Die lustigsten Sprüche und ihre Klopfer seit knapp 300 Jahren

Ich lach' mich schlapp. - Klaus Steves / pixelio.de
Ich lach' mich schlapp. - Klaus Steves / pixelio.de
Sachen zum Lachen gibt es, seit es Menschen gibt. Schon im 18. Jahrhundert mokierten sich die Gelehrten über Mann und Frau. Das ist bis heute so geblieben.

Dieter Bohlen ist immer für einen guten Spruch zu haben. Es ist nicht überliefert, ob er weiß, dass sich bereits im 18. Jahrhundert Menschen, zumeist Gelehrte, über die Beziehung zwischen Mann und Frau lustig machten. Es ist also nicht der unvergessene Heinz Erhardt, der den Humor erfunden hat, auch wenn er in Deutschland den meisten Comedians von heute als Vorlage dient. Für alle, die sich von Berufs wegen mit Humor beschäftigen, lohnt sich ein Blick in die vergangenen Jahrhunderte: Damals wurde genauso viel gelacht und Blödsinn gemacht wie heute. Und das erstaunlicherweise über ganz ähnliche, wenn nicht die gleichen Themen wie heute.

Die lustigsten Sprüche aus dem Munde von Dieter Bohlen

Es folgt eine kleine Auswahl der lustigsten Sprüche und ihrer Klopfer seit knapp 300 Jahren – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Dieter Bohlen macht den Anfang mit Bemerkungen über Kandidaten in der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" (von 2004 bis heute), beim ARD-Montagabend-Talk mit "Beckmann" und beim Talk mit "Johannes B. Kerner", als der noch beim ZDF war:

"Also wenn du bei mir im Keller singen würdest, würden die Kartoffeln freiwillig geschält nach oben kommen."

"In so einem Outfit geht meine Freundlin Unkraut jäten."

"Von zehn Tönen triffst du elf nicht."

"Die einzige Frau, auf die ich höre, ist die aus dem Navigationssystem in meinem Auto."

"Da würde ich lieber einen Pudding an die Wand nageln, als mit dir was aufzunehmen."

"Du hast eben so 'ne Allerwelts-Klein-Puschi-Stimme.

"Also der Werbevertrag für Clerasil ist dir jedenfalls sicher."

"Wenn ich meinem Hund 'ne Currywurst in den Hintern schiebe, dann macht der auch solche Geräusche."

"Du hast schwach angefangen und stark nachgelassen."

"In deiner Chromosomenkette kommen die Chromosomen für Musik einfach nicht vor."

"Das sind diese Teflon-Stimmen: Da bleibt nichts hängen."

"Es klingt so, als hätte man irgendwo bei euch in der Familie einen Seehund eingekreuzt."

"... und bewegen tust du dich wie ein angeschossenes Wildschwein."

"Wenn das meine Zahnpasta hört, will die zurück in die Tube."

Die lustigsten Sprüche aus der Welt des Fußballs

Eine wahre Goldgrube für flotte Sprüche sind auch immer die Statements der Spieler und Trainer am Rande von Fußballspielen. Nachstehend ein paar gesammelte Werke von den Fußball-Weltmeisterschaften 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika sowie von der Fußball-EM 2008. Es kommen auch Künstler und Moderatoren zu Wort:

"Ein Spiel dauert 90 Minuten und am Ende gewinnen immer die Deutschen." – Gary Lineker, ehemaliger englischer Nationalspieler.

"Ich habe Michael Ballack gesagt, dass wir wohl noch etwas warten müssen, bis wir ganz doll feiern können." – Angela Merkel, Bundeskanzlerin und bekennender Fan der Deutschen Nationalmanschaft

"Ich muss so langsam sprechen wie die spielen." – Günter Netzer, deutscher Ex-Nationalspieler und langjähriger ARD-Fußballexperte beim Kommentieren des Spiels Griechenland gegen Schweden.

"Eigentlich bin ich nur wegen der kostenlosen Karte hier." – Enrique Iglesias, spanischer Schmusesänger und Sohn von Julio.

