
- Sinnbild der Ökologie: ein Siebenpunkt-Marienkäfer - FOTO: GUNDULA KLÄMT
Die Welt wird immer künstlicher und unnatürlicher. Dagegen setzt sie sich zur Wehr und äußert Symptome, welche die Menschheit als ökologische Brennpunkte und (Natur-)Katastrophen wahrnimmt. Versteht die Mehrheit der Menschen nicht schleunigst, die natürlichen Ressourcen der Erde nachhaltig zu nutzen, wird Homo sapiens sich selbst ausrotten.
Unkontrolliertes Wirtschaftswachstum, wachsende Weltbevölkerung, grenzenloser Konsum
Auf der Welt leben derzeit rund 6.981.315.789 Menschen. Jahr für Jahr werden es mehr, denn die Geburtenzahl übersteigt weltweit betrachtet die Mortalitätsrate. Immer mehr Menschen brauchen immer mehr Raum, Nahrung, Energie, natürliche Ressourcen und Rohstoffe, mit denen darum immer sparsamer umgegangen werden muss. Menschen in den „modernen“ Erdteilen und Staaten pflegen einen luxuriösen Lebensstil. Sie konsumieren viel mehr als sie bräuchten. In Entwicklungs- und Schwellenländern fehlt es dagegen an allem - gerade an Bildung, Wissen und Know-how, wie sie mit den sich verändernden Lebensbedingungen zurechtkommen sollen. Aber auch in den fortschrittlichen Nationen müsste der Bedarf an neuen effizienteren Technologien und qualifiziertem Personal hoch sein. Doch Innovationen der Forschung brauchen neben Reifezeit auch finanzielle Unterstützung - in Zeiten der Wirtschafts-, Energie- und Finanzkrisen kein leichtes Unterfangen und Bremse der nachhaltigen Entwicklung.
Klimawandel, Immissionen, Energieverbrauch und ineffiziente Energieverluste
Das Klima verändert sich stetig. Das menschliche Wirtschaften tretet kräftig auf das Gaspedal des gegenwärtigen globalen Klimawandels. In der Folge tauchen in immer engeren Zeitabständen und in immer höheren Intensitäten Unwetterereignisse, wie Hochwasser, Dürren und Stürme auf. Der Treibhauseffekt kann nur aufgehalten und abgeschwächt werden, wenn weniger Kohlendioxid, Methan und andere Treibhausgase in die Atmosphäre entweichen. Das bedeutet, sowohl den Energieverbrauch durch Verkehr, Wohnen, Industrie, Landwirtschaft etc. zu senken als auch umweltverträgliche Wirtschaftsprozesse, Methoden und Technologien einzusetzen und sparsam und effizient mit Energieflüssen umzugehen. Immissionen, wie etwa Autoabgase und Verbrennungsgase gefährden bekanntlich auch direkt die menschliche Gesundheit.
Ausbeutung und Übernutzung natürlicher Ressourcen und Rohstoffe
Fossile Rohstoffquellen, vor allem Erdöl betreffend, sind über einen mehrere Menschengenerationen überdauernden Zeitraum nicht regenerationsfähig. Die vorhandenen Ressourcen neigen sich dem Ende zu. Darum ist effizient und sparsam mit ihnen zu haushalten. Wegen der Knappheit auf dem Land dringen Ölkonzerne zunehmend in die Tiefsee vor und gehen mit ihren Bohrungen große Risiken für die Umwelt und damit die Menschheit ein. Als Ausweg aus der Energiekrise werden die erneuerbaren Energien gesehen, obwohl auch beispielsweise Wind- und Wasserkraft Nachteile für die Natur und das Landschaftsbild mit sich bringen können. So wird die Durchgängigkeit von Flüssen für Fische und Wasserorganismen durch Stauanlagen behindert. In Windrädern verfangen sich wie in Stromleitungen nicht selten Vögel. Windparks in der Meeresumwelt stören gerade während des Baus und den Wartungsarbeiten empfindliche Arten. Hier sind Lösungsansätze, wie etwa Fischtreppen gefragt.
Artenschwund, Lebensraumzerstörung, Biodiversitätsrückgang, Naturverarmung
Je weiter Menschen vordringen und je intensiver sie Räume nutzen, desto stärker bedroht sind ohnehin seltene, weil störungsempfindliche Arten. Endemische Tier- und Pflanzenarten, die nur noch in ganz bestimmten Gebieten vorkommen, sind dabei besonders stark vom Aussterben bedroht. Durch menschliche Eingriffe werden Biotope verändert, meist vereinfacht und homogenisiert. Somit herrschen optimale Lebensbedingungen für schon weit verbreitete, weil an anthropogen überformte Landschaften angepasste Populationen vor. Diese Generalisten verdrängen über Nahrungs- und Raumkonkurrenz selten gewordene Spezialisten der Tier- und Pflanzenwelt. Eine reduzierte Artenvielfalt zieht veränderte Naturkreisläufe und Räuber-Beute-Beziehungen nach sich. Das wirkt sich nachteilig auf den Naturhaushalt aus. Artenreichtum ist die Quelle des Lebens. Jedes Lebewesen hat auch seiner selbst wegen, ein Recht zu existieren.
