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Eine der Techniken, gezielt aufmerksam dem innersten Selbst zu lauschen, Kreativität zu fördern und die eigenen Fähigkeiten zu aktivieren, sind die sogenannten Morgenseiten, nach Julia Cameron. Die Anwendung ist leicht zu erfassen und verspricht langfristig eine deutliche Wirkung. Hauptaugenmerk liegt auf der freien Entfaltung des eigenen Lebens durch Aufmerksamkeit, Vertrauen und Bereitschaft.
Was sind Morgenseiten?
Kurz formuliert geht es darum, täglich drei Seiten mit allen Gedanken zu füllen, die einem in den Kopf kommen. Darum, aufzuschreiben, was immer Ihnen in den Sinn kommt. Ohne Abkürzungen und absolut unzensiert. Das heißt, es gibt nichts, dass zu unwichtig, zu kindisch, oder zu ernsthaft ist, um aufgeschrieben zu werden. Sie müssen keine Kunst erschaffen und es gibt kein Falsch. Julia Cameron nennt die Hauptfunktion der Morgenseiten deshalb „Gehirnentleerung“, oder aber auch „Spaziergang mit dem Selbst, dem inneren Kind“, welches nun von Ihnen an die Hand genommen wird. Die Morgenseiten stellen somit einen Akt der schreibenden Bewegung dar. Ähnlich der Meditation macht uns das Schreiben dieser Seiten Aufmerksam, um noch den verborgensten Gedanken lauschen zu können.
Wie ist ihre genaue Anwendung?
Niemand darf Ihre täglichen Zeilen lesen. Sammeln sie Ihre Seiten daher in einem Umschlag, einer Box, oder einem Schreibblock. Hintergrund ist das Vertrauen Ihres inneren Kindes. Es will unzensiert und unbefangen sagen dürfen, was es denkt und fühlt. Die regelmäßigen Morgenseiten sollten gegebenenfalls ein Geheimnis, oder überschäumende Gefühlsausbrüche für sich behalten. „Die Gedanken sind frei“ und sollten es auch in geschriebener Form und zum Wohle Ihrer uneingeschränkten Entfaltung bleiben.
Außerdem bieten die Morgenseiten einen guten Platz für Affirmationen.
Schreiben Sie alles auf
Nicht immer klingen Morgenseiten bunt, fröhlich, oder poetisch: „Gestern habe ich beim Beobachten von Sternenschnuppen erkannt, wie schön es ist, einfach Musik zu hören und fantasievolle Bilder anzusehen…“. An zahlreichen Tagen werden sie zerbrochen klingen, unaufmerksam und grau, gefüllt mit Ärger und Sorgen: „Mir tut heute immer noch das Kreuz weh. Ich habe keine Lust, schon wieder einkaufen zu gehen. Geld ist eh noch nicht überwiesen. Wie soll das alles nur weitergehen? Wär ich nur liegen geblieben!“.
Wütende, traurige und sorgenvolle Gedanken blockieren jegliche Handlung. Sie stehen zwischen Ihrem Ich und Ihrer freien Entfaltung, deshalb, schreiben Sie alles auf. Und wenn sie einmal nicht wissen, was sie zu Papier bringen könnten, dann notieren sie, „Mir fällt im Augenblick nichts ein, deshalb fühle ich mich…, deshalb überlege ich…“.
„Ich bin nicht in der Stimmung zum Schreiben“, zählt nicht
Mit Hilfe regelmäßig geführter Morgenseiten werden Sie der Frage nach der Stimmung bald keine Zeit mehr lassen und ihrem inneren Zensor nicht mehr länger eine Macht über ihre Handlungen verleihen.
Zum Schreiben dieser Zeilen gibt es keine richtige, oder falsche Stimmung. Es geht allein um die Zeit, die Sie sich für den schreibenden Akt nehmen. Zusammen mit Vertrauen und Bereitschaft geschieht der Prozess dann von allein. Ich habe keine Zeit, wird Ihr Zensor rebellieren, aber auch „er und seine Meinung zählen während ihrer Morgenseiten nicht“, sagt Julia Cameron. Deshalb: Schreiben sie einfach.
Erfahren sie Hier! mehr zu Wirkung und Hintergrund der Morgenseiten. Viel Erfolg!
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Literaturhinweise: - Julia Cameron „Der Weg des Künstlers“, 1996 im Knaur Verlag
- Julia Cameron „Die Kunst des Schreibens“, 2003 im Knaur Verlag
