
- Sherman M4A3 in Turanj in Kroatien - Harald Rossa
Der Kampfpanzer M4 gehörte zu den mittelschweren Panzern im Zweiten Weltkrieg. Er wurde in den USA entwickelt und gebaut. Von keinem anderen Panzer wurden im Zweiten Weltkrieg mehr Exemplare gebaut als von dem M4.
Meist werden die M4 als Sherman bezeichnet. Diesen Namen des amerikanischen Generals William T. Sherman gab ihm die britische Armee bei den ersten Gefechtseinsätzen dieses Panzers in der zweiten Schlacht bei El-Alamein.
Geschichte des M4
Der erste Prototyp des M4 stand 1941 auf den Ketten. Ab 1942 wurde er in Großserie produziert. Bewaffnung und Panzerung entsprachen dem damaligen Stand der Panzerentwicklung. Unterm Strich versprach das Modell eher durchschnittliche Leistungen.
Wichtiges Entwicklungsziel war ein Standardpanzer, der zu geringen Herstellungskosten in großen Stückzahlen bei verschiedenen Herstellern zu produzieren war. 2.000 Stück pro Monat sollten an die Truppen der USA und ihrer Verbündeten geliefert werden.
Ein Pluspunkt des M4 war seine horizontal selbst stabilisierende Kanone. Seine frontale Panzerung hatte eine Stärke von 91 Millimeter an der Kanone, 76 Millimeter an der Turmfront und 63 Millimeter an der Rumpffront. Dies war für den Einsatz 1942 in Nordafrika ausreichend. Doch im Verlauf des Krieges erwies sie sich zunehmend als vergleichsweise schwach und machte den M4 verwundbar.
Der M4 im Kampfeinsatz
Ein Schwachpunkt der frühen M4 und vieler anderer Panzer im Zweiten Weltkrieg war der Motorbrand nach Treffern im Kampfraum. Ab Anfang 1944 wurden beim M4 Wasserbehälter an den Stauräumen für die Munition angebracht. Dieses „wet stowage“-System senkte die Brandgefahr nach einem Treffer in den Kampfraum. Diese Brände hatten dem M4 den sarkastischen Spitznamen „Ronson“, das war eine Marke für Feuerzeuge, eingebracht.
Ende 1943 tauchten die neueren schweren deutschen Panzer mit den Katzennamen Panther, Jagdpanther, Tiger, Königstiger und Jagdtiger auf den Schlachtfeldern in Europa verstärkt auf. Diesen Panzern war der M4 im Gefecht deutlich unterlegen. Ein einzelner deutscher Panzer VI, der Tiger, konnte einem Verband aus M4-Panzern erheblich zusetzen.
Diese Schwäche glichen die Alliierten im Zweiten Weltkrieg durch 2 Faktoren aus. Sie produzierten den M4 in rauen Mengen und erreichten so die quantitative Überlegenheit auf den Kriegsschauplätzen. Und dann war der M4 technisch deutlich weniger anspruchsvoll und war daher viel leichter zu warten und zu reparieren als die deutsche Spitzentechnik.
Das zweite große Einsatzfeld des M4 war der Koreakrieg von 1950 bis 1953. Im und nach dem Zweiten Weltkrieg gelangten Panzer des Typs M4 in fast alle Winkel der Erde. Und taten durchaus bis in die jüngste Vergangenheit ihren Dienst im Krieg. So beispielsweise auf kroatischer Seite im Heimatkrieg von 1991 bis 1995. Ein M4A3 in dem Heimatkriegmuseum in Turanj bei Karlovac belegt diesen Einsatz.
Die Vatianten des M4
Die ersten Varianten unterschieden sich vor allem durch die eingebauten Motoren. Dies war der Preis für den Standardpanzer, den verschiedene Hersteller produzierten. Aber für die Entwicklung eines Einheitsmotors reichte die Zeit nicht.
- Der M4 ging ab Juli 1942 in die Produktion. Er hatte eine geschweißte Walzstahlwanne, ein VVSS-Laufwerk (Vertical Volute Spring Suspension – Vertikalkegelfederung), einen luftgekühlten Continental Wright 9-Zylinder-Sternmotor R975 C1 oder C4 mit 400 bzw. 460 PS. Ab Februar 1944 wurde eine 105-mm-Haubitze die Hauptwaffe.
- Der M4A1 war die erste in Serie produzierte Variante. Er war weitgehend identisch mit dem M4, hatte aber eine Gussstahlwanne. Ab Januar 1944 wurde das „wet stowage“ System eingeführt und ein neuer Turm mit einem 76-mm-Geschütz verwendet.
- Der M4A2 war die einzige Variante mit Dieselmotor. Zwei Sechszylindern vom Typ General Motors 6-71 mit zusammen 375 PS sorgten für den Antrieb. Eine geschweißte Walzstahlwanne, VVSS, ab Februar 1944 neuer Turm mit 76-mm-Bewaffnung und „wet stowage“. Die meisten Panzer mit dem 76-mm-Geschütz gingen in die UdSSR.
- Der M4A3 hatte einen Ford V8-Motor GAA V8 mit 450, später 500 PS. Die Walzstahlwanne war am Heck leicht modifiziert. Ab 1944 Änderung des Wannenbugs und Einbau von „wet stowage“, neuem Turm und neuer Bewaffnung, Erste Version mit HVSS. Diese Version wurde von den US-Streitkräften im Koreakrieg eingesetzt
- Der M4A4 mit einem 30-Zylinder-„Multibank“-Motor von Chrysler wurde schon 1944 eingestellt. Seinen Antrieb mit 425 PS übernahmen fünf gekoppelte Reihenmotoren mit je sechs Zylindern. Er wurde nur im Rahmen des Lend-Lease-Abkommens geliefert und war die Basis für die meisten „Firefly“- Umbauten.
- M4A5 war ein in Kanada hergestellter ähnlicher Panzer.
- M4A6 war eine Vorserie mit einem 450 PS starken Caterpillar-Dieselmotor RD-1820. Er ging nicht in Serie.
Der Sherman Firefly war ein Umbau der britischen Armee. Eine Panzerabwehrkanone ersetzte die Standardwaffe. Damit konnten auch schwere deutsche Panzer erfolgreich bekämpft werden.
In Israel wurden nach 1960 die meisten Sherman-Panzer modernisiert und liefen nun als M50 „Supersherman“ oder M51 „Isherman“. Sie sollen noch weiter in Reserve vorgehalten werden. 1990 sollen solche Panzer bei Kämpfen nördlich von Beirut in Kämpfe verwickelt gewesen sein.
Die Daten der Panzer M4A1 | M4A3
- Besatzung: 5 Mann
- Gefechtsgewicht: 30,4 | 33,7 Tonnen
- Länge: 5,89 |7,54 Meter
- Breite: 2,62 | 3 Meter
- Höhe: 2,74 | 2,97 Meter
- Hauptwaffe: 7,5-cm-Kanone L/40 | 7,62-cm-Kanone L/52
- Sekundärwaffen: zwei MG Browning M1919 7,62 Millimeter und ein ein MG Browning M2 12,7 Millimeter
- Motor: Continental-Wright-9-Zylinder-Ottomotor luftgekühlt | Ford-V8-Ottomotor wassergekühlt
- Hubraum: 15,9 |17,9 Liter
- Leistung: 400 PS | 500 PS
- Getriebe fünf Vorwärts-, ein Rückwärtsgang
- Höchstgeschwindigkeit 40,2 km/h | 41,8 km/h
- Kraftstoffvorrat 662 | 636 Liter
- Reichweite auf der Straße: 193 |161 Kilometer
