Die Oortsche Wolke

Kometenwolke rund um unser Sonnensystem

Als äußerster Rand unseres Sonnensystems gilt die Oortsche Wolke, welche gleichzeitig Heimat von bis zu 100 Milliarden Kometen und Asteroiden ist.

Die Oortsche Wolke ist kugel- und schalenförmig um unser Sonnensystem angeordnet und hat eine Ausdehnung von ca. 100.000 AE (Astronomische Einheiten). Dies entspricht 1,5 Lichtjahren. Eine AE stellt das Maß für die mittlere Entfernung zwischen unserer Erde und der Sonne dar. Ein Lichtjahr ist die Strecke, welche das Licht mit einer Geschwindigkeit von 300.000 m/s in einem Jahr zurücklegt. Forscher gehen heute davon aus, dass die in der Oortschen Wolke enthaltenen Kometen ca. 50.000 bis 100.000 Mal so weit von der Sonne entfernt sind wie die Erde.

Gelegentlich werden die Bahnen der Kometen durch den Vorbeizug von nahe gelegenen Sternen so beeinflusst, dass sie die Oortsche Wolke verlassen, in das Innere unseres Sonnensystems vordringen und dann für den Beobachter auf der Erde sichtbar werden. Die Kometen gehen der Masse der Oortschen Wolke dauerhaft verloren. Auf diese Weise hat die Kometenwolke seit ihrer Entstehung vor rund 4,6 Milliarden Jahren ca. 40% bis 80% ihrer Masse eingebüsst. Ein besonders großer Massenverlust tritt immer dann ein, wenn ein Stern die Oortsche Wolke in einer relativ geringen Entfernung passiert.

Aufbau der Oortschen Wolke

Die Kometen, Asteroiden und Kleinkörper der Oortschen Wolke bestehen hauptsächlich aus Staub, Gesteinsfragmenten, Eis und organischen Molekülen. Dies ist das gleiche Material, welches auch zur Zeit der Bildung unseres Sonnensystems vorhanden war. Vermutlich sind die Objekte der Oortschen Wolke bei der Entstehung unseres Sonnensystems, als sich die Planeten und Monde formten, übrig geblieben.

Alle Kometen mit einer sehr langen Umlaufzeit und einer sehr großen Umlaufbahn haben ihren Ursprung in der Oortschen Wolke. Einige Kometen benötigen mehrere Tausend Jahre für einen kompletten Umlauf um unsere Sonne.

Entstehnung der Oortschen Wolke

Die Kleinkörper der Oortschen Wolke sind vermutlich im Inneren unseres Sonnensystems, irgendwo zwischen den Planeten entstanden. Als sie dann in den gravitativen Bereich der großen Planeten gerieten, wurden sie nach außen geschleudert. Zu diesem Prozess hat vor allem Jupiter beigetragen. Mit seiner großen Gravitationskraft ist er in der Lage, die Bahnen von Kleinkörpern dauerhaft zu verändern. Dabei kann er sie sowohl nach innen verschieben als auch ins äußere Sonnensystem befördern. Darüber hinaus ist es auch möglich, dass er sie zwingt, ihn fortan als Mond zu umkreisen oder dass sie auf ihn stürzen.

Mit großer Wahrscheinlichkeit sind die Objekte der Oortschen Wolke zeitgleich mit der Sonne und den Planeten unseres Sonnensystems entstanden. Während sich das Gestein der Planeten im Laufe der Zeit durch Vulkanismus und Erosion veränderte, bliebt es wahrscheinlich bei den Objekten der Oortschen Wolke in seinem anfänglichen Zustand erhalten. Es ist seit mehr als 4 Milliarden Jahren tiefgefroren, da die wärmenden Strahlen unserer Sonne wegen der riesigen Entfernung kaum bis dorthin gelangen können. Ein Komet der Oortschen Wolke würde dann aus Urmaterie bestehen.