Die richtigen ISO-Einstellungen bei Digicams

Lichtempfindlichkeit bei digitalen Kameras

Die richtige Einstellung wählen - Peter Klau
Die richtige Einstellung wählen - Peter Klau
Der ISO-Wert stammt noch aus der Welt der analogen Fotografie. Doch auch bei Digitalkameras spielen die ISO-Einstellungen eine wichtige Rolle.

In der traditionellen Film-Fotografie war der ISO-Wert das Maß für die Lichtempfindlichkeit eines Films. Die Abