
- Pappeln brauchen viel Wasser - nuedeli / pixelio.de
Die Pappel, Populus, hat langgestielte, spiralig angeordnete Blätter, die ei-, herz- oder rautenförmig, dreieckig oder auch ein wenig gelappt sind und schon beim leichtesten Windhauch flattern. Die Zweige, Knospen und Blattnerven sind unregelmäßig angeordnet, daher kann man sie leicht erkennen.
Die Pappel entweder rein weiblich oder rein männlich
Jede Pappel ist entweder rein weiblich oder rein männlich. Die männlichen Bäume tragen gelbe oder rötliche, hängende Kätzchen, die bereits im März oder April, bevor die Blätter hervorkommen, ihren goldenen Blütenstaub entleeren. An den ähnlich aussehenden, auch hängenden weiblichen Kätzchen reifen die grünen Fruchtknoten bis zu Sommer zu kleinen Kapseln heran. Diese Kapseln reißen dann auf und entlassen kleine Samen, die mit weißen Wollhaaren besetzt sind und vom Wind weit fortgetragen werden können. Sollen die Samen keimen, müssen sie in wenigen Tagen auf feuchte Erde fallen. Aus den Samen entwickeln sich dann winzige Pflänzchen mit zwei kleinen, etwas fleischigen Keimblättern. Die meisten Samen gehen aber nicht auf und werden in der Praxis durch Stecklinge vermehrt, aus denen sich mit der Zeit Bäume entwickeln, die genau, auch dem Geschlecht nach, dem Elternbaum entsprechen.
Die auffallendste Pappel ist die Pyramidenpappel
Die auffallendste Pappel ist die leicht erkennbare Pyramidenpappel, Populus nigra var. italica, die vermutlich aus Italien stammt. Sie ist fast immer männlich und hat eine sehr schmale Krone. Ihre Äste richten sich alle steil nach oben, fast so wie der Hauptstamm. Sie wächst wie alle Pappeln sehr schnell und wird vor allem als Windschutz und Alleebaum angepflanzt. Die Pyramidenpappel ist nur eine besondere Variation der europäischen Schwarzpappel, Populus nigra, die man nur mehr sehr selten in den Auwäldern tiefer Lagen entdecken kann. Sie hat eine breite Krone und einen Stamm mit rauhen Borken und Knoten.
Heute angepflanzte Pappeln sind Kreuzungen
Die Pappeln, die heute gepflanzt werden, sind meistens Kreuzungen zwischen der europäischen und amerikanischen Schwarzpappel, beispielsweise die Populus deltoides. Diese Pappeln haben eine bessere Form und wachsen noch schneller. Außerdem sind sie widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Eine besonders häufige Sorte ist die Sorte Serotina, die durch Stecklingvermehrung immer in reiner Form erhalten bleibt. Sie bekommt erst spät ihre Blätter und ist männlich. Diese Sorten werden auch unter der Sammelbezeichnung Kanadische Pappel, Populus x canadensis, zusammengefasst. Weitere Sorten von Pappeln sind:
- die Silberpappel, Populus alba. Sie hat ihren Namen von ihrer weißlichen Rinde und von ihren etwas gelappten Blättern, die auf der Unterseite silbrig schimmern. Von Natur aus findet man sie nur in Auwaldgebieten größerer Flüsse. Als Zierbaum wird die Silberpappel auch außerhalb dieser Gebiete angepflanzt.
- Die Graupappel, Populus x canescens, ist eine Kreuzung zwischen Silber- und Zitterpappel, Populus tremula und kommt sehr häufig vor.
- Die Zitterpappel wird auch Espe genannt. Sie bildet häufig dichtes Gebüsch oder Baumgruppen, da sich aus ihren weit verzweigten Wurzeln Schößlinge bilden, die zu Bäumen heranwachsen. Man erkennt sie sehr leicht auch am seitlich abgeflachten, langen Blattstiel, der beim leisesten Windhauch die Blätter flattern lässt.
- Die Balsampappel, Populus balsamifera, ist eine weitere Gruppe von Pappeln, die aus Nordamerika oder Ostasien stammt. Ihre Knospen sind beim Aufbrechen von einer klebrigen, angenehm riechenden Schicht umgeben, die vermutlich ein Schutz gegen Insekten ist. Verschiedene Arten von Balsampappeln werden als Zierbäume gepflanzt und weil sie sehr rasch wachsen, forstlich dort angebaut, wo die anspruchsvollen Schwarzpappeln nicht mehr gedeihen.
Pappeln benötigen sehr viel Wasser. Das Holz der Pappel ist hell, leicht faserig und hat nur einen geringen Brennwert. Es wird vor allem zur Herstellung von Papier und Zündhölzern verwendet. Das Holz der Silberpappel ist beliebt für die Herstellung von Reißbrettern, weil es sich kaum verzieht. Pappeln lässt man fast nie über hundert Jahre stehen, denn sie zeigen dann oft starke Alterserscheinungen. Doch es gibt Silberpappeln, die circa 40 m hoch gewachsen sind und ein Alter von 300 bis 400 Jahren erreicht haben.
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