
- Die Muppets - Hauptplakat - Walt Disney Studios Germany
Muppet-Fans mußten zwölf Jahre warten, bis die verrückten Puppen ihrer heißgeliebten, turbulenten Show wieder auftreten. Jetzt ist es soweit - Applaus, Applaaaaaaaaaaus. Schön nostalgisch ist der Kino-Film - der siebte - geworden. Da wird bei den zahllosen Fans weltweit Freude aufkommen, war doch die Show als Fernsehsendung in den 1970er bis Anfang 80er Jahren immer ein anarchischer und kultiger Höhepunkt am Wochenende.
Ein neuer Muppet namens Walter stöbert die alte Show-Truppe wieder auf
Ein neuer Muppet namens Walter wird jetzt in die Handlung eingeführt. Walter ist im Gegensatz zu seinem Bruder Gary (Jason Segel) klein geblieben. Er weiß, daß er irgendwie anders ist als die anderen und liebt schon deshalb die Muppets. Zu Hause sind die beiden im idyllischen Smalltown, aber Walter träumt davon, seinen Idolen einmal leibhaftig zu begegnen. Sein Wunsch erfüllt sich bald, weil er mitfahren soll nach Los Angeles, dem Urlaubsziel von Gary und dessen Freundin Mary (Amy Adams).
Dort angekommen folgt eine große Enttäuschung. Die Muppet-Stiudios stehen leer und sind unter Staub und Spinnweben begraben. Und wo sind die Muppets? Da erfährt Walter zufällig, daß sich ein mieser, geldgieriger Geschäftsmann namens Tex Richman (Chris Cooper) das Grundstück unter den Nagel reißen will, um dort nach Öl zu bohren. Das muß verhindert und Geld aufgetrieben werden. Mit einer Spendengala-Aktion. Soweit das Vorgeplänkel. Irgendwie muß die Zeit bis zur eigentlichen Muppet-Show überbrückt werden. Es gilt schließlich eineinhalb Stunden zu füllen.
Mit einigen originellen Einfällen. Kermit holen sie aus seinem Privatier-Dasein heraus und stöbern Fozzie-Bär in einer heruntergekommenen Bar in Reno auf, in der er ein Dasein als Musiker fristet. Das Tier, der wilde Drummer, macht gerade eine Anti-Aggressions-Therapie in einem Sanatorium. Gonzo hat ein erfolgreiches Klempner-Imperium aufgebaut und Miss Piggy arbeitet als Plus-Size-Redakteurin bei Vogue in Paris. Klar, daß jeder der Figuren doch wieder auf die Bühne will.
"Die Muppets" wissen nach wie vor zu begeistern
Nachdem die Hindernisse überwunden sind, stehen schließlich alle endlich vereint auf der Bühne, inklusive der grantigen, alten Herren Waldorf und Statler in der Loge. Die Show kann beginnen. Herrlich, diese nostalgischen Revue-Nummern. Darauf haben die Muppet-Fans schließlich gewartet. Wunderbar altmodisch, aber doch noch mit einer gewissen Frische ausgestattet. Ohrwürmer wie "Mah Na Mah Na" und "The Rainbow Connection" dürfen natürlich nicht fehlen. Diese Zeitlosigkeit könnte auch viele neue, junge Muppet-Fans gewinnen. Daß schräge Musical-Nummern wieder einmal der Höhepunkt der Show sind, muß man nicht unbedingt betonen. Das waren sie schon immer. Und Cameo-Auftritte vieler Fernseh- und Filmgrößen, etwa Whoopi Goldberg und Jack Black zeigen, daß die Muppet-Show im Show-Business nach wie vor sehr beliebt ist.
Die früheren Fernsehsendungen haben dagegen mehr Biss gezeigt. Überhaupt Fernsehen. Die Muppet-Show war und ist ein Fernsehformat. Da wirkt sie, kann ihre Subversivität besser zur Wirkung bringen und Gags präzischer timen. Regisseur James Bobin hätte es wissen müssen. Er kommt vom Fernsehen.
"Die Muppets"
USA 2011
Regie: James Bobin
Buch: Jim Henson, Jason Segel, Nicholas Stoller
Produktion: David Hoberman, Jason Segel
Kamera: Don Burgess
Musik: Christophe Beck
Länge: 98 Minuten
Darsteller: Jason Segel, Amy Adams, Chris Cooper, Rashida Jones, Steve Whitmire, Dave Goelz
Quellen:
- International Movie Database: Die Muppets
- Pressezugang Walt Disney Studios Germany