Abholzung oder Abbrennen der letzten Tropischen Regenwälder, Waldbrände und Kahlschlag-Forstwirtschaft
Die tropischen Regenwälder beherbergen die größte Artenvielfalt von allen Ökosystemen auf der Welt. Die letzten Regenwaldgebiete liegen entlang des Äquators hauptsächlich in Regionen, in denen die Menschen unter großer Armut leiden. Je ärmer die Menschen in einer Region sind, desto verheerender ist der Zustand ihres Umfeldes. Der Holz- und Neulandgewinnung für die Papierherstellung, den Anbau von Nutzpflanzen und für Siedlungen und Transportwege fallen fortlaufend Quadratmeter um Quadratmeter der tropischen Baumriesen zum Opfer. Mit dem Wald gehen viele Exemplare rar gewordener Flora und Fauna verloren. Auch die anderen Waldbestände der Welt sind wertvoller Lebensraum. Waldbrände und Kahlschlagwirtschaft bedrohen die über hunderte von Jahren entstandenen Lebensräume, vernichten einen großen Teil der Biodiversität und belasten mit bei Bränden freigesetztem Kohlendioxid das Klima.
Umweltverschmutzung durch Schadstoffeinträge und ungeklärte Abwässer
In Deutschland gelten strenge Umweltauflagen, was das Einleiten von Abwässern in natürliche Gewässer betrifft. Auch Industrieanlagen, Gewerbebetriebe, Massentierhaltungs- und Aquakulturanlagen sowie Krankenhäuser und Praxen unterliegen vorsorglich festgesetzten Grenzwerten für Stoffausträge und Immissionen. Deponien und Altlasten, wie stillgelegte Betriebs- und Militärgelände, werden auf Stoffaustritte überwacht, gesichert und saniert. Den genau zu ortenden, punktuellen Austrägen stehen die diffusen Stoffeinträge ohne direkte Quelle gegenüber. Auslöser diffuser Einträge ist beispielsweise die Pflanzenproduktion, wenn zu stark gedüngt wird und hohe Mengen an Pestiziden eingesetzt werden. Überschüssige Dünge- und Pflanzenschutzmittel gelangen über Abdrift, Verwehung, Erosion und Auswaschung mit dem Sickerwasser bis in den Grundwasserleiter in die Umwelt und schädigen sie. In anderen Staaten existiert kein oder nur unzureichender Umweltschutz; Abwässer fließen ungeklärt in Gewässer und Umweltgifte breiten sich unkontolliert aus. Eine verschmutzte Umwelt wird zur Gefahr für die menschliche Gesundheit und die Natur.
Ökologische Brennpunkte der heutigen Welt bremsen die nachhaltige Entwicklung
Zusätzlich zu den vorhergehend ausgeführten, behindern viele weitere ökologische Brennpunkte die nachhaltige Entwicklung in der gegenwärtigen Dekade und auch in der Epoche der näheren Zukunft:
- Flächenverbrauch, Flächenkonkurrenz, Flächenversieglung und Bebauung
- Desertifikation – Wüstenbildung und -ausbreitung, Bodendegradierung
- Müllproblem: Ja, es wird viel produziert, vor allem Abfall!
- Überfischung von Meeren und Gewässern
- Einfluss der Grünen Gentechnik auf die natürliche und gentechnikfreie Umwelt
- Kriege um intra- und intergenerationelle Gerechtigkeit und ihre ökologischen Auswirkungen
- den Ausstiegs aus der Atomenergie bewerkstelligen (zumindest erst einmal vorbildhaft in Deutschland)
- Einkommensalternativen durch Umweltbildung und Berufe im Umweltschutz bzw. in der Umwelttechnik
Die Überlebensstrategie von Homo sapiens in seinem Lebensraum Erde kann nur nachhaltige Entwicklung sein. Das Nachhaltigkeitskonzept für die Welt wurde mit dem UN-Dokument der „Agenda 21“ aufgestellt. Es muss „nur“ noch verwirklicht werden.
Verwendete Quelle: Menschenzähler „Weltbevölkerungsuhr“
