Die Prämie für gutes Lernen

Bundesregierung unterstützt die individuell finanzierte Weiterbildung mit bis zu 500 €.

Wer sich beruflich weiterbildet, der muss viel Zeit und Geld investieren. Die Zeit für das Lernen kann niemandem abgenommen werden. Anders sieht es bei den Kosten aus. Mit bis zu 500 Euro unterstützt die Bundesregierung eine individuell finanzierte Weiterbildung. Dafür stellt sie in den kommenden zwei Jahren 35 Millionen Euro bereit.

Weiterbildung, auch im fortgeschrittenen Berufsleben, wird immer wichtiger. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat daher im Dezember 2008 die Bildungsprämie eingeführt. Ursprünglich auf zwei Jahre begrenzt sollte das Förderprogramm im November 2011 enden. Der Erfolg war jedoch so groß, dass die Förderung verlängert wurde.

Die Erfahrungen sind durchweg positiv. „Das Interesse an der Bildungsprämie war enorm“, sagt Anja Kästner von der IHK Erfurt. Sie hat in den ersten zwei Jahren des Projektes 615 Bildungsgutscheine ausgestellt. Auch Kerstin Gleiche vom Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft e. V. bestätigt das große Interesse an der Bildungsprämie. Die Stärke sieht sie in der unbürokratischen Förderung.

„Es gibt keine langen Formulare für den Antrag“, erläutert Kerstin Gleiche, „die Interessenten gehen einfach in eine Beratungsstelle. Dort wird im Gespräch geprüft, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind. Ist dies der Fall, wird der Prämiengutschein direkt vor Ort ausgestellt.“ Die Bildungsprämie deckt die Hälfte der anfallenden Kosten für Fortbildungskurse und Prüfungen bis zu einem Betrag von 500 Euro.

Besonders beliebt ist die Bildungsprämie der Bundesregierung bei Menschen, die sich regelmäßig weiterbilden müssen. Insbesondere Soziapädagogen, Mitarbeiter in Pflegediensten, Physio- und Ergotherapeuten nutzen die Angebote. Aber auch Qualifikationen im kaufmännischen Bereich, EDV- und Fremdsprachenkurse sind beliebt.

Selbständige und Freiberufler können ebenfalls von der Bildungsprämie profitieren. Voraussetzung ist, dass sie mehr als 15 Stunden in der Woche arbeiten und das zu versteuernde Jahreseinkommen 20.000 Euro nicht übersteigt.

Insgesamt wurden in der ersten Projektphase mehr als 150.000 Prämiengutscheine ausgegeben. Die meisten davon in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen. Aber auch in Ballungsgebieten, wie Berlin oder dem Ruhrgebiet, und ländlichen Gebieten in Thüringen oder Sachsen-Anhalt ist die Bildungsprämie gefragt. Rund 74 Prozent der Begünstigten sind Frauen, 15 Prozent haben einen Migrationshintergrund.

Bis zum 30.11.2011 gab es mit der IHK und dem dem Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft e.V. zwei Beratungsstellen in Erfurt. Beide haben sich für die zweite Projektphase wieder beworben.

Eine Entscheidung darüber, bei welchen Beratungsstellen die Bildungsprämie zukünftig beantragt werden kann, steht noch aus. Alle Informationen zur Bildungsprämie der Bundesregierung können auf www.bildungspraemie.info nachgelesen werden. Hier wird es auch möglich sein, nach Beratungsstellen in der Nähe zu suchen.