Muße in der Küche dank Vorbereitung trotz Arbeitslosengeld 2

Möhren - aboutpixel/moonlight
Möhren - aboutpixel/moonlight
Kochen ohne Finanzstress und Hektik bei der Küchenarbeit ist dank Rohkost und Küchenmaschine möglich - man nehme das Beispiel Möhrensalat.

Kennen Sie Leute, die trotz Arbeitslosengeld 2 (und einem Ernährungsbudget von etwas über € 3,00/Tag) darüber nachdenken, was eine Möhre kostet? Oder die außerdem soviel Zeit und Muße haben, niemals etwas vorbereiten zu müssen? Nein – es war auch nicht anders zu erwarten. Ob das daran liegen mag, dass eine Möhre genau genommen fast nichts kostet und grundsätzlich auch keinen großen Zeitaufwand in der Zubereitung erfordert? Natürlich nur, wenn man das Kilo zu € 0,79 bekommt und nicht unter Stress steht. Und ob sich schon einmal jemand darüber Gedanken gemacht hat, wie voll der Magen wird von einer einzigen geraspelten Möhre? Selbstverständlich – alle Gastronomen der Welt. Würden die Restaurantbesitzer nicht auf erbsenzählende Weise den Wert einzelner Möhren berechnen, dann gingen sie bankrott. Warum sollte ein Privathaushalt es also anders handhaben? Oder zumindest dahingehend, dass ein Kilo Möhren aufgeteilt wird in vier mal 250 Gramm à zwanzig Cent. Erstaunt? Damit kann man problemlos zwei oder mehr Personen mit Salat versorgen. Außerdem ist so eine Möhre ungemein praktisch, denn sie hält sich fertig zubereitet mehrere Tage.

Die billigste Küchenmaschine bei Ebay ist gut genug, für einen preiswerten Rohkostsalat

Man sollte sie haben, so eine Küchenmaschine - innerhalb von wenigen Minuten lassen sich Unmengen rohen Gemüses raspeln oder in dünne Scheibchen schneiden. Aber vor allem kann man es dabei belassen, zweimal in der Woche jeweils drei Rohkostsalate zuzubereiten, um dann genüßlich zum alltäglichen Abendessen davon zu nehmen. Oder Sie haben einen gesunden, kalorienarmen Snack zwischendurch. Oder eine Vorspeise vor dem Mittagessen. So haben Sie weder Stress, noch hohe Kosten, dafür aber etwas äußerst Leckeres und Gesundes.

Wenn Sie also noch keine Küchenmaschine haben sollten, dann nichts wie los – die billigste und älteste ist gut genug. Selbst, wenn sie nach einem Vierteljahr den Geist aufgeben sollte, hat sie sich gelohnt, denn aufgrund des preiswerteren Essens amortisiert sie sich sehr schnell, sofern man wirklich nur ein paar Euro gezahlt hat.

Welche Gemüsesorten nimmt man also vor allem? Natürlich die, die augenblicklich am preiswertesten zu haben sind: Dies sind ganzjährig u.a. Möhren. Und haben Sie keine Angst vor häufigem Verzehr von Möhrensalat – immer wieder in neuer Rezeptur wird sie lange Zeit nicht lästig. Und kennen Sie einen Rotkohl, über den man das gleiche sagen könnte?

Rezepte für Möhrensalat – preiswert, lecker und schnell zubereitet

Möhrensalat läßt sich problemlos bis zu drei Tagen im Kühlschrank aufbewahren, sofern er denn so alt werden sollte. Gleichgültig, auf welche Weise Sie ihn zubereiten, er wird immer preiswert und lecker sein. Vier Möglichkeiten sollen hier kurz aufgezeigt werden, die schnell zubereitet sind:

  1. Möhrensalat italienisch: Die Möhren grob raspeln, mit Olivenöl, Weißweinessig, Pfeffer, Salz, Knoblauch und Dill vermischen, und mindestens ein paar Stunden, besser aber einen Tag durchziehen lassen.
  2. Möhrensalat deutsch (wird von Kindern gerne gegessen): Möhren und Äpfel im Verhältnis 2:1 raspeln (die Möhren fein, die Äpfel grob) und mit Zitronensaft abschmecken.
  3. Möhrensalat indisch: Möhren fein raspeln, Orangenstücke (besser Filets), Mandelscheibchen, süße Sahne und Currypulver vermischen
  4. Möhrensalat mit Rosinen: Möhren fein raspeln und mit Orangensaft, Rosinen und Sahne über Nacht durchziehen lassen.

Kraut und Rüben als kostensparendes, vitaminreiches Low-budget-food

Haben Sie erst einmal entdeckt, wieviel Zeit und Nerven Sie durch die ständige Verfügbarkeit von vitaminreichen, kostensparenden Salaten haben, wird sich die Entspannung schnell einstellen, sowohl finanziell als auch in der Küche. Sollte dort Ihre Muße verloren gegangen sein, könnte sie sich mit der Zeit wiederfinden.

Doch die Möhre ist nicht die einzige effektive Sparmaßnahme. Welche anderen preiswerten Gemüsesorten eigenen sich also sonst noch für eine schnelle Vorbereitung zur Rohkost und mehrere Tage Aufbewahrung? Im Grunde alle, die in vergangenen Zeiten täglich auf den Tisch kamen, also Kraut und Rüben. Heutzutage könnte man sie als Low-budget-food bezeichnen. Zwei Personen essen problemlos an Salat von einem viertel bis halben Kohlkopf (weiß oder rot) zwei Tage oder länger. Ein Kohlrabi (ab € 0,29 zu haben) reicht als Beilagensalat für drei Personen. Etwas teurer wird es mit einem Bund rotem Rettich à € 1,50, davon essen bis zu vier Personen einen Salat zum warmen Essen.

Selbst, wenn man es bei den hier aufgeführten Sorten belassen würde, könnte man durch variierende Rezepte wochenlang äußerst kostensparend und abwechslungsreich essen. Doch das wird niemand tun, der erst einmal auf den Geschmack gekommen ist.

Katharina Sachs - Geb. 1968, Autorin von "Gartengeschichten", die im Rubens-Verlag zur Leipziger Buchmesse 2012 erscheinen sollen. Erlernen des Roman- ...

rss