Agiert ein Unternehmen als Monopolist auf einem Markt, so kann es dort die Preise festsetzen. Das bedeutet, dass es dem Unternehmen frei steht, welchen Preis es für sein Produkt oder seine Dienstleistung verlangt.

Die Nachfrage der Kunden wird dabei als gegebenes Datum gesehen. Eingeschränkt wird die Möglichkeit, einen Preis für das angebotene Produkt im Monopol zu setzen durch die sogenannte Sättigungsmenge. Das ist die Menge, die durch die Kunden nachgefragt wird, wenn der Preis für das Produkt gleich Null ist, man es also auch geschenkt bekommen würde. Zum anderen wird die Möglichkeit, den Preis zu setzen, durch den sogenannten Prohibitivpreis begrenzt. Das ist genau der Preis, bei dem die potenziellen Kunden aufgrund der Preishöhe das Produkt allein nicht mehr nachfragen werden. Zwischen den Preisen Null und Prohibitivpreis sowie zwischen der Menge Null und der Sättigungsmenge kann der Monopolist auch jede nur erdenkliche Preis-Mengen-Kombination, die durch die Nachfragefunktion ausgedrückt wird, wählen.

Gesucht wird die gewinnmaximale Preis-Mengen-Kombination

Nimmt man nun einmal an, dass der Monopolist möglichst bestrebt ist, seinen Gewinn zu maximieren, so muss er genau jene Kombination aus Preis und Menge finden, bei der das Produkt aus Preis und Menge (auch: Preis x Menge) maximal sein wird. Das gilt zumindest dann, wenn dem Monopolisten in diesem theoretischen Konstrukt keine Kosten bei der Produktion für sein Produkt entstehen. Sobald jedoch Kosten entstehen, sieht die Konstellation anders aus.

Entsprechen die Grenzkosten den Grenzerlösen liegt das monopolistische Gewinnmaximum vor

Welche Kombination aus Preis und Menge dann für den maximalen Gewinn relevant ist, hat erstmals der französische Wirtschaftswissenschaftler Antoine Augustin Cournot berechnet. Ihm zu Ehren heißt die gewinnmaximale Kombination von Preis und Menge daher bis heute Cournot-Punkt. Cournot Konnte nachweisen, dass die Menge, die zum Gewinnmaximum führt, stets niedriger ist als Menge, die angeboten würde, wenn die Produktionskosten gleich Null wären. Das Gewinnmaximum liegt genau an der Stelle vor, an der die Grenzerlöse den Grenzkosten des Monopolisten entsprechen.

Die Praxisrelevanz der Berechnungen Cournots

In der Praxis des Preissetzungsverhaltens von Unternehmen - auch von Monopolisten - spielt der Cournot-Preis eine untergeordnete Rolle. Zum einen müssten hierfür die Daten zur Erstellung einer mathematisch sauberen Preis-Absatz-Funktion vorliegen. Zum Anderen darf der Preis nicht allein isoliert betrachtet werden. Vielmehr ist der Preis ein Baustein im Marketing-Mix. Lautet das Ziel des Unternehmens Maximierung des Gewinns, dann spielen die Gedanken Cournots durchaus eine Rolle. Will sich das Unternehmen indes eher möglichst viele Marktanteile sichern, ehe durch den Monopolgewinn angelockte Nachahmer auf den Markt stoßen, wird sicherlich ein niedrigerer Preis angesetzt als der Preis, der den Gewinn maximiert. Denn durch diesen niedrigeren Preis werden mehr Produkte verkauft, war die Marktdurchdringung des ersten Anbieters deutlich steigern kann, ehe Nachahmer auf den Markt treten.