
- Drachen Lampe - Scully van Funkel
Der Drache hat einen festen Platz in der chinesischen Mythologie, Kunst, Literatur, Dichtung, Architektur, aber auch im Liedgut. Obwohl sich die Legenden von Provinz zu Provinz deutlich unterscheiden und auch die Namensgebungen der einzelnen Drachensöhne voneinander abweichen, ist allen Geschichten eins gemeinsam:
Sie erzählen von einem UR-Drachen und dessen neun Söhnen, die allesamt starke Persönlichkeiten verkörperten. Sie symbolisierten sowohl die höchste geistige Macht als auch die irdische (Yin und Yang ). In allen Erzählungen ist die Anzahl der Nachkommen (neun) identisch und sollte auf die spirituelle Vollkommenheit hinweisen, die sich durch die Vereinigung der Drachensöhne ergeben würde. Somit stand die Zahl "neun" nicht stellvertretend für die tatsächliche Anzahl der Nachkommen, sondern für "göttliche" Perfektion. Bezeichnend ist auch, dass jedem der Söhne 117 Schuppen zugeschrieben wurden.
Drachen wachten über das Schicksal aller Völker
Laut Legenden aus der Ming-Dynastie, sind die neun Drachennachkommen Wächter und Hüter des Schicksals aller Nationen und tragen von Anbeginn ihrer Zeit eine schwere Last. Sie wurden nicht geboren, um persönliches Glück zu erfahren, sondern ihre Weisheit an jede neue Generation weiterzugeben.
Drachensöhne und ihre individuelle Fähigkeiten
Den einzelnen Drachensöhnen werden bis heute folgende Charaktereigenschaften und Aufgaben zugeschrieben:
- Bi Xi , ´Schildkrötendrache, symbolisiert Ausdauer und Stärke; schmückt Körbe, Packtaschen, Transportgefäße, aber auch die unteren Enden von Säulen.
- Chiwen, Chao Feng- Hao Xian, Eidechsendrache ohne Schwanz, hält Ausschau nach potentiellen Gefahren. Der Drachenvater beobachtete seinen Sohn, der nichts anderes tat als mit seinen großen Augen in die Gegend zu blicken. Daraufhin gab er ihm die Aufgabe eines Wachpostens. Seither finden sich Stauten von Chiwen auf allen Palastdächern und dienen nebenbei als Blitzableiter.
- Pu Laos/ Qiuniu, der kleine Drache, der Tosende. Pulaos Stimme war laut und ohrenbetäubend. Er liebt die Nähe des Meeres, befürchtet jedoch, dass sein Gebrüll die Wale erschrecken könnte. Ihn findet man als Symbol auf Glocken wieder. Qiuniu, gelber Schuppendrache, liebt Musik und ziert insbesondere Musikinstrumente.
- Bi'an / Xianzhang. Tigerdrache, steht für Gerechtigkeit, da er Gut von Böse zu unterscheiden vermag. Er beaufsichtigt Gerichtsverfahren und bewacht Gefängnisse.
- Tao Tie, Wolfsdrache, soll für den Reichtum und das leibliche Wohlergehen der einzelnen Haushalte Sorge tragen. Sein Abbild findet sich vorrangig auf Essgeschirr wieder.
- Ba Xia lebt im Wasser. Dort hat er ein schützendes Auge auf die Menschen und schützt sie vor Überschwemmungen. Bildliche Darstellungen lassen sich auf fast allen Brückenpfeilern und Brückenbögen wiederfinden.
- Ya Zi hat einen eindringlichen Schakalblick. Er ist immer ein bisschen wütend und für blutige Massaker verantwortlich. Der kriegerische Drachensohn findet sich auf Rüstungen, Schwertern, Messern und steht ebenso für Mut wie für Furchtlosigkeit
- Ni Jin/Suanni/Sua Ni, der sitzende Löwendrache liebt den Anblick von Feuerwerk. Er ziert Weihrauchgefäße, Räucherstäbchenhalter und beschütze die Menschen bei religiösen Zeremonien, heißt es in den Überlieferungen.
- Jiao Di / Jiaotu / Tai-Do wird als Schnecke oder Muschel dargestellt. .Er befindet sich als Schutzsymbol auf Türen und Toren. Ihm wird nachgesagt, er bewahre die Bewohner vor ungebetenen Eindringlingen.
