
- In der Arena von Verona: Vor der Vorstellung - Tatjana Alisch
Wer seine Sommerferien in Oberitalien verbringt, sei es am Gardasee oder auch an der oberen Adriaküste, sollte sich den Besuch einer Opernaufführung in der Arena von Verona nicht entgehen lassen. In keinem Opernhaus der Welt gehört das Flair des Aufführungsortes so zu der Aufführung selbst wie hier. Auch wer noch nie ein Opernhaus betreten hat, wird dieses Erlebnis nicht vergessen.
Die Arena von Verona
Die Arena von Verona ist ein römisches Amphitheater, das etwa im Jahr 30 n. Chr. für Gladiatorenkämpfe erbaut wurde. Obwohl sie 1117 bei einem Erdbeben teilweise zerstört und danach im Mittelalter zeitweise als Steinbruch genutzt wurde, hat sie auch heute noch eine Größe von 138 x 109 Metern und ist damit das drittgrößte Amphitheater der Antike, das heute noch erhalten ist.
Obwohl ihr Rund bei den Opernaufführungen natürlich nicht ganz genutzt werden kann, bietet die Arena auch heute noch mehr als 22.000 Zuschauern Platz.
Lage und Anreise
Verona liegt zentral im norditalienischen Veneto, nur etwa 20 Kilometer östlich des Gardasees. Es ist sowohl ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, an dem sich die Brennerlinie Innsbruck-Bologna und die Linie Turin-Mailand-Venedig kreuzen, als auch ein Knotenpunkt des italienischen Autobahnnetzes. Außerdem verkehren während der Festspielzeit auch zahlreiche Busse von den wichtigsten Ferienorten nach Verona und nachts wieder zurück.
Die Opernfestspiele von Verona
Schon in der Renaissancezeit gab es Bestrebungen, die Arena von Verona als Theater zu nutzen. Doch erst nach einer Aufführung von Giuseppe Verdis "Aida" anlässlich des 100. Geburtstages des Komponisten am 10. August 1913 beschloss man, das Theater mit seiner hervorragenden Akustik regelmäßig für Opernaufführungen und Konzerte zu nutzen.
Das Programm 2010
2010 finden die 88. Opernfestspiele von Verona statt. Das Festival wird am 18. Juni mit einer Neuinszenierung von Giacomo Puccinis letzter Oper "Turandot" eröffnet, sechs weitere Vorstellungen folgen.
Die Hauptattraktion aber ist wie in jedem Jahr Giuseppe Verdis "Aida", deren Triumphmarsch wie für die Arena von Verona geschaffen erscheint. 17 Mal wird "Aida" aufgeführt, u.a. auch zum Abschluss der Festspiele am 29. August.
Außerdem kommen Puccinis "Madame Butterfly" (8 mal), Verdis "Troubadour" (6 mal) und Georges Bizets "Carmen" (10 mal) zur Aufführung. Bei allen fünf Opern ist Franco Zeffirelli, der Meister der opulenten Aufführungspraxis, für Regie und Bühnenbild verantwortlich.
Die Vorstellungen beginnen im Juni und Juli um 21 Uhr 15, im August um 21 Uhr.
Tickets und Preise des Opernfestivals von Verona
Es ist möglich, die Eintrittskarten direkt bei der Fondazione Arena di Verona schriftlich, telefonisch oder online zu bestellen. Ebenso kann man die Tickets über zahlreiche Reiseveranstalter oder auch vor Ort erwerben.
Die Preise variieren je nach Wochentag von 198 bzw. 183 Euro für die vorderen Parkettplätze (Poltronissime Gold) bis zu 23 bzw. 21 Euro auf den unnummerierten Stufenplätzen (Gradinata) oben und auf der Seite.
Ermäßigungen zwischen 3 und 15 Euro gibt es für Senioren ab 65 Jahren und Kinder und Jugendliche bis 26 Jahre, allerdings nur für die Vorstellungen von Sonntag bis Donnerstag und in den Preisgruppen 4 bis 7. Kinder unter vier Jahren haben dagegen keinen Eintritt in die Arena.
Was passiert bei schlechtem Wetter in Verona?
So stimmungsvoll eine Aufführung unter dem Sternenhimmel einer italienischen Sommernacht auch ist, so kann es wie bei allen Freilichtaufführungen auch in Verona passieren, dass das Wetter einem einen Strich durch die Rechnung macht. Bei dem Ausfall einer Vorstellung wird einem zwar das Eintrittsgeld zurückgezahlt, allerdings nur dann, wenn die Aufführung noch nicht begonnen hatte. Bei ungewissen Witterungsverhältnissen muss man sich außerdem auf Wartezeiten von bis zu 150 Minuten einstellen, bevor über die endgültige Absage einer Vorstellung entschieden wird.