"Gegen die Türkei darfst du erst aufhören zu spielen, wenn deren Spieler im Bus sitzen." – Reiner Calmund, Ex-Fußball-Funktionär (Bayer 04 Leverkusen, Fortuna Düsseldorf, Dynamo Dresden).

"Ich begrüße sehr, dass die Freundinnen im Hotel sind und ich früher ins Bett gehen kann." – Philipp Lahm, deutscher Nationalspieler.

"Natürlich verrate ich keine Taktik oder Aufstellung, aber ich könnte es auch gar nicht. Ich trainiere immer so, dass ich selbst nicht weiß, wer spielt." - Otto Rehhagel, Trainer der griechischen Nationalmannnschaft.

"Die Russen laufen schneller rückwärts als meine Spieler vorwärts." – Berti Vogts, Trainer der Nationalmannschaft von Aserbaidschan.

"Fußball ist nicht nur Rennen, da ist ja auch ein Ball dabei." – Michael Ballack, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft.

"Ich stelle immer fest, dass die Spieler früher im Bett sind, wenn die Frauen im Hotel sind." – Oliver Bierhoff, Team-Manager der deutschen Nationalmannschaft.

"Jeder kennt den Film 'Der dritte Mann'. Ich habe Bekanntschaft mit dem 'Vierten Mann' gemacht." – Joachim Löw, Bundestrainer, nach seinem Platzverweis bei der EM 2008.

"Wir können ja froh sein, wenn wir als Trainer eines Tages noch das Stadion betreten dürfen." – Otto Rehagel zum Platzverweis von Jogi Löw.

"Mir ist das erst aufgefallen, als Hansi Flick in der Kabine stand und die Ansprache gehalten hat." – Jens Lehmann, National-Torwart, bemerkte den Platzverweis seines Trainers Jogi Löw zunächst gar nicht.

"Da stehen 400 Leute in grauen Anzügen – und keiner weiß, was los ist." – Alfred Ludwig, österreichischer Generalsekretär, über die UEFA-Offiziellen.

"Wenn du über links kommst, musst du mit links einen Bananenball spielen können. Aber manche Spieler haben den linken Fuß nur zum Geld abholen." – Otto Rehagel, nie um eine Antwort verlegen.

"Das scheint ja inzwischen Österreichs berühmteste Stadt zu sein." – Franz Beckenbauer über Cordoba.

"Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft." – Jean-Paul Sartre (1905–1980), der seine Erkenntnis allerdings zu einer Zeit gewann, als von den aktiven Nationalspielern noch keiner geboren war.

Die lustigsten Heinz-Erhardt-Sprüche

Zeitlos komisch sind die Sprüche des deutschen Humoristen Heinz Erhardt (1909–1979), der bis heute Generationen von nachwachsenden Komikern, Comedians und Kabarettisten als Vorbild gilt. Seine Wortakrobatik ist unübertroffen:

"Bei nassen Straßen müssen Sie 16 geben – also doppelt Acht!"

"Ich hatte die Stirn, sie zu runzeln."

"Das Schlimme an Rednern ist, dass sie oft nicht sagen, wovon sie sprechen."

"Falten sind die Haltestellen der Gesichtszüge."

"Das Schönste am Sonntag ist der Freitagabend."

"Manche Leute wollen immer glänzen, obwohl sie keinen blassen Schimmer haben."

Die lustigsten Sprüche der letzten Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte

Und hier sind noch mehr lustige Sprüche der letzten knapp 300 Jahre in alphabetischer Reihenfolge derer, die sie geklopft haben, was teilweise verdammt lang her ist, aber immer noch urkomisch:

"Flirt ist die Kunst, mit einem blauen Auge davonzukommen, wenn man mit zwei blauen Augen zusammen gewesen ist." – Wolf Albach-Retty (1906–1967), österreichischer Schauspieler und Vater von Romy Schneider.

"Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie." – Otto von Bismarck (1815–1898), Gründer und erster Kanzler des Deutschen Reichs.

"Ehe man den Kopf schüttelt, vergewissere man sich, ob man einen hat." – Truman Capote (1924–1984), amerikanischer Schriftsteller.

