Die "Piazza del Popolo": Der königliche Empfang der Touristen

Die Porta del Popolo mit Obelisk im Vordergrund - Santana Overath
Die Porta del Popolo mit Obelisk im Vordergrund - Santana Overath
Nachdem Touristen die "Porta del Popolo" passiert haben, stehen sie auf einem der schönsten Plätze Roms, welchen Valadier als "Empfangshalle" ausrichtete.

Der „Piazza del Popolo“, der auf Deutsch als „Platz des Volkes“ bezeichnet wird, befindet sich zwischen dem Tiber und dem Pincio-Hügel im zentralen Kern Roms. Diese Lage wurde früher genutzt, um die Besucher Roms, welche von Norden kamen, zu empfangen, indem sie durch das Tor am Eingang, der sogenannten „Porta Flaminia“ den Platz betraten. Als eben diese zusammen mit der Kirche „San Maria del Popolo“ aufgrund eines Besuches der Königin Christine von Schweden unter Papst Pius IV. Neuerungsarbeiten unterzogen wurde, gelangte der Platz, inspiriert durch den Namen dieser Kirche zu seinem heutigen Namen. Außerdem eigneten sich die Bewohner auch an jenen Platz als „Tridente“, was soviel wie „Dreizack“ bedeutet, zu bezeichnen. Dies kommt daher, dass in ihm drei lange Straßen münden, die in die Innenstadt führen: Die "Via del Corso", die "Via del Babuino" und die "Via di Ripetta". Nicht zuletzt durch diese Straßen wurde jener Stadtteil Roms wiederbelebt und die "Piazza del Popolo" zum idealen Ausgangspunkt, um sich einen groben Überblick von Rom zu verschaffen.

Die "Porta del Popolo"

Auch die „Porta Flaminia“, wie sie ursprünglich hieß, wurde im 16. Jahrhundert umbenannt in „Porta del Popolo“. Unter den Besuchern Roms, die das Tor passierten, um auf die Piazza del Popolo zu gelangen, befanden sich Besucher, Pilger wie auch Kaufleute, Künstler, Staatsmänner und sogar feindliche Armeen. Besonders hervorgehoben wird jedoch des Öfteren, dass auch Martin Luther zu jener Zeit, als er sich im naheliegenden Augstinerkloster aufhielt, durch das Tor ein- und ausmarschierte. Außer jenem Tor, in dessen innere Fassade die Kunst Berninis bewundert werden kann, welcher hier Lebendigkeit und würdevolle Gelassenheit vereinte, kann unmittelbar in seiner Nähe auch noch ein Stück der alten Stadtmauer, wie auch die Arkaden zu seiner linken und rechten Seite, gesichtet werden. Durch das enthaltende Wappen Alexanders VII., zählt das Tor zu den Beispielen päpstlicher Selbstdarstellung in Rom.

Die Caravaggio-Kirchen

Besonders auffällig, wenn man auf der "Piazza del Popolo" steht, sind die zwei Kirchen, die sich auf der anderen Seite des Tores befinden. Sie trennen die eben genannten Straßen voneinander und wirken identisch. Dies ist jedoch eine optische Täuschung, die entstand, um ein Problem zu umgehen: Die zwei Plätze, auf welchem jeweils eine Kirche gebaut werden sollte, waren von unterschiedlicher Größe. Die linke Fläche, auf welcher die Kirche "Santa Maria in Monte Santo" im 17. Jahrhundert von Carlo Rainaldi errichtet wurde, war die kleinere von beiden. Auf dem größeren rechten Platz entstand die "Santa Maria di Miracoli". Letztere trägt eine runde Kugel. Damit der Größenunterschied aber nicht direkt ins Auge fällt, wurde der "Santa Maria in Monte Santo" eine elliptische Kugel aufgesetzt. Die beiden Kirchen werden auch als inneres Eingangstor gesehen, welches sich unmittelbar hinter der "Porta del Popolo" befindet.

Wesentlich kleiner und unauffälliger ist die Kirche namens "Santa Maria del Popolo", doch schon allein ihrem Namen kann man entnehmen, dass sie von großer Wichtigkeit ist, denn sie trägt das "del Popolo" im Namen. Außerdem können in ihr Hauptwerke Caravaggios, wie die „Bekehrung des Hl. Paulus“ und die „Kreuzigung des Hl. Petrus“, bewundert werden und auch weitere Werke von Raffael und Bernini sind hier vorhanden.

Der Obelisk

Nicht zu übersehen ist auch der 36,5 Meter hohe, 3300 Jahre alte und sich im Zentrum des Platzes erstreckende Obelisk „Flaminio“. Er soll von Kaiser Augustus von Ägypten nach Rom gebracht worden sein und sich bis zum 16. Jahrhundert auf dem "Circus Maximus" befunden haben. Seine Trümmer wurden anschließend auf der "Piazza del Popolo" unter Anordnung von Papst Sixtus X. wieder aneinandergefügt. Den nächsten Eingriff in die Gestaltung gelang dem Architekten Valadier, der den quadratischen Sockel des Obelisk mit Statuen und Brunnen in Form von wasserspeienden Löwen schmückte.

Die Erneuerung des Platzes durch Valadier

Nachdem Valadiers Vorschlag der Erneuerung des Platzes zunächst von Napoleon abgelehnt worden war, konnte er ihn nach Abzug der Franzosen 1814 durchführen. Seine Absicht war es, den Platz als eine Art "Empfangssaal" aufzubauen. Hierfür veränderte er die Form des Platzes von rechteckig zu rund, indem er ihn von zwei Halbkreisen umschließen ließ. Dies stellt einen Kontrast zu dem rechteckigen Sockel des Obelisken dar. Die umliegenden Gebäude ließ er außerdem einheitlich mit Bögen und Rustikaquadern verzieren. Nachdem dann im 19. Jahrhundert die vollständige Gestaltung des Platzes abgeschlossen wurde, kann der Platz heute als Kunstwerk betrachtet werden, in welchem verschiedene Stilrichtungen harmonisch zusammenwirken.

Der Pincio-Hügel

Neben den drei Straßen gibt es auch einen weiteren Ausgang, der vom "Piazza del Popolo" fortführt: Eine Treppe, über die man den Pincio-Hügel besteigen kann. Von hier hat man nicht nur einen Überblick über den "Platz des Volkes", sondern ebenso eine weite Sicht über die Stadt. Auf jenem Hügel ist ebenfalls eine Parkanlage angelegt, in welcher sich die "Villa Borghese" befindet. Im frühen 17. Jahrhundert war dies die Stadtpalastanlage des Kardinals Scipione Borghese.

Quellen:

Romwelten

Rom

Santana Overath - Seit 2008 studiere ich an der Universität Mannheim das Kernfach Germanistik und das Beifach Hispanistik. Mein vorausgesehener ...

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