Die richtige Pflege: 10 Tipps für schönes Haar

Haarbruch oder Spliss? Hier gibt es Hilfe für geschädigte Haare.

Langes Haar - © Multipla / PIXELIO
Langes Haar - © Multipla / PIXELIO
Ob lange oder kurze Haare, Mann oder Frau - jeder findet gesunde und schöne Haare attraktiv und sexy. Nur welche Art von Pflege ist die richtige?

Die neue Haarfarbe hält einfach nicht, die Haare wirken schlaff, stumpf und kraftlos, die Kopfhaut ist fettig und die Spitzen strohig? Die Werbung verspricht Hilfe bei diesen Haarproblemen durch tolle Shampoos und Spülungen – oft tritt dadurch auch Besserung ein, in den meisten Fällen allerdings nur kurzfristig.

Der bei Haarpflege-Fans inzwischen bekannteste Übeltäter: das Silikon.

Es umschließt das Haar und schützt es. Der Nachteil hierbei ist aber, dass es die Struktur des Haares auch vor allem anderen „schützt“. Feuchtigkeit und wichtige Pflegestoffe, die das Haar geschmeidig machen, gelangen nicht mehr ans Ziel. Die Folge können vermehrte Splissbildung und Haarbruch sein, während sich das Silikon Schicht um Schicht ums Haar legt und die Schuppenschicht zuklebt. Abhilfe können Mittel zur alternativen Haarwäsche schaffen.

Ein Blick auf die Inhaltsangabe entlarvt das eigene Shampoo: Dimethicone, Cyclomethicone, Cyclopentasiloxane, Polymethylsiloxan – und das ist nur eine kleine Auswahl der „Übeltäter“. Aber abgesehen davon gibt es noch einige andere Dinge, die man – ob nun Kurz- oder Langhaarträger – bei der Pflege beachten sollte.

1. Vermeidung von „Silikonbomben“

Inzwischen gibt es recht viele (auch bezahlbare) Alternativen für die Haarwäsche. Zum Beispiel die Produktlinien von Sante oder Alverde – letztere ist die relativ günstige und sehr gute Eigenmarke von DM. Wer selbst brauen will, kann sich an einem Honig-Ei-Shampoo versuchen. Einfach ein Eigelb mit etwas Honig verquirlen, auf das feuchte Haar auftragen, einmassieren und einige Minuten einwirken lassen. Danach gründlich ausspülen. Die Eigenschaften des Eigelbs entfetten das Haar und wirken pflegend.

Beim Wechsel von silikonhaltigen, auf silikonfreie Shampoos und Pflegemittel (Haarspray, Schaumfestiger usw.) kann der sogenannte „Silikonentzug“ auftreten. In den ersten Wochen verschlimmert sich dadurch eventuell die Haarsituation, bevor sie sich dann endgültig verbessert.

2. Keine chemischen Haarfarben

Chemische Haarfarben sind äußerst aggressiv und schädigen bei andauernder Benutzung die Struktur des Haares erheblich. Inzwischen gibt es, zum Beispiel von Sante oder von Logona, diverse natürliche Haarfarben (wie zum Beispiel Henna), die sehr gute und haltbare Ergebnisse erzielen und dabei sogar noch pflegend wirken.

3. Die Wahl der richtigen Haarbürste

Wer schönes und vor allem langes Haar haben will, sollte sich einen Holzkamm oder/und Wildschweinborstenbürste – liebevoll auch „Wildsau“ genannt – zulegen. Haarbürsten aus Draht schädigen die Struktur des Haares und fördern die Splissbildung. Die natürlichen Borsten der „Wildsau“ fördern durch die Ähnlichkeit mit dem menschlichen Haar hingegen die Fettverteilung auf dem Kopf. So gelangt es von den Ansätzen in die spröden Längen. Das Haar glänzt, die Kopfhaut ist massiert und gesund.

4. Die Frisur für die Nacht

Auch wenn es schick und sexy aussieht am Morgen mit einer zerwühlten Löwenmähne aus dem Bett zu steigen, für die Haare ist es nicht gesund. Am Besten flicht man abends (nach dem Kämmen mit der Wildsau) einen Zopf, so werden die Haarlängen nicht durch die Reibung und Liegeflächen zwischen Kopf und Kissen verfilzt und überstrapaziert.

5. Die Frisur für den Tag

Offene Haare sehen toll aus und stehen als sexueller Schlüsselreiz auf der Flirt-Skala recht weit oben, aber mit gesunden Haaren wirkt man noch besser. Deswegen gilt: Haare hochstecken und nur selten (und zu besonderen Anlässen) offen tragen. Der Kontakt zu Schulter, Taschen- und Rucksackriemen sorgt leider für Spliss.

6. Die richtigen Accessoires fürs Haar

Grundsätzlich sollte man keine scharfkantigen Haarklemmen, -klammern oder sonstiges verwenden, da dies zu Haarbruch führen kann. Gleiches gilt bei Haargummis, hier sollte man diejenigen aus weichem, elastischem Material, ohne Metallschließen, wählen.

7. Spülung mit der „Sauren Rinse“

Einfach nach der Haarwäsche damit die Haare durchspülen. Die saure Rinse glättet die Schuppenstruktur des Haars und sorgt für einen schönen Glanz. Man kann sie ganz leicht selbst herstellen. Einfach1 Liter kaltes Wasser mit 2-3 Esslöffeln Obstessig oder Zitronensaft verrühren.

8. Achtung bei nassen Haaren

Feuchte Haare sind in ihrer Struktur empfindlicher als trockenes Haar. Deswegen sollte man sie in diesem Zustand nicht strapazieren und mit einer Bürste oder einem Kamm daran herumreißen.

9. Hilfe für trockene Spitzen

Direkt nach dem Waschen kann man in das noch feuchte Haar etwas silikonfreien Spitzenbalsam oder einige Tropfen Öl (zum Beispiel Jojobaöl, Mandelöl) sanft in die Spitzen einmassieren. So wird Feuchtigkeit eingeschlossen und das Haar erhält Elastizität.

10. Kein Föhn!

Am besten ist es, die Haare an der Luft trocknen zu lassen. Eine praktische Lösung: Abends waschen, antrocknen lassen, zu losen Zöpfen flechten und damit schlafen gehen.

Im Langhaarforum findet man viele Tipps zu abwechslungsreichen Frisuren, Haarpflege und Herstellung eigener Haarkosmetik.

Bildquelle: © Multipla / PIXELIO

Shermin Arif, Fotografin: T. Seifert

Shermin Arif - Shermin: eine deutsch-kurdische Mischung, in Leipzig geboren, aufgewachsen im tiefsten Ruhrgebiet und nach abgeschlossenem Studium ...

rss