Die Pest - der Schrecken des Mittelalters

Der schwarze Tod in Europa

Die Pest war die schlimmste Masseninfektion des Mittelalters und blieb seither beispielslos in der Geschichte.

Die Pest galt als eine der schlimmsten Seuchen, welche die Menschheit je heimgesucht hatte. Bisher beispiellos rottete die Pest die größten Städte Europas beinahe aus und tötete Millionen Menschen. Dabei war im Mittelalter, um das vierzehnte Jahrhundert herum, die Ursache der Seuche noch völlig unbekannt und es gab allenfalls Spekulationen, wie die Pest nach Europa gekommen sein konnte.

1348: Das verhängnisvolle Jahr für Europa

Um das Jahr 1348 soll die Pest durch eine Frachtschiffsladung aus China über Italien nach Westeuropa gekommen sein. Sie verbreitete sich von dort aus bis in die entlegenen Winkel ganz Europas. Die Schiffsladung aus China hatte nicht nur Getreide an Bord, sondern auch schwarze Ratten. Die Pest wurde jedoch nicht direkt von den Ratten an den Menschen übertragen. Vielmehr beherbergten die schwarzen Ratten Flöhe, welche den Erreger direkt an die Menschen weitergaben, als die Ratten das Schiff verließen. Für die Ratten war es einfach, sich unter das Volk zu mischen und so die Krankheitserreger an den Menschen weiterzugeben. In den mittelterlichen Städten gab es kein fließendes Wasser und die Hygiene ließ sehr zu wünschen übrig. In den Stadtvierteln lebte man sehr dicht gedrängt beieinander, was zu einer besonders schnellen Ausbreitung der Pest führte.

Die Auswirkungen der Pestinfektion

Hatten die Erreger einen Menschen infiziert, zeigte sich dies innerhalb kurzer Zeit durch schwarze Punkte auf der Haut, durch Fieber, Schweißausbrüche, Beulenbildung auf der Haut, Husten und Erbrechen von Blut. Dies geschah durch das Eindringen des „Yersinia pestis“- Bakteriums. Im menschlichen Körper wurden die Zellen zum Platzen gebracht, weshalb der Infizierte innerhalb kürzester Zeit innerlich verblutete. Durch das Fehlen des Blutes in den Zellen färbte sich die Haut schwarz und die Lymphknoten schwollen an, da der Körper seine Temperatur nicht mehr alleine regeln konnte. Die Schwarzfärbung der Haut führte zu der Bezeichnung „Schwarzer Tod“, oder „Black Death“. Der Erreger konnte auch zuerst die Lungen befallen, was sich in starken Hustenanfällen äußerte. Dadurch wurde die Krankheit noch viel schneller übertragen, was wiederum zu einer Epidemie führte. Diese Epidemie ist die bisher gefürchtetste Massenerkrankung der Geschichte, da sie die bisher größte Zahl an Menschenopfern gefordert hat.

Der Glaube an die Strafe Gottes

Im Mittelalter war der Glaube weit verbreitet, die Pest sei eine Strafe Gottes und wer von ihr befallen sei, hatte den Zorn Gottes auf sich gezogen. Die einzige Möglichkeit war die Buße, weshalb sich viele Menschen selbst auf offener Straße geißelten, um ihre Reue zu zeigen. Im Mittelalter folgten die Menschen einem viel strikteren Glauben. Die einzige Möglichkeit für den Ausbruch der Epidemie schien in der Sündhaftigkeit der Menschen zu liegen und die einzige Möglichkeit, von der Sünde befreit zu werden, war die Buße. Eine andere Möglichkeit, die Krankheit wieder los zu werden war der Aderlass. Man war davon ausgegangen, dass der Körper zu viel schlechtes Blut besaß und es dem Körper abgeführt werden musste. Dadurch verblutete der Kranke aber erst recht, wenn er es noch nicht vorher war. Der Aderlass galt als Allheilmittel für jede Art von Krankheit, da Viren und Bakterien zu dieser Zeit noch nicht bekannt waren.