Schloss Moritzburg sorgt hier für lebhaften Betrieb. Viele Züge haben hier Endstation. Das Empfangsgebäude von 1883 beherbergt heute die örtliche Betriebsleitung.

Über die Haltepunkte Cunnertswalde, Bärnsdorf, Berbisdorf und Berbisdorf Anbau führt die Strecke schließlich im Promnitztal nach Radeburg. Hier endet die Trasse der Lößnitzgrundbahn. Kurz vor der Einfahrt in die Zillestadt steht links das Glaswerk. Über ein zwei Kilometer langes Anschlussgleis waren auch die Schamottewerke bei Radeburg bis 1990 an die Strecke angeschlossen. Der Lokomotivschuppen in Radeburg dient heute der Unterstellung von Fahrzeugen des Traditionsbahn Radebeul e.V.

Die Fahrzeuge der Lößnitzgrundbahn

Seit 1969 tragen so genannten „Neubaulokomotiven“ der Baureihe 99.77–79, die vom stillgelegten Thumer Netz nach Radebeul kamen, neben den Altbaulokomotiven der Baureihe 99.73-76 die Hauptlast der Zugförderung auf der Lößnitzgrundbahn. Bei der Lößnitzgrundbahn sind derzeit folgende Lokomotiven stationiert:

  • 99 564 sächsische IV K von Hartmann Chemnitz 1909 gebaut, nicht einsatzfähig
  • 99 713 sächsische VI K von SMF Chemnitz 1927 gebaut, nicht einsatzfähig
  • 99 747 BR 99.73-76 Altbau von Schwartzkopff Berlin 1929 gebaut, als Dauerleihgabe im BW Nossen
  • 99 761 BR 99.73-76 Altbau von Schwartzkopff Berlin 1933 gebaut, z. Z. Lokwerkstatt Oberwiesenthal
  • 99 775 BR 99.77-79 Neubau von LKM Babelsberg 1953 gebaut,
  • 99 777 BR 99.77-79 Neubau von LKM Babelsberg 1953 gebaut,
  • 99 778 BR 99.77-79 Neubau von LKM Babelsberg 1953 gebaut, als Dauerleihgabe im Bw Nossen
  • 99 779 BR 99.77-79 Neubau von LKM Babelsberg 1953 gebaut, nicht einsatzfähig
  • 99 789 BR 99.77-79 Neubau von LKM Babelsberg 1957 gebaut, z. Z. Lokwerkstatt Oberwiesenthal
  • L 45 H 358 Diesellokomotive von „23. August" Bukarest 1969 gebaut
Eine Reihe von Personenwagen, Packwagen und Aussichtswagen sind zur Bildung auch recht langer Züge vorhanden. Außerdem gehört ein 1988 vom Raw Meiningen gebauter Schneepflug zum Bestand.

Zur Geschichte der Lößnitzgrundbahn

Der Betrag „Die Geschichte der Lößnitzgrundbahn“ stellt die Historie der Strecke vor.

Literatur

  • Wolfram Wagner, Peter Wunderwald: Das große Buch der Lößnitzgrundbahn Radebeul Ost – Radeburg, Wilsdruffer Bahnbücher Nossen 2008

Quellen

  1. SDG Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft
  2. Traditionsbahn Radebeul
  3. Stadt Radebeul
  4. Touristeninformation Moritzburg