Die Playoff-Situation in der NFL nach dem letzten Spieltag

Am Sonntag, den 1. Januar 2012, endete die reguläre NFL-Saison 2011/2012.

Erst in der 17. Woche der NFL-Saison 2011/2012 am Neujahr wurde die Vergabe der letzten Playoff-Plätze endgültig entschieden. Dabei gelang den New York Giants ein Sieg gegen die Dallas Cowboys, der gleichbedeutend ist mit dem NFC East-Titel und einem Wildcard-Platz. Außerdem qualifizierten sich die Cincinnati Bengals und die Denver Broncos noch für die Playoffs, obwohl beide Mannschaften ihr letztes Spiel verloren.

Die Playoff-Situation in der AFC

Die New England Patriots (13-3) haben sich den ersten Platz in der Setzliste der AFC gesichert. Tom Brady spielt in der Form seines Lebens und beendete die Saison mit 5235 Yards. Das wäre neuer NFL-Rekord gewesen, hätte Drew Brees nicht 5476 Yards erzielt. Tight End Rob Gronkowski, die gefährlichste Offensivwaffe neben Wes Welker (1569 Yards) beendete die Spielzeit mit 18 Touchdowns und 1327 Yards. Folgerichtig dürfen sich die Patriots, deren Dynastie längst zu Ende schien, berechtigte Hoffnungen auf einen weiteren Super Bowl-Titel machen. Allerdings ist die Defense wie in den letzten Jahren der Schwachpunkt des Teams. Mit 4727 erlaubten Passing Yards stellte man sogar einen neuen Negativrekord auf. Die Frage in den Playoffs wird sein, ob Brady und Co dieses Manko Spiel für Spiel mit ihrer Offense kompensieren können. Für die zweitplatzierten Baltimore Ravens (12-4) gelten die umgekehrten Vorzeichen: Die Defense ist traditionell eine der stärksten der NFL und zuhause sind die Ravens eine Macht (acht Spiele, acht Siege). Allerdings ist Quarterback Joe Flacco eine Wundertüte und man ist von den Touchdowns von Running Back Ray Rice abhängig. Ob das für den großen Wurf ausreicht, ist fraglich.

Zunächst aber haben die beiden Top-Teams Pause. In der Wildcard-Runde am Samstag, den 7. Januar 2012, treffen zunächst die Houston Texans auf die Cincinnati Bengals und am Sonntag, den 8. Januar 2012, die Denver Broncos auf die Pittsburgh Steelers. Die erste Partie ist sehr ausgeglichen: Trotz des sehr guten Saisonstarts der Texans reichte es aufgrund von Verletzungspech gerade noch so zur ersten Playoff-Teilnahme der Vereinsgeschichte. Neben Matt Schaub und Matt Leinart ist auch Quarterback Nummer 3 T. J. Yates angeschlagen, sodass am letzten Spieltag kurzzeitig der 36-jährige Routinier Jake Delhomme eingesetzt werden musste. Immerhin ist Wide Receiver Andre Johnson wieder fit. Die Bengals auf der anderen Seite sind eine der Überraschungen der Saison und profitierten von den Niederlagen der New York Jets und der Broncos am letzten Spieltag. Vor allem die Rookies Andy Dalton und A.J. Green schlugen voll ein. Dennoch zeigte sich die mangelnde Erfahrung gerade in den Spielen gegen Playoff-Teams: In sieben Duellen gab es für die Bengals keinen einzigen Sieg. Die Favoritenrolle in der zweiten Wildcard-Partie nehmen eindeutig die Steelers ein. Der letztjährige Super Bowl-Finalist spielte mit Abstrichen eine stabile Saison und besitzt ein erfahrenes, ausgewogenes Team. Allerdings ist Quarterback Ben Roethlisberger lädiert und Running Back Rashard Mendenhall fällt wahrscheinlich in den Playoffs komplett aus. Dennoch sollte es gegen die Broncos reichen, die sich in der schwachen AFC West trotz drei Niederlagen in Folge durchsetzten. Tim Tebow, vor Wochen noch als Held und Messias in Denver gefeiert, spielte zuletzt katastrophal. Gegen die Kansas City Chiefs kamen nur sechs seiner 22 Pässe für 60 Yards Raumgewinn an. Eine Woche zuvor warf er gleich vier Interceptions.

