
- Tiere, Menschen, Sensationen - Freilichtmuseum Neuhausen
Am 2. Und 3. Oktober findet in Neuhausen, die "Neuhauser Kirbe" 2011, statt. Sie ist um eine Galanummer reicher. Erwachsene und Kinder können eines der ältesten Holzriesenräder in Deutschland, welches um 1900 gebaute wurde, auf dem Museumsgelände sehen und befahren.
Was bedeutet Kirbe?
Rummel, Kirmes, Kirchweih oder Kirbe, werden ursprünglich die christlichen Feste genannt, die dem Schutzpatron der jeweiligen Ortschaft zu ehren, meist zum Namentag des Heiligen, gefeiert werden. Traditionell war der Marktplatz der Treffpunkt für die Bevölkerung, die dort, von Händlern, Waren oder Vieh kaufen konnten. Heutzutage ist der religiöse Hintergrund der Feste meist in den Hintergrund getreten. Für Unternehmungslustige bedeutet Kirbe heute meist ein Volksfest. Karussells, Fahrgeschäften, Zuckerwatte, gebrannten Mandeln, Magenbrot und viele andere Vergnügungen für Jung und Alt werden dort geboten. In manchen Orten schließt sich der Kirbe auch eine Handwerkermesse an, bei der Waren verkauft oder Interessierte traditionellen Handwerkern bei ihrer Arbeit zu schauen können. Die bekanntesten Volksfeste dieser Art sind das Oktoberfest in München, die Cannstadter Wasn in Stuttgart, die große Kirmes auf den Düsseldorfer Rheinwiesen, der Hamburger Dom. Historische Kirchweihfeste gibt es auch in Fürth und im Sauerland.
Das ist das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck
Das Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck, im Naturpark obere Donau, Landkreis Tuttlingen, in Baden-Württemberg, ist eines von sieben regionalen, ländlichen Freilichtmuseen. Es wurde 1988, auf einem etwa 20 Hektar großen Gelände, im Naturpark obere Donau, eröffnet. In der Zwischenzeit sind dort 24 historische, oft vom Abriss bedrohten Gebäude, die an ihrem Standort der Schwäbischen Alb, dem Ostschwarzwald und dem westlichen Bodensee vor Ort vorsichtig abgetragen wurden, im Museum wieder aufgebaut. Selbst die Einrichtung der Gebäude und die Gärten und Hofbereiche sind originalgetreu, je nach dem sozialen und wirtschaftlichen Stand der ehemaligen Besitzer, wieder hergerichtet. In den Ställen werden, während der Museumssaison, zahlreiche ortsübliche Haustiere gehalten und auf den umliegenden Feldern alte Kulturpflanzen wie Lein, alte Getreide- und Kartoffelsorten, angebaut. Die Gäste fühlen sich beim Besuch des Museums wie in einem Dorf. Auch überregional ist es bekannt und beliebt, denn im Jahr 2009 wurde es Preisträger im Landeswettbewerb "familien-ferien".
Die geräumige, im Stil eines alten Dorfwirtshauses eingerichtete Museumsgaststätte "Ochsen" wurde im Jahr 1707 erbaut, 1864 renoviert und dient heute als Eingangsgebäude und Kasse des Freilichtmuseums. Im Museum wird, von vor Ostern, bis Ende Oktober, ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit zahlreichen museumspädagogischen Angeboten, an besonderen Aktionstagen und tägliche Handwerker- und Technikvorführungen, geboten.
Für Schulklassen ist das Projekt „Schule im Museum“ interessant. Im Museumsdorf können Projekte wie Spinnen und Weben, die Flachsverarbeitung, Kochen in der alten Museumsküche, Schmieden in der Dorfschmiede, Lehm streichen beim Fachwerkbau, Pflügen, Dreschen oder Backen beim Backhäusle, mit Mehl aus der Mühle absolviert werden. Einer der Höhepunkte im Jahreskreislauf, ist das Museumsfest, die Kirbe.
Was wird dem Publikum bei der Neuhauser Kirbe geboten?
Die Neuhauser Kirbe ist ein Familienfest. Großeltern, Eltern und Kinder können zwei Tage lang spielen, Ausstellungen besuchen und/oder lieber eine Schlachtplatte oder die berühmte Dünne, aus dem Holzofen, genießen. Kinder können erfahren wie ihre Ahnen lebten und arbeiteten. Die Kirbe in Neuhaus wird bäuerlich gefeiert. Die Besucher können am Samstag, ab 11 Uhr, hautnah erleben wie in früherer Zeit in Schwaben gebacken, gekocht, getöpfert, geschmiedet und gesponnen wurde. Ab 13 Uhr startet das Kinderprogramm: „Es wird Herbst im Dorf.“
Am Sonntag, dem 2. und Montag den 3. Oktober, ab 11 Uhr, geht die Kirbe mit einem Bauern- und Handwerkermarkt weiter. Ein Barbier (Friseur) schneidet am Dorfbrunnen seinen Kunden die Haare. Es können landwirtschaftliche Vorführungen, wie Dampfdreschen mit der großen mobilen museumseigenen Dampfmaschine, Göpel-Dreschen und Flegeldreschen angesehen werden. Für die, die sich einfach vergnügen oder ihrer Angebeteten imponieren wollen, werden Lustbarkeiten wie Steinstoßen, Scheibenschießen, Baumklettern oder Hau den Lukas, geboten. Der traditionelle Hammellauf findet um 14 Uhr statt. Es wird ein Gaukler mit einem Seiltanz auftreten ein Puppentheater gezeigt und die Hexe „Raija“ erwartet.
Öffnungszeiten des Freilichtmuseums Neuhausen ob Eck 2011: vom 3. April bis zum 31.
Oktober, dienstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr
