Die magische Welt der Bücher

Ein gutes Buch erschließt Welten - Atman / Dreamstime.com
Ein gutes Buch erschließt Welten - Atman / Dreamstime.com
Es heißt "Lesen macht reich". Was macht die Magie der Bücher aus, und wie ist das "reich machen" zu verstehen?

"Ein gutes Buch gehört zum Besten, das unsere Welt zu bieten hat." Diesen Satz hört man immer wieder unter Viellesern. So ist es nicht verwunderlich, dass Bücher für sie zu den größten Errungenschaften der Menschheit gehören. Aber nicht nur für sie. Bücher überliefern und verbreiten Wissen über Generationen und Grenzen hinweg. In Worten Festgehaltenes gibt uns eine Ahnung davon, wie Menschen einst lebten, was ihnen wichtig war im Leben, worin sie Orientierung fanden. All das stellt Wissen dar, aus dem neues Wissen für die Gegenwart gewonnen werden kann.

Bücher haben Macht, sind nicht zu unterschätzende Waffen. Welche Macht Bücher haben, zeigen Bücherverbote und -verbrennungen. Etwa wenn autoritäre Regime demokratisches Gedankengut fürchten. Die Macht der geschriebenen Gedanken ist so aber nicht zu brechen, wie die Geschichte zeigt. Und das ist gut so. Wer sich von Büchern gefangen nehmen lässt, dem erschließen sich Welten in der Welt, fremde Kulturen, Erstaunliches. Die Zeit nimmt während des Lesens eine andere Dimension an, denn sie vergeht sprichwörtlich wie im Flug. Ein Zeichen dafür, und gleichzeitig eine Erklärung, was ein gutes Buch ausmacht.

Bücher sind gut für das Gemüt und den Geist

"So manches gute Buch hat schon vor einem Suizid bewahrt.“ Dieser Satz stand einmal unübersehbar im Eingangsbereich einer Stadtbücherei. Es stimmt: Ein gutes Buch kann von trübsinnigen Gedanken ablenken oder sie gänzlich verschwinden lassen. Es kann sogar eine heilende Wirkung haben. Bei Kindern verbessert Lesen nicht nur die Leseleistung an sich, man hat herausgefunden, dass Kinder die regelmäßig Bücher lesen, aufnahmefähiger und kreativer sind als Lesemuffel. Von eifrigen Romanlesern wird gesagt, dass sie besonders einfühlsam sind. Einer kanadischen Studie zufolge waren Belletristikfans gegenüber Lesern von Sachbüchern weit mehr in der Lage, allein am Ausdruck der Augenpartie einer Person deren Stimmung abzulesen. Menschen jenseits der Siebzig, die noch regelmäßig zum Buch greifen, senken das Risiko, dement zu werden.

So hat Lesen in jeder Altersstufe seine spezifischen und positiven Auswirkungen. Eigentlich ist das keine wirkliche Neuigkeit. Und was das angesprochene "reich machen“ angeht, so ist es so zu verstehen, als dem Leser bei der Ausgestaltung des Gelesenen keinerlei Grenzen gesetzt sind. Er ist Erbauer und Gestalter einer Welt, die auf ihn zugeschnitten ist. Und er erwirbt durch Lesen Wissen, was ihm an Geist reich macht. Das ist dann auch gemeint mit "reich machen".

Zahlen aus der Welt der Bücher

Würden Bücher nicht diese unglaubliche Magie haben, gäbe es nicht die beeindruckenden Zahlen aus der Welt des Buches:

  • 1983 wurde in London das "Evangeliar Heinrichs des Löwen“ für die unglaubliche Summe von 16 Millionen Euro versteigert. Das Evangeliar ist um das Jahr 1188 entstanden und enthält die vier Evangelien in Handschrift und 50 ganzseitige Miniaturen.
  • Mit 7.500 Ausstellern aus etwa 110 Ländern ist die Frankfurter Buchmesse die größte Messe ihrer Art.
  • Das am häufigsten übersetzte Buch ist die Bibel. Das Gesamtwerk ist in 469 Sprachen erhältlich, Teilausgaben in 2.527 Sprachen.
  • Mit mehr als 33 Millionen gedruckten Werken ist die Library of Congress in Washington die größte Bibliothek der Welt.
  • Über 60 Prozent der globalen Bücherproduktion kommt aus Europa.
  • Zu den beliebtesten Kriminalromanen aller Zeiten gehören die Geschichten um Sherlock Holmes. Seit 124 Jahren sind sie auf dem Markt. Noch heute werden jährlich fünf Millionen Bände allein in Europa und den USA gedruckt.

Quellennachweis:

Annelore Poljasevic, Annelore Poljasevic

Annelore Poljasevic - Ich bin 1952 im mittelalterlichen Rothenburg ob der Tauber geboren und habe (weil es sich so ergeben hat) den nüchternen Beruf der ...

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