Am 17. April ist es endlich soweit: Nach der langen Winterzeit öffnet die Landesgartenschau Nordrhein-Westfalens in Hemer ihre Pforten. Es ist die erste von insgesamt fünf Landesgartenschauen, die 2010 in Deutschland stattfinden. Nicht nur beruflich Interessierte und Hobbygärtner werden hier Anregungen und Tipps finden. Auch viele Naturliebhaber, die sich einfach am Schauen erfreuen, werden auf ihre Kosten kommen. Und zu sehen gibt es Vieles.
Wechselnde Blumenschauen auf der Landesgartenschau
Die beeindruckenden Blumenschauen sind der jeweiligen Jahreszeit angepasst und wechseln monatlich. Los geht es mit einer farbenfrohen Präsentation von Azaleen, die nicht nur die Gartenschau, sondern symbolisch auch den Frühling einläuten soll. Bis zum 2. Mai sind die bunten Blumen zusammen mit allerhand weiteren Frühjahrsblühern und riesigen Schaupflanzen bis zu einer Höhe von 2,50 m zu bewundern. Danach schließt sich eine beeindruckende Orchideenschau an. Die Sommerausstellung ist dann hauptsächlich durch afrikanische und asiatische Einflüsse geprägt, bevor sich in den letzten Monaten der Landesgartenschau vorwiegend dem Obstanbau gewidmet wird.
Der Zauber der Verwandlung
Dieses Jahr steht die Ausstellung übrigens unter dem Motto „Zauber der Verwandlung". Verwandelt hat sich auch das Gelände, auf dem sie stattfindet. Aus der ehemaligen Kaserne ist nun ein Kultur- und Pflanzenparadies geworden, in dem man nicht nur verschiedene Themenparks, sondern auch mehrere Spielplätze, eine Skateanlage sowie eine Aussichtsplattform im Felsenmeer findet.
Eine Raupe für die Kleinen auf der Landesgartenschau
Auch die kleinen Gäste sollen sich auf der Landesgartenschau wohlfühlen sowie sich mit der Natur und ihren "Geheimnissen" auseinandersetzen. Das vorlaute Maskottchen Raudi Raupe steht ihnen dabei zur Seite. Dass die gefräßige Raupe, die einmal ein Schmetterling werden will, bei den Kleinen gut ankommt, zeigt sich schon vor Beginn der Gartenschau. Denn die zahlreichen Auftritte in verschiedenen Kindereinrichtungen waren schnell ausgebucht. Erwachsenen mag das Maskottchen etwas zu frech erscheinen. Aber gerade deswegen und wegen seiner kindgerechten Erklärung der Landesgartenschau ist es bei den Kindern so beliebt.
Anregende Ideen für den Garten
Natürlich richtet sich die Landesgartenschau in erster Linie auch an die zahlreichen Gartenliebhaber, bietet ihnen Tipps und Anregungen für die eigene grüne Oase, sei es im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon. Die Themengärten zeigen dabei Gestaltungsbeispiele aus aller Welt, vom "Mediterranen Garten" mit seinen Terrakottagefäßen bis hin zum „Asiatisches Flair" mit seinen Bambusgewächsen, den Wasserspielen, Buddhafiguren und anderen ungewöhnlichen Ideen für einen Garten, den nicht jeder hat. Auch verschiedene Elemente wie Wasser, Feuer, Steine oder spezielle Erlebnisoasen spielen bei den Themengärten eine zentrale Rolle.
Wer die ein oder andere Idee sofort in die Tat umsetzen möchte, wird sicherlich auf den Gärtnermarkt die passenden Produkte von Skulpturen bis hin zu Sitzbänken und Blumensaaten finden.
Ein Park für alle Sinne
Im südlichen Teil des Ausstellungsgeländes befindet sich der Park der Sinne. Wie der Name schon sagt, sollen hier alle Sinne des Menschen angeregt werden. Im „Garten des Geschmackes" etwa dreht sich das Geschehen um eines der Lieblingsgetränke der Deutschen: Den Kaffee. Von der Röstung bis zum Aufbrühen kann man hier die Herstellung miterleben und sich von dem köstlichen Aroma verwöhnen lassen. Im „Klanggarten" dagegen kommen vor allem die Ohren auf ihre Kosten. Dafür sorgt ein Hörohr aus Holz, das wohltuende Klänge erzeugt. Die Nase wird im „Duftgarten" verzaubert werden. Und wer es etwas „abenteuerlicher" mag, sollte es nicht versäumen, den „Garten des Gleichgewichtssinns" mit seinem aufregenden Balance-Parcours und den „Tastgarten" zu besuchen. Ganz Mutige können im letzteren Themenbereich in dunkle Kästen greifen und ertasten, was sich darin befindet.
Ein „irrer" Spaß, der Irrgarten der Landesgartenschau
Ein besonderer Spaß für Jung und Alt ist sicherlich der Irrgarten, der ebenfalls im Park der Sinne angelegt worden ist. Ziel ist es, durch das insgesamt 650 Meter lange Wegenetz zur Mitte und wieder hinaus zu finden. Unter Umständen kann sich der Rückweg sogar als schwieriger entpuppen. Gut hat es da, wer sich einigermaßen gemerkt hat, auf welchen verschlungenen Pfaden er zum Mittelpunkt gelangt ist. Der Irrgarten ist somit ein ausgezeichnetes Mittel, um den Orientierungssinn zu schulen.
Die Landesgartenschau in Hemer ist also mehr als eine reine Präsentation von Blumen und Gärten. Die Tageskarte ist mit 14,50 Euro nicht gerade billig. Dafür bekommt man jedoch eine Menge geboten. Und wer keine Zeit hat, bereits im April die kreative Pflanzenpracht mit allen Sinnen zu genießen, braucht sich keine Sorgen zu machen. Die NRW-Landesgartenschau kann man bis in den Oktober hinein besuchen.
