Am 12. März 2013 werden sich ab 14.00 Uhr 115 wahlberechtigte Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle einfinden, um das Konklave zur Wahl eines neuen Papstes zu beginnen. Für den 12. März sind 1 Wahlgang und für die folgenden Tage jeweils vier Wahlgänge vorgesehen. Erst nach dem 34. Wahlgang fände eine Stichwahl der beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen. Mit der Wahl soll für den seit dem 28. Februar durch den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. verwaisten Papststuhl ein Nachfolger gefunden werden.

Die Vorbereitungen zur Papstwahl

Nachdem die 115 wahlberechtigten Kardinäle alle zur anstehenden Wahl nach Rom angereist waren, trafen sie sich am 12. März um 10.00 Uhr im Vatikan in der Sixtinischen Kapelle zu ihrer feierlichen Messe "Pro eligendo papa" (für eine gute Papstwahl) und eröffneten damit das offizielle Zeremoniell zu Wahl eines Papstes. Die Leitung des Konklaves (wörtlich „Einschließung“) obliegt dem Kardinaldekan Angelo Sodano. Da Sodano die 80 Jahre schon überschritten hat, leitet der älteste wahlberechtigte Kardinalbischof das Konklave. Es ist der 79 Jahre alte Giovanni Battista Re.

115 Kardinäle dürfen an der Wahl teilnehmen; ausgeschlossen von der Wahl sind Kardinäle, die das 80. Lebensjahr erreicht oder überschritten haben. Der neue Papst benötigt zu seiner Wahl 2/3 aller Stimmen. Das sind 77 Stimmen.

6 deutsche Kardinäle sind an der Papstwahl beteiligt

Mit 6 Kardinälen besitzt Deutschland nach Italien und den USA die drittmeisten Stimmen. Zum Konklave gehören aus Deutschland

Kardinal Joachim Meisner

Der 79-jährige Erzbischof von Köln ist Freund des zurückgetretenen Papstes Josef Ratzinger und seit 1988 Erzbischof. Meisner gilt als Traditionalist.

Walter Kasper

Walter Kasper ist der frühere Bischof von Rottenburg-Stuttgart. Er ist inzwischen emeritiert und auch schon 80 Jahre alt. Als einzige Ausnahme im gesamten Konklave darf er noch einmal mitwählen, weil sein 80. Geburtstag am 5. März in die Zeit der Sedisvakanz, die Zeit nach dem Rücktritt, fiel. Er will eine Erneuerung der Kirche.

Bischof Karl Lehmann

Lehmann ist seit 1983 Bischof von Mainz und wurde von Papst Johannes Paul II. 2001 in das Kardinalskollegium berufen. Der 76-jährige setzt sich für eine weltoffene, erneuerte Kirche ein und war über 20 Jahre lang Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Kardinal Reinhard Marx

Reinhard Marx ist Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der EU und ist mit seinen 59 Jahren als Erzbischof von München und Freising erstmals bei einer Papstwahl dabei.

Kardinal Paul Josef Cordes

Josef Cordes war Präsident des Päpstlichen Rates "Cor unum". Der 78-jährige emeritierte Kurienkardinal hofft auf ein kurzes Konklave.

Kardinal Rainer Maria Woelki

Der mit 56 Jahren jüngste deutsche Kardinal und Erzbischof von Berlin nimmt ebenfalls erstmals an einem Konklave teil.

Der neue Papst heißt Franziscus I.

Vor dem ersten Wahlgang wurden viele Kandidaten als Nachfolger für Benedikt XVI. gehandelt. So zum Beispiel Peter Kodwo Appiah Turkson, der Kardinal aus Ghana, Odilo Scherer, Erzbischof von Sao Paulo, Marc Ouellet, früherer Erzbischof von Quebec und heute Präsident der päpstlichen Kommission für Lateinamerika oder der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn. Deren Namen wurden vor dem ersten Wahlgang öffentlich gehandelt.

Die Wahlgänge 1 bis 4 brachten keine 2/3 Mehrheit für einen Kandidaten. Im 5. Wahlgang wurde

der Argentinier Jorge Mario Bergoglio, Kardinal aus Buenos Aires, zum neuen Papst als erster Südamerikanerauf den Heiligen Stuhl gewählt. Er heißt Papst Franziscus I. Bergoglio war bereits vor 8 Jahren als großer Favorit gehandelt worden.

Lesen Sie ZDF-Politbarometer-Extra Februar 2013: Kirche und Papst

Quellen: Radio Vatikan, n-tv, sueddeutsche Zeitung