Die Playoff-Situation in der NFC

Die Green Bay Packers (15-1) dominierten die NFL, verpassten aber die perfekte Saison. Am letzten Spieltag feierte man gegen die Detroit Lions einen 45:41-Sieg in letzter Minute mit Backup-Quarterback Matt Flynn, dem sechs Touchdown-Pässe und 480 Yards Raumgewinn gelangen – beides sind neue Franchise-Rekorde. Insgesamt gelangen dem Titelverteidiger 51 Touchdown-Pässe in der regulären Saison und der geschonte Starting Quarterback Aaron Rodgers stellte mit einem Rating von 122,5 einen neuen NFL-Rekord auf. Ähnlich wie die Patriots weist das Top-Team der NFC neben einer unberechenbaren Offense aber gehörige Defizite in der Defense auf. Die große Überraschung der Saison sind sicherlich die San Francisco 49ers (13-3), die vielleicht die aktuell beste Defense der NFL besitzen. Bis zum letzten Spieltag hatte man nur einen Rushing-Touchdown zugelassen. Außerdem stellte man mit zehn Turnover den Rekord der Patriots aus dem Jahr 2010 ein. Fraglich ist dennoch, wie weit die Reise in den Playoffs geht, da die gefährlichste Offensivwaffe der Kicker David Akers ist.

In der Wildcard-Runde am Sonntag, den 8. Januar 2012, treffen die an Nummer 3 gesetzten New Orleans Saints auf die Detroit Lions und die New York Giants auf die Atlanta Falcons. Die Saints sind momentan das stärkste NFL-Team und gewannen die letzten acht Spiele in teilweise beeindruckender Manier. Die Saints brachen dabei mehrere Offensivrekorde: Offensive Yards (7474), Team Passing Yards (5347), First Downs (416), Passing Yards (5476), Completions (468), Completion Percentage (71,6 Prozent), Combined Yards eines Spielers (Darren Sproles, 2969 Yards). Außerdem warf Brees 46 Touchdown-Pässe sowie zum siebten Mal hintereinander (insgesamt 13 Mal in der regulären Saison) mehr als 300 Yards. Die Frage ist also, wer diese Saints (außer den Packers) stoppen kann. Die Lions wahrscheinlich nicht. Zwar brauchen sich die Lions in ihrer ersten Playoff-Teilnahme seit 1999 nicht zu verstecken – schließlich brach auch Quarterback Matthew Stafford die 5000-Yards-Marke und verfügt mit Calvin Johnson über den momentan besten Wide Receiver der NFL –, dennoch gilt für sie wie für die Bengals, das man in den großen Spielen in dieser Saison stets versagte. Von daher sollte die Favoritenrolle klar verteilt sein. Ähnliches gilt für die zweite Wildcard-Partie. Eli Manning spielte zwar die Saison seines Lebens, dennoch präsentierten sich die Giants in dieser Saison als unbeständigstes Spitzenteam: Gegen die Patriots und Packers Weltklasse, gegen die Redskins beispielsweise unterirdisch. Im Duell mit die Falcons, die sich nach schwachem Saisonstart gefangen haben, wird das vermutlich nicht reichen. Die schwer auszurechnende Offense um Matt Ryan, Michael Turner (1340 Rushing Yards), Roddy White und Julio Jones wird außerdem zusätzlich motiviert sein, um das klägliche Scheitern in den letzten Playoffs wieder gut zu machen.

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Christian Schmidt - selbständig, vielseitig, vielfältig, ambivalent * 1976 seit 2006 in Dresden wohnhaft Vorlieben: Literatur, Filme, ...

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