"Mädchen von heute ziehen Hosen an, um wie Jungs auszusehen, und durchsichtige Blusen, um zu beweisen, dass sie keine sind." – Heinz Drache (1923–2002), deutscher Schauspieler und Tatort-Kommissar.

"Wozu Socken? Sie schaffen nur Löcher!" – Albert Einstein (1879–1955), deutscher Physiker und Nobelpreisträger.

"Ein Fußgänger ist ein glücklicher Autofahrer, der einen Parkplatz gefunden hat." – Joachim Fuchsberger, deutscher Schauspieler, Texter und Fernseh-Moderator.

"Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart." – Curt Götz (1888–1960), deutscher Schriftsteller und Schauspieler.

"Die Wartezeit, die man bei Ärzten verbringt, würde in den meisten Fällen ausreichen, um selbst Medizin zu studieren." – Dieter Hallervorden, deutscher Schauspieler und Komiker.

"Eine scharfe Zunge ist das einzige Schneidwerkzeug, das bei andauerndem Gebrauch schärfer wird." – Washington Irving (1783–1859), amerikanischer Schriftsteller.

"Die Zweitehe ist der Triumph der Hoffnung über die Erfahrung." – Samuel Johnson (1709–1784), englischer Gelehrter, Schriftsteller und Kritiker.

"Flirtende Männer am Strand sind keine Gefahr, denn sie schaffen es nicht lange, den Bauch einzuziehen." – Heidi Kabel (1914–2010), deutsche Volksschauspielerin, Hamburger Deern.

"Es gibt Politiker, die haben Angst, ihr Gesicht zu verlieren. Dabei könnte ihnen gar nichts besseres passieren." – Robert Lembke (1913–1989), deutscher Journalist und ARD-Quizmaster von "Was bin ich".

"Die Menschen verlieren zuerst ihre Illusionen, dann ihre Zähne und ganz zuletzt ihre Laster." – Hans Moser (1880–1964), österreichischer Volksschauspieler.

"Das war eine gut organisierte WM mit grausamem Getöse, mit schlechten Schiedsrichtern und durchschnittlichem Fußball. Alles wird überschattet durch die überragende deutsche Mannschaft." -Günter Netzer, deutsche Fußballer-Legende bei seinem Abschied als ARD-Sportkommentator nach der WM 2010.

"Dem Geld darf man nicht nachlaufen, man muss ihm entgegengehen." – Aristoteles Onassis (1906–1975), griechischer Reeder.

"Manche Maler machen aus der Sonne einen gelben Punkt. Andere machen aus einem gelben Punkt eine Sonne." – Pablo Picasso (1881–1973), spanischer Maler, Grafiker und Bildhauer.

"Auch mit sechzig kann man noch vierzig sein – aber nur noch eine halbe Stunde am Tag." – Anthony Quinn (1915–2001), amerikanischer Schauspieler.

"Was soll das denn heißen? Ernst-Kuzorra-seine-Frau-ihr-Stadion?" – Johannes Rau (1931–2006), deutscher Politiker und Bundespräsident.

"Selbst dann, wenn man eine rosarote Brille aufsetzt, werden Eisbären nicht zu Himbeeren." – Franz Josef Strauß (1915–1988), deutscher Politiker.

"Der Mensch ist ein Lebewesen, das klopft, schlechte Musik macht und seinen Hund bellen lässt. Manchmal gibt er auch Ruhe, aber dann ist er tot." – Kurt Tucholsky (1890–1935), deutscher Schriftsteller.

"Der Sinn des Lebens ist etwas, das keiner genau weiß. Jedenfalls hat es wenig Sinn, der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein." – Peter Ustinov (1921–2004), englischer Schrifsteller und Schauspieler, Kosmopolit.

"Zu fünfzig Prozent haben wir es geschafft, aber die halbe Miete ist das noch nicht." – Rudi Völler, deutscher Fußballer und Bundestrainer von 2000 bis 2004.

"Ein Ehemann ist ein Rohstoff, kein Fertigprodukt." – Grete Weiser (1903–1970), deutsche Schauspielerin.

"Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft." – Emil Zatopek, (1922–2000), legendärer tschechischer Langstreckenläufer.

Bildnachweis: Klaus Steves / pixelio.de

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