
- Oxfam Shop in Berlin - Ruth Lisa Knapp
Kleidung, die nicht mehr passt, nicht mehr gefällt, ausgelesene Bücher, die nur Platz im Regal wegnehmen, Spielzeug oder Haushaltsgegenstände, die man nicht mehr braucht? Wenn die Sachen so gut erhalten sind, dass sie anderen nützlich sein und verkauft werden können, nimmt ein Oxfamladen solche Sachspenden gerne an. Ehrenamtliche Mitarbeiter erledigen alles rund um Angebot und Verkauf. Für die Spenden finden sich Käufer und der Erlös geht an den Verein, dessen Ziel die Armutsbekämpfung weltweit ist.
Gründung und Entwicklung der Hilfsorganisation Oxfam
Die Oxfam Shop GmbH ist ein Tochterunternehmen des Vereins Oxfam Deutschland e.V. und dieser gehört dem Verbund Oxfam International (OI) an. Gegründet wurde Oxfam 1942 in England, der Name bedeutet Oxford Committee for Famine Relief – Oxforder Komitee zur Linderung von Hungersnot. Ziel war zunächst die Unterstützung der hungernden Zivilbevölkerung in Deutschland und Griechenland und der Kriegsflüchtlinge während des Zweiten Weltkriegs und in den Jahren danach. Seit Ende der 1950er Jahre konzentriert sich der Verbund auf die Armutsbekämpfung weltweit, unterstützt Nothilfe- und Entwicklungsprojekte in über hundert Ländern, organisiert Kampagnen und leistet Öffentlichkeitsarbeit.
Die Idee hinter den Oxfam Shops: Überflüssiges flüssig machen
Einen großen Teil der finanziellen Mittel generieren die Shops. Der erste wurde 1948 in Oxford eröffnet, der erste deutsche 1985 in Bonn. Inzwischen sind es mehr als 1.200 weltweit. Sie funktionieren nach einem einheitlichen Konzept, das aufgrund langjähriger Erfahrungen entwickelt wurde. Die Grundidee ist, dass alle Beteiligten etwas davon haben sollen: Die Spender werden guten Gewissens Dinge los, die sie nicht mehr brauchen, die aber zu schade zum Wegwerfen sind. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Shops können im Team einen entwicklungspolitischen Beitrag leisten, indem sie ihre Zeit und ihr Know-how zur Verfügung stellen, gewinnen Arbeitserfahrung und soziale Kontakte. Die Kunden können günstig brauchbare Ware erwerben und dabei manchmal ein Schnäppchen machen. Katastrophenopfer und Menschen, die in Armut leben, profitieren von den Projekten, die mit dem Geld unterstützt werden, das die Läden erwirtschaften. Und auch ein Beitrag zur Schonung der Umwelt wird geleistet, indem weniger auf dem Müll landet mehr Dinge länger genutzt werden.
Mixshops und Buchshops: Das Warenangebot der Oxfam-Läden
Oxfam Shops sind attraktive Secondhand-Geschäfte, keine Ramschläden. Die Mitarbeiter können daher Spenden durchaus ablehnen, wenn dafür keine Verkaufschance besteht oder wenn sie nicht ins Sortiment passen. Handzettel informieren darüber, was gespendet werden kann und was nicht. Es wird ein einheitliches Erscheinungsbild angestrebt, denn die Läden haben auch die Aufgabe, den Verein und seine Ziele in der Gesellschaft bekannt zu machen. Eine gute Verkaufslage ist wichtig, helle, freundliche Räume, in denen möglichst hochwertige Ware übersichtlich zu Festpreisen angeboten wird. Neben den Spenden werden auch Waren aus fairem Handel wie Kaffee, Tee und Süßwaren verkauft. Die meisten Läden sind Mixshops, sie bieten Kleidung, Haushalts- und Geschenkartikel, Spielzeug sowie Bücher und audiovisuelle Medien an. In einigen Großstädten gibt es auch spezielle Buchshops, in denen nur Bücher, CDs und DVDs verkauft werden. Wie ein solcher Oxfam Buchshop im Einzelnen funktioniert, lesen Sie in einem anderen Suite101-Artikel.
Quellen und weiterführende Informationen: oxfam.de
