Die Oliven-Route der Costa del Sol

Ausflug in die Axarquía - Gabriele Hefele
Ausflug in die Axarquía - Gabriele Hefele
Bergauf und bergab in der Berglandschaft der Axarquía und durch die einstigen Verstecke der Banditen führt diese Reiseroute. Mit gastronomischen Tipps.

Das Olivenöl ist Hauptbestandteil der spanischen wie allgemein der mediterranen Küche. Es spielt die Hauptrolle bei diesem Tourenvorschlag. Wie überhaupt die Tourismusverantwortlichen die Attraktivität von Themenrouten wie „Weinstraßen“, „Gastronomierouten“ und dergleichen entdecken. Das wurde auf der ITB, der Internationalen Tourismusbörse in Berlin 2011, deutlich.

Nun also die Olivenroute, die außerdem durch eine malerische Gebirgslandschaft führt, die früher berüchtigt war als Zufluchtsort der Banditen. Ausgangspunkt ist die Hafenstadt Málaga. Von dort nimmt man die Autovia N 321 Richtung Granada und biegt an der Ausfahrt Casabermeja nach Colmenar ab.

Hervorragende Küche allerorten

Es handelt sich bei Colmenar um einen Knotenpunkt der Berggegend um Málaga, der schon besiedelt war in der Jungsteinzeit, was sich in der nahe gelegenen Höhle de las Pulseras erweist. Es war dann Durchgangsort für die Römer, die Rebellen des Mauren Umar Hafsun, die Truppen der Katholischen Könige Isabel und Ferdinand und der französischen Soldaten Napoleons. Doch heute ist es ein ruhiger, gastfreundlicher Ort mit steilen Gassen, das Ortsbild geprägt von der Wallfahrtskirche Ermita de Nuestra Señora. In Colmenar kann man hervorragende abwechslungsreiche Küche kennen lernen wie die plato de los montes, die Platte der Berge mit Wurstwaren, und sich zum Nachtisch süße Blätterteigküchlein munden lassen. Kosten Sie auch die Moste und Weine des Ortes.

Ein kriegerischer Pfarrer

Weiter geht es nach Riogordo, eine Ortschaft von circa 2.700 Einwohnern, die einen oberen und einen unteren Ortskern aufweist. In letzterem liegen schöne Häuser aus dem 18. Jahrhundert, die faszinierende Einblicke in ihre Innenhöfe gewähren. Berühmt wurde während der napoleonischen Besetzung der Pfarrer von Riogordo, der mit Guerillas die Franzosen in ihren eigenen Kasernen angriff. Das typische Gericht von Riogordo sind übrigens Schnecken in Sauce, die zwischen Mai und August serviert werden, also passend zur touristischen Hauptsaison der Costa del Sol.

Über steile Bergpässe wie Puerto de los Alhazores und Puerto del Sol auf 1.100 m über Meereshöhe erreicht man Alfarnate im Nordwesten der Axarquía. Hier fanden Ende des 19. Jahrhundert die Bandoleros, die Räuberbanden, Unterschlupf. Sie hatten als Treffpunkt die berühmte Venta de Alfarnate, das Wirtshaus, in dem auch später König Alfons XIII. speiste. Hier sind die kräftigen Eintöpfe empfehlenswert oder das traditionelle Eiergericht „huevos a lo bestía“, zu dem der Wirt kostenlos einlädt, wenn man drei Portionen davon hintereinander schafft! Und wer Spanisch kann, der kriegt auch noch eine der zahlreichen Legenden um die Banditen dazu erzählt.

Das Olivenölfest von Periana

Periana heißt die nächste Station auf dieser Ausflugsroute. Es befindet sich in einem fruchtbaren Tal mit geschütztem Mikroklima für die Landwirtschaft. Seine gute Lage in der sonst raueren Berglandschaft war auch in der Frühzeit begehrt, weshalb sich hier zahlreiche archäologische Ausgrabungsstätten finden aus der Neusteinzeit und der Zeit des "Al Andaluz" wie die Überreste der arabischen Bäder. Pfirsichbäume und die Oliven sind die Haupteinnahmequellen des Ortes, der Ende März das berühmte Olivenölfest feiert. Es lohnt sich, die morretes, ein Gericht aus Spargel, Pilzen, Kartoffeln und Mandelsauce zu kosten.

Für einen Abstecher nach Alcaucín sollte man sich etwas Zeit nehmen. Noch heute sieht man deutlich die maurischen Spuren des kleinen Ortes, dessen Entstehung man bereits auf die Phönizier zurückführt. Es wird dort auch der Mythos gepflegt, dass man Odysseus während seiner zehnjährigen Irrfahrt hier gefangen gehalten haben soll. Die maurische Burg wurde nach der Eroberung durch die christlichen Truppen in ein Gefängnis für aufständische Mauren umgewandelt. 1884 verwüstete ein Erdbeben den Ort und die umliegende Gegend. Übrigens ist das Quellwasser von Alcaucín berühm und ein hervorragendes Trinkwasser. Es mundet gut zu den berühmten Stockfischküchlein oder der Kabeljausuppe oder den Sardinen mit Kürbis, den Spezialitäten des Ortes.

Oase inmitten der Berglandschaft

An den Fischgerichten merkt man, dass die Küste nicht weit ist, der man sich über die malerische Strecke am Stausee entlang nähert, dem das Dorf Viñuela seinen Namen gab. Oase der Axarquia wird dieser Ort auch genannt, an dem sich dann die zwei wichtigsten Landstraßen der Provinz Málaga vereinen: die von Alhama und die von Casabermeja. Große Getreidefelder und die berühmten Olivenhaine bestimmen das Landschaftsbild. Das Gebiet um den Stausee ist ein beliebtes Urlaubs- und Ausflugsgebiet geworden durch seine ländliche und natürliche Umgebung. Große Scharen von Flamingos kann man am See beobachten.

Im Sommer gehören geröstete Brotwürfeln mit Orangen und Granatäpfeln zu den Highlights der Ortsküche und vor allem die Ajoblanco, die berühmte Knoblauch- und Mandelsuppe Málagas. Über Trapiche und Velez-Málaga geht es eine breite Straße hinunter zur Küste und dem berühmten Urlaubsort Torre del Mar. Über die A7 kommt man zurück in die Provinzhauptstadt Málaga, wo diese Ausflugsroute mit Gastronomietipps der andalusischen Küche endet.

Dr. Gabriele Hefele, Reinhard Hefele

Dr. Gabriele Hefele - Dr. phil. Gabriele Hefele gewann bereits mit 13 Jahren einen Preis für eine lustige Olympiareportage. Sie schrieb mit 17 ein ...

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