Die Organschaft im Steuerrecht (Rezension)

Die Organschaft im Steuerrecht - Martin Leister
Die Organschaft im Steuerrecht - Martin Leister
Peter Schumacher beschreibt in einem Steuerfachbuch die Organschaft als Instrument der Steuergestaltung für Unternehmen. Ein Buch für den Praktiker.

In seinem neuen Buch "Die Organschaft im Steuerrecht" aus der Reihe Steuerrecht und Steuerberatung des Erich-Schmidt-Verlags erläutert Diplom-Finanzwirt Peter Schumacher die Organschaft, ein wichtiges Instrument der Steuergestaltung für Unternehmen. Das Fachbuch gliedert sich zunächst in drei Kapitel: die steuerliche Behandlung der Organschaft bei der Körperschaftsteuer, bei der Gewerbesteuer und bei der Umsatzsteuer. Im vierten Kapitel wird dann ein zusammenfassender Beispielsfall dargestellt.

Die körperschaftsteuerliche Organschaft

Der Autor beschreibt im ersten Kapitel sehr ausführlich die einzelnen Voraussetzungen für eine steuerlich anzuerkennende körperschaftsteuerliche Organschaft, aus der Sicht des Organträgers und aus der Sicht der Organgesellschaft. Bei einer körperschaftsteuerlichen Organschaft ist die Organgesellschaft in den Organträger finanziell eingegliedert. Die beiden Gesellschaften schließen einen Gewinnabführungsvertrag ab, der bestimmte Regelungen beinhalten und tatsächlich durchgeführt werden muss. Ein Mustervertrag ist im Buch abgedruckt. Danach beschreibt Schumacher ausgehend vom handelsrechtlichen Jahresüberschuss die Rechtsfolgen der Organschaft im Körperschaftsteuerrecht:

  • getrennte Ermittlung der steuerlichen Bemessungsgrundlagen der beteiligten Unternehmen nach nach den allgemeinen Vorschriften des Einkommen- und Körperschaftsteuerrechts und der Sondervorschriften für Organschaften und
  • Zusammenrechnung der Bemessungsgrundlagen auf der Ebene des Organträgers.

Der Autor widmet sich zahlreichen Einzelfragen, die bei der Besteuerung von Organschaften auftreten: Die Behandlung von Mehr- und Minderabführungen aus organschaftlicher und vororganschaftlicher Zeit, die Bildung von besonderen Ausgleichsposten, die Saldierung von organschaftlichen und vororganschaftlichen Beträgen. Danach erläutert er einige wichtige Sachverhalte zu Mehr- und Minderabführungen, wie zum Beispiel die Behandlung von Geschäfts- und Firmenwerten, Drohverlustrückstellungen, Anpassungen an Betriebsprüfungen, Gewinnanteilen an Personengesellschaften. Organschaft und verdeckte Gewinnausschüttungen, Organschaft und Umwandlungsvorgänge, die Behandlung des steuerlichen Einlagekontos und die verunglückte Organschaft sind unter Anderem weitere Themen des Buches.

Die gewerbesteuerliche Organschaft

Im zweiten Kapitel geht es um die Besonderheiten der Organschaft im Gewerbesteuerrecht. Schumacher stellt zunächst fest, dass die Voraussetzungen der gewerbesteuerlichen Organschaft mit denen im Körperschaftsteuerrecht exakt übereinstimmen. Als Rechtsfolge einer anzuerkennenden Organschaft ist der Gewerbeertrag des Organs zu ermitteln und danach dem Organträger zur Versteuerung zuzurechnen. Die technische Umsetzung wird anhand eines Beispiels verständlich dargestellt. Sonderfragen, wie die Behandlung von Veräußerungsgewinnen, Schachteldividenden, Dividenden aus Streubesitz und Dauerschuldzinsen werden vom Autor erläutert.

Die umsatzsteuerliche Organschaft

Die umsatzsteuerliche Organschaft ist Thema des dritten Kapitels. Im Unterschied zum Körperschaft- und Gewerbesteuerrecht ist umsatzsteuerlich auch die organisatorische und wirtschaftliche Eingliederung des Organs in den Organträger erforderlich. Anhand von Beispielen erklärt Schumacher ausführlich die genannten Voraussetzungen. Als Rechtsfolgen einer anzuerkennenden umsatzsteuerlichen Organschaft sind zu nennen:

  • Die Leistungen zwischen den beteiligten Unternehmen stellen nicht steuerbare Innenumsätze dar und
  • alle Außenumsätze sind beim Organträger zu erfassen.

Am Ende dieses Kapitels erläutert der Autor die Beendigung einer umsatzsteuerlichen Organschaft bei Wegfall der Eingliederungsvoraussetzungen und die daraus resultierenden Rechtsfolgen.

Ein Beispielsfall aus der Praxis

Auf den folgenden zwanzig Seiten folgt ein ausführliches Beispiel zum Thema Organschaft. Nach der Darstellung eines Sachverhalts aus der Praxis wird das Einkommen der Organgesellschaft ermittelt, das steuerliche Einlagekonto und der Gewerbeertrag des Organs ermittelt sowie die Besteuerungsgrundlagen, das Einkommen und der Gewerbeertrag des Organträgers. Das Fachbuch endet mit einem Anhang, in dem Auszüge aus dem Körperschaftsteuergesetz, aus den Körperschaftsteuerrichtlinien, aus dem Gewerbesteuergesetz und dem Umsatzsteuergesetz abgedruckt sind. Ein Literaturverzeichnis sowie eine Zusammenstellung der Gesetze, Verordnungen und Richtlinien runden das Fachbuch ab.

"Organschaft im Steuerrecht" ist ein für Anfänger und Fortgeschrittene sehr zu empfehlendes Werk, insbesondere für den Praktiker, der sich täglich in Steuerberatung und Finanzverwaltung mit diesem Thema beschäftigen muss. Das gesamt Inhaltsverzeichnis ist hier zu finden. Diplom-Finanzwirt Peter Schumacher ist Betriebsprüfer für Großbetriebe und Dozent an der Hessischen Hochschule für Finanzen und Rechtspflege in Rotenburg an der Fulda.

"Die Organschaft im Steuerrecht mit Fallbeispielen", Erich-Schmidt-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-503-12966-9, 256 Seiten, kartoniert, 39,80 Euro.

Bildnachweis: Martin Leister

Martin Leister, Martin Leister

Martin Leister - Ich gehöre zum Jahrgang 1955 und wohne im Rheingau. Von Beruf bin ich Dipl.-Finanzwirt und damit Beamter des Landes Hessen beim ...

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