Mit der Firma "Aardman" bringt man in erster Linie eines in Verbindung: Die kleinbürgerlichen Abenteuer von Wallce und Gromit, dem verschrobenen Herrchen mit seinem cleveren Hund, die in Stop-Motion-Technik als Knetfiguren schon auf Mattscheiben und Leinwänden zu sehen waren. Nach der Buchvorlage "The Pirates! in An Adventure With Scientists" von Gideon Defoe kommt jetzt der nächste "Aardman"-Knetfilm in die Kinos: "Die Piraten! - Ein Haufen merkwürdiger Typen" überzeugt durch knuffige Charaktere, bekloppte Ideen und viel Spaß für die ganze Familie. Ab 29. März 2012 im Kino

"Die Piraten! - Ein Haufen merkwürdiger Typen 3D" - Die Handlung des Films

Der Piratenkapitän (gesprochen von Patrick Winczewski) hat´s nicht leicht: Zwar steht seine Crew voll hinter ihm, aber eines will ihm so gar nicht gelingen, nämlich den Preis als Pirat des Jahres zu gewinnen. Jedes Jahr machen seine Kontrahenten Entermesser Liz (Bettina Zimmermann), Black Bellamy (Joko Winterscheidt) und Holzbein Hastings (Klaas Heufer-Umlauf) die Trophäe unter sich aus und machen sich nur lustig über ihn. Doch der Piratenkapitän will es dieses Jahr endlich wissen und bricht zu einer abenteuerlichen Fahrt auf, die ihn nicht nur auf Charles Darwin (Axel Malzacher) treffen lässt, sondern auch auf die Piratenhasserin schlechthin, die Königin Victoria von England (Martina Treger).

Die Firma "Aardman" und "Wallace und Gromit"

Das Jahr 1972 war ein gutes, denn in diesem Jahr wurde die Firma "Aardman" von Peter Lord und David Sproxton gegründet. Die Perfektion von Tricktechnik war früh das Ziel von "Aardman" und so war man unter anderem für das bekannte Musikvideo "Sledgehammer" von Peter Gabriel zuständig. Richtig berühmt wurde die Firma jedoch 1989 mit dem ersten Kurzfilm von "Wallace & Gromit". Ein verschrobenes Herrchen und sein cleverer Hund waren die Stars, doch es war weder ein Realfilm, noch ein gezeichneter Trickfilm. "Aardman" begeisterte durch Stop-Motion-Technik, bei der sie Wallce und Gromit als Knetfiguren bastelten und ihre Bewegungen per Hand minimal veränderten. Ein Foto nach jeder Mini-Änderung sorgte im schnellen Abspiel dafür, dass die Bewegungen der Knetfiguren flüssig erscheinen konnten. Die "Wallace und Gromit"-Kurzfilme brachten "Aardman" drei Oscars ein, eine weitere Trophäe gab es für den Kinofilm "Wallace & Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen" als bester Animationsfilm des Jahres.

Peter Lord - Mitgründer von "Aardman", Regisseur von "Die Piraten! 3D"

Der 1953 im englischen Bristol geborene Peter Lord gründete im Jahr 1972 zusammen mit seinem Kumpel David Sproxton die Trickfilmschmiede "Aardman". Lord ist seit 1980 Regisseur und war für allerhand Kurzfilme zuständig, darunter "Early Bird", "Adam", "Wat´s Pig" und "Wallace & Gromit", zwei Oscar-Nominierungen als bester animierter Kurzfilm gab es dafür in den jahren 1992 und 1996. Den ersten abendfüllenden Film inszenierte Lord mit "Chicken Run - Hennen rennen" (2000), doch bis zu seinem zweiten sollten zwölf Jahre vergehen, ehe nun "Die Piraten! - Ein Haufen merkwürdiger Typen 3D" auf der Leinwand zu sehen ist. Peter Lord hat darüber hinaus für einige Filme wie "Chicken Run" und "Flutsch und weg" (2006) die Drehbücher geschrieben und war auch als Produzent zahlreicher Werke zuständig, darunter für "Wallace & Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen" (2005), "Flutsch und weg", der Serie "Shaun das Schaf" (2007-2010) und zuletzt "Arthur Weihnachtsmann 3D" (2011). Co-Regisseur von "Die Piraten!" ist Jeff Newitt, der in dieser Position an seinem ersten Langfilm arbeitete.

Film-Kritik - "Die Piraten! - Ein Haufen merkwürdiger Typen 3D"

Einmal sehen reicht nicht! "Die Piraten! - Ein Haufen merkwürdiger Typen 3D" ist so voller Liebe zum Detail, dass man beim ersten Betrachten unmöglich alles erfassen kann, was einem da so präsentiert wird. Mit beeindruckender Akribie haben die Macher des Films einen in mehrerlei Hinsicht faszinierenden Film geschaffen. 6.818 produzierte Puppenmünder sind ein Beispiel für die Kleinstarbeit, die geleistet wurde, das Piratenschiff bestehend aus 44.569 Einzelteilen ist eine Klasse für sich. Wahnsinnig viel zu entdecken gibt es daher, doch das ist längst nicht alles: "Die Piraten! - Ein Haufen merkwürdiger Typen" überzeugt darüber hinaus durch sympathischen und treffsicheren Witz, knuffige Charaktere und ordentlich Verrücktheit. Auch hinsichtlich der Synchronisation muss man sich keine Sorgen machen: Im Original spricht Hugh Grant den Piratenkapitän, im Deutschen sein Synchronsprecher Patrick Winczewski. Klar, mit Sprechern wie Martin Freeman, Salma Hayek, David Tennant und Brendan Gleeson ist der Film im Original noch eine Schippe spaßiger, aber beklagen kann man sich über eine schlechte deutsche Fassung keineswegs. Stattdessen gibt es 90 Minuten verrückten Spaß für Jung und Alt, für alle, die "Wallace und Gromit" mögen oder zumindest Freude haben an vielen Details und visuellen Entdeckungsreisen.

Filmangaben

Titel: Die Piraten - Ein Haufen merkwürdiger Typen 3D

Originaltitel: The Pirates! Band of Misfits 3D

Genre: Trickfilm / Komödie

Land, Jahr: Großbritannien, 2012

Verleih: Sony Pictures

Regie: Peter Lord, Jeff Newitt

Drehbuch: Gideon Defoe

US-Synchronsprecher: Hugh Grant, Martin Freeman, Imelda Staunton, Salma Hayek, David Tennant, Brendan Gleeson, Jeremy Piven, Ashley Jensen, Russell Tovey

D-Synchronsprecher: Patrick Winczewski, Bettina Zimmermann, Klaas Heufer-Umlauf, Joko Winterscheidt, Axel Malzacher, Martina Treger

FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung (beantragt)

Laufzeit: 90 Minuten

Kinostart: 29. März 2012

Quellen

Offizielle Film-Website

Internet Movie Database

Kino.de

Sony Pictures