
- Quentin Tarantino, hier mit dem Scream Award 2007 - pinguino k
Es gibt kaum eine Vereinigung, die mit ihren Preisträgern in den letzten Jahren so häufig den späteren Oscar-Gewinner ausgezeichnet hat. Seit der Gründung der Directors Guild of America (DGA) im Jahr 1948 ging der Oscar nur sechsmal an einen anderen Gewinner. Es schien nahezu unmöglich, einen Oscar zu gewinnen, ohne wenigstens für einen DGA-Award nominiert zu sein.
Die Chancen auf einen Oscar für den besten Film
Meistens gewinnt der Film des Preisträgers für die beste Regie auch den Oscar für den besten Film, deshalb wurden die Nominierungen in der Vergangenheit als wichtiges Indiz für die Kategorie gewertet. Nun hat die Academy of Motion Pictures Arts and Sciences in diesem Jahr die Regeln geändert, so dass zehn anstatt fünf Filme um den Oscar konkurrieren. Damit muss sich Aussagekraft der DGA-Awards erneut beweisen. Aber die Chancen stehen gut, dass es die fünf Filme der nominierten Regisseure zumindest unter die zehn Kandidaten schaffen.
Kathryn Bigelow ist für „The Hurt Locker – Tödliches Kommando“ nominiert
Kathryn Bigelow ist erst die siebte Frau, die überhaupt für einen Preis der Director’s Guild nominiert wurde. Ihre Vorgängerinnen waren Lina Wertmüller, Randa Haines, Barbra Streisand, Jane Campion, Sofia Coppola und Valerie Faris – aber keine konnte den Preis bislang gewinnen. In diesem Jahr kann sich Kathryn Bigelow aber berechtigte Hoffnungen auf einen Preis machen. Sie hat bereits bei verschiedenen Preisverleihungen ihre männliche Konkurrenz hinter sich gelassen hat, außerdem ist es – unabhängig von der großartigen Leistung von Kathryn Bigelow – allmählich an der Zeit, dass eine Frau diesen Preis erhält. Mit einer Auszeichnung der DGA erhöhen sich auch ihre Chancen auf eine Oscarnominierung. Sie wäre erst die dritte Frau in der Geschichte der Academy, die in dieser Kategorie nominiert wäre – und sie könnte die erste Gewinnerin werden.
Der zweite Nominierte für einen DGA-Award ist James Cameron für „Avatar“
James Cameron, der einst mit Kathryn Bigelow verheiratet war, wurde für seinen opulenten Science-Fiction-Film „Avatar“ nominiert. Er konnte bereits im Jahr 1998 den Preis mit nach Hause nehmen, damals gewann er für „Titanic“. Im selben Jahr dominierte sein Film auch die Oscars in fast allen Kategorien – eine der wenigen Ausnahmen waren die Schauspielerpreise – und auch James Cameron ging mit einem Academy Award nach Hause.
Quentin Tarantino ist für „Inglourious Basterds“ nominiert
„Inglourious Basterds“ ist bei den Preisverleihungen bislang nach „Pulp Fiction“ der größte Erfolg von Quentin Tarantino. Mit „Pulp Fiction“ war er 1994 ebenfalls bei den DGA-Awards nominiert, außerdem hat er einen Golden Globe und einen Oscar für das beste Originaldrehbuch erhalten. In jenem Jahr war er auch als bester Regisseur nominiert, ging in der Kategorie aber leer aus.
Mit „Inglourious Basterds“ hat er bislang schon einige Kritikerpreise gewinnen können, außerdem ist er auch bei Golden Globes für die beste Regie und das beste Originaldrehbuch nominiert. Darüber hinaus könnte der Film als bestes Drama ausgezeichnet werden.
Lee Daniels ist mit dem Überraschungsfilm „Precious“ vertreten
„Precious“ wurde nach dem Überraschungserfolg beim Sundance Festival bereits als Geheimfavorit für die Preisverleihungssaison gehandelt. Bislang hat wider Erwarten nicht Hauptdarstellerin Gabourey Sidibe die meisten Auszeichnungen gewonnen, sondern Mo’Nique hat bislang fast alle Kritikerpreise als beste Nebendarstellerin abgeräumt. Nun ist auch Regisseur Lee Daniels für den DGA-Award nominiert. Hierzulande ist er vor allem durch seine Regie bei dem Drama „Monster’s Ball“ bekannt, für das Halle Berry einen Oscar erhielt. Falls Jason Lee ebenfalls eine Nominierung als bester Regisseur bei der Oscarverleihung erhält, wäre er nach John Singleton, der 1991 für „Boyz in the Hood“ nominiert war, der zweite Afro-Amerikaner in dieser Kategorie.
Jason Reitman ist für „Up in the Air“ nominiert
Der kanadische Regisseur John Reitman wurde erwartungsgemäß zum ersten Mal für einen DGA-Award nominiert. Sein Drama „Up in the Air“ gilt als Favorit für die Golden-Globe-Verleihung, außerdem wurde Jason Reitman unter anderem bereits von der LAFCA ausgezeichnet. Der 32-jährige Regisseur hat schon im Jahr 2005 mit seinem ersten Spielfilm „Thank You for Smoking“ die Kritiker beeindruckt, auch sein zweiter Film „Juno“ wurde nach der Premiere beim Toronto Film Festival 2007 von Publikum und Kritik begeistert aufgenommen. Der Lohn war unter anderem eine Nominierung als bester Regisseur und bester Film.
Die Verleihung der DGA-Awards
Die Gewinner werden beim 62. DGA Awards Dinner am 30. Januar 2010 in Los Angeles bekanntgegeben. Neben den Preisträgern für in der Spielfilmkategorie werden an diesem Abend auch die Gewinner in den Bereichen Fernsehen, Dokumentarfilm und Werbung ausgezeichnet.
