Das wohl berühmtestes Bauwerk der Vorgeschichte der Menschheit sind die Steine von Stonhenge. Die Achse der in der englischen Grafschaft Wiltshire gelegenen Anlage ist nach der Sonnenwende ausgerichtet. Diese Gestalt bekam die Anlage, welche weit älter ist, rund 2.500 Jahre vor Christus. Wozu aber hatten die Menschen ein solches Werk errichtet?
Die Akropolis in Athen
Die Akropolis in Athen stellt spätestens seit dem 19. Jahrhundert – spätestens, seit der bayerische Prinz Otto von Wittelsbach König von Griechenland geworden war - eines der Traumreiseziele aller Deutschen dar. Zur Blütezeit Athens war die die wichtigste Sakralstätte und bedeutendstes Freilichtmuseum zugleich. Letzteres ist sich sicherlich noch heute. Ein heiliger Bezirk, in dem stets auch städtische Betriebsamkeit geherrscht hat.
Petra in Jordanien
In Jordanien, auf halber Strecke zwischen dem Golf von Akaba und dem toten Meer liegt die alte Hauptstadt des Volkes der Nabatäer: Petra. So plötzlich, wie sie 300 Jahre zuvor im Licht der Geschichte aufgetaucht waren, so plötzlich traten die Nabatäer im ersten vorchristlichen Jahrhundert mit monumentaler Architektur hervor. Große Tempel und Privatbauten – wie aus dem Hut gezaubert. Die auffälligsten und bemerkenswertesten Bauwerke sind die Felsgräber in Petra, deren Fassaden in roten Sandstein gehauen sind. Die berühmteste Fassade ist das sog. „Schatzhaus des Pharao“, errichtet wohl als Mausoleum. Übrigens: Selbst die Problematik der Wasserversorgung der Stadt hatte man erfindungsreich gelöst.
Das Kolosseum in Rom
Bernd Ingmar Gutberlet lässt uns hinter die Kulissen des römischen Kolosseums, des größten römischen Amphitheaters, blicken. Brot und Spiele – „Holt mich hier raus, ich bin ein Star“ werden nicht wenige der Gladiatoren damals – oft vergeblich –gehofft haben. Allerdings: Wer das Vertragsende überlebte, war frei… Die Geschichte des größten Theaters der Antike – untrennbar mit der Geschichte von Politik und Gesellschaft der „Ewigen Stadt“ verbunden.
Konstantinopel oder Istanbul: Die Hagia Sophia
Die Geschichte der Hagia Sophia in Instanbul ist ein bedeutendes Stück der Geschichte der Weltreligionen. Das frühere Konstantinopel, auch „Rom des Ostens“ genannt, wurde zu jener Zeit gestaltet, als Kaiser Konstantin das Christentum nicht nur von der Verfolgung zur Toleranz brachte, sondern schließlich zur privilegierten Staatsreligion. Aus Byzantos- schon seit dem 07. Jahrhundert vor Christus bestehend - ließ Konstantin seine Stadt aus der Taufe heben. Die Kuppelbasilika der Hagia Sophia wurde 532 bis 534 am höchsten Punkt der Stadt von Kaiser Justinian erbaut. Tausend Jahre lang, bis zum Bau der Peterskirche in Rom, das größte Gotteshaus der Christenheit. Doch 1453 wurde der in der Kirche der letzte, christliche Gottesdienst nach katholisch-orthodoxem Ritus gefeiert. Es folgten 500 Jahre – als Moschee, als islamisches Gotteshaus. 1934 ließ Kemal Pascha Atatürk – im Zuge der weltlichen Ausrichtung der türkischen Republik – die Moschee in ein Museum umwandeln.
Die Stufenpyramide der Mayas
Chichèn Itza, eine der größten Städte der Mayas in Mexiko, mit seinem Tempel in Form einer Stufenpyramide, birgt ein besonderes Geheimnis: Zweimal jährlich, zur Tag-und-Nach-Gleiche im März und September, zaubert die Sonne eine Lichtschlange auf die Treppe an der Nordseite des Bauwerks.
Angkor in Kambodscha
Angkor liegt im Norden Kambodschas nördlich des Tonle Sap, des größten Binnengewässers Südostasiens. Ein beliebtes Touristenziel, lassen sich die Besucher doch von den überwältigenden Tempelbauten gerne faszinieren. Ankor Wat ist der berühmteste der Tempel. Beeindruckend auch das Wassermanagement, das über den rituellen Wassergebrauch in den Tempelanlagen hinausgeht.
Die Alhambra von Granada
In der Geschichte Spaniens spielen alle drei abrahamitischen Weltreligionen, Judentum, Christentum und Islam, eine ganz besondere Rolle. Die Alhambra ist die mächtige Burg über Granada, eigentlich ein eigener Stadtbezirk, geprägt von 22 Türmen. 1348 entstand das „Tor der Gerechtigkeit“, die Burg ist autark und wird über ihren eigenen Aquädukt mit Wasser versorgt. Die bis 1492 maurische Burg ist das einzigartige Zeugnis islamischer Baukunst auf der iberischen Halbinsel.
Bartholdy und die New Yorker Freiheitsstatue
Die Freiheitsstatue in New York wäre allein schon ein eigenes Werk wert. Die Geschichte ihrer Entstehung, ihre Verflechtung mit der Einwanderungspolitik der USA und den amerikanisch-französischen Verbindungen der Vergangenheit, aber auch dem Streben und Gestalten ihres Schöpfers Bartholdy wird gut aufgezeichnet. Schade allerdings, dass die freimaurerischen Bezüge Bartholdys und seines Werkes nicht erwähnt werden. Der Pariser Eifelturm fasziniert seit Generationen – noch mehr aber fasziniert die Geschichte seiner Entstehung.
Allesamt Schätze der Menschheit
Timbuktu, die Oasenstadt am Knie des Niger im heutigen Mali, führt ihre Gründung (um 1100) in einer Chronik aus dem 17. Jahrhundert auf die Tuareg-Nomaden zurück. Die dreieckige Osterinsel mit ihren drei Vulkanen, im Pazifik gelegen und zu Chile gehörig, beeindruckt mit ihren monolithischen Steingiganten. Das peruanische Machu Picchu ist rund 100 Hektar groß, umfasste rund zweihundert Gebäude und wurde um 1450 erbaut, wurde jedoch bereits um 1572 wieder aufgegeben. Ihre Geheimnisse bewahrt die Stadt bis heute. Im Moskauer Kremel wurde und wird Geschichte geschrieben – von den russischen Zaren über Napoleon bis hin zur russischen Revolution. Zweimal (1701, 1812) von Bränden heimgesucht, erhielt er sein heutiges Gesicht im Wesentlichen im 19. Jahrhundert – wenn man von sündhaften Eingriffen im Sowjetzeitalter absieht. Schlichtweg zum Symbol für ihr Land ist die große, chinesische Mauer geworden. Sie diente ursprünglich zur Verteidigung der Reichsgrenze. Und der indische Taj Mahal ist der Traum nicht nur unzähliger Kinobesucher, ein Blick in die Traumwelt – mehr als tausend und eine Nacht. Kiyomizu-Dera im japanischen Kyoto lässt die prachtvolle Hofhaltung, die hohe, kulturelle Blüte der japanischen Klassik, vor unseren Augen lebendig werden. Schloss Neuschwanstein, die glanzvolle Idee eines weltentrückten Phantasten, begeistert und heute ganz erheblich mehr, als die Zeitgenossen ihres Erbauers Ludwigs II. von Bayern. Sie hatten die Kosten für die Träume des Wittelsbachers aufzubringen. Cristo Redentor in Rio de Janeiro (Brasilien) wird wunderbar in den Kontext seiner Entstehung gestellt, genauso wie die Entwicklung um die Oper von Sydney (Australien).
Wer eine genaue, umfassende, und doch zugleich knappe Darstellung der „Neuen Weltwunder“, in ihren zusammenhängen zu Geschichte und Gesellschaft genauso, wie in ihrer Gestalt, sucht: Bernd Ingmar Gutberlet ist das fast unmögliche gelungen.
Das Buch „Die Neuen Weltwunder“ erschien bei Lübbe Ehrenwirth in der Bastei Lübbe GmbH, Köln, ISBN 978-3-432-03825-5, zum Preis von 18 Euro.
