Die nervigsten Hits aus Rock und Pop

Manche Hits sind nicht tanzbar, sondern nervig - Gerd Altmann/Jana Werner, Pixelio
Manche Hits sind nicht tanzbar, sondern nervig - Gerd Altmann/Jana Werner, Pixelio
Betrachtet man diverse Internet-Foren, so fällt auf, dass im Zusammenhang mit den nervigsten Songs immer wieder die gleichen Musiker genannt werden.

Vielfach werden gar keine einzelnen Songs bestimmter Interpreten genannt, sondern generell Musikrichtungen, Bands oder Künstler, wobei nicht ein bestimmter Titel als besonderes nervtötend ausgemacht wird, sondern die Musik der Band beziehungsweise des Interpreten generell. Ähnliches gilt auch für bestimmte Musikrichtungen.

Nervige Interpreten und Bands: die am häufigsten genannten Namen

Hierzu zählen Schmuse-Rocker James Blunt („1973“), DJ Ötzi („Anton aus Tirol“), Tokio Hotel („Durch den Monsun“, „Schrei“) und David Hasselhof („Looking for Freedom“). Auch in Bezug auf R ’n’ B-Sternchen Rihanna („Umbrella“) sind die Mitglieder unterschiedliche Communities eher geteilter Meinung – manche mögen sie, viele lehnen ihr Geträller jedoch strikt ab, insbesondere ihren genannten Hit.

Bezeichnenderweise werden kaum Metal-Bands genannt, die als besonders nervig empfunden werden. Wenn überhaupt, gibt es am ehesten kritische Stimmen zu deutschen Mittelalter-Metal-Bands wie Subway to Sally oder In Extremo.

HipHop als Stilrichtung nicht sehr beliebt

Betrachtet man die Foren-Einträge, so fällt auf, dass insbesondere HipHop generell wegen zum Teil frauenverachtender, sexistischer und/oder sinnfreier Texte alles andere als positiv empfunden wird. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um deutsche Künstler wie Bushido oder Sido handelt oder um amerikanische Rapper wie 50 Cent. Auch Tracks des Labels Aggro Berlin, zu dem auch Gangsta-Rapper Bushido gehört, werden meist abgelehnt, nicht nur wegen gewaltverherrlichender Inhalte, sondern eher wegen der Sinnfreiheit der Texte.

Als besonders nervig empfundene Songs

Mehrfach wurden in Internet-Foren genannt:

  • Kate Perry: „I kissed a Girl“ (2008)
  • WHAM!: „Last Christmas“ (erschien zwar bereits 1985, wird aber seitdem jährlich zwischen November und Dezember regelmäßig im Radio gespielt)
  • Scorpions: „Wind of Change“ (1990)
  • Opus: „Life is live“ (1985)
  • Westernhagen: „Freiheit“ (1989)
  • Haiducci/O-Zone: „Dragostea din tei“ (2004).

An dieser Auflistung wird deutlich, dass sich die als nervtötend empfundenen Hits durch alle möglichen Stilrichtungen ziehen – und das, obwohl viele der Songs kurz nach ihrem Erscheinen Platz 1 der deutschen Charts belegt haben. Westernhagens „Freiheit“ wurde auf Feten bei den Klammerblues-Sessions ab Ende der 1980er Jahre so häufig gespielt, sodass sich die meisten wahrscheinlich an dem Titel „überhört“ haben. Ähnliches gilt vermutlich auch für den Song der Hannoveraner Metal-Band Scorpions „Wind of Change“ im Zusammenhang mit der Deutschen Einheit.

Weitere nervige Hits laut einer VIVA-Sendung

In einer regelmäßig auf VIVA wiederholten Sendung mit dem Titel „Die zwanzig nervigsten Hits“ wurden die nervigsten Songs der vergangenen Jahre gemäß Zuschauer-Voting vorgestellt. Auch in dieser Hitparade finden sich einige ehemalige Nr. 1- Hits, wie etwa Lou Begas „Mambo No. 5“ (1999) oder Madonnas „Hung up“ (2005).

Teilweise kommen jedoch auch Titel in der Sendung vor, an die sich vermutlich kaum noch ein Mensch erinnert, beispielsweise der Plastik-Song „Barbie Girl“ von Aqua aus dem Jahr 1997. Auch Alex C. feat. Y-Ass befindet sich mit „Du hast den schönsten A…der Welt“ (2008) unter den Top 10 der nervigsten Hits, die von den VIVA-Zuschauern als solche gewählt wurden.

Auch Handy-Klingeltöne können nerven

Gerade auf Musiksendern wie VIVA wird häufig mit Klingeltönen geworben, die nicht nur aus einzelnen Tönen, sondern aus ganzen Songs bestehen. Besonders genervt sind die Foren-Mitglieder von Crazy Frogs Version des Hits von Harold Faltermeyer aus dem Jahr 1985, „Axel F.“. Auch der Schnuffel-Song und vergleichbare Klingeltöne stehen in der Zuschauergunst nicht besonders hoch, ebenso wenig wie der ehemalige Nr. 1-Hit „Schnappi“ aus dem Herbst 2004.

_____________________________________

Bildnachweis:

Gitarrist: (c) Uwe Meißner, Pixelio

Disco: (c) Gerd Altmann/Jana Werner, Pixelio

Radio-Studio: (c) Holger Thomas, Pixelio

Alexandra Döll, Autorin, Marina Hong, Düsseldorf

Alexandra Döll - Persönliche Daten: geboren 1974 in Essen, wohnhaft ebendaFamilienstand: ledig, keine KinderAbitur 1993, anschließend ...

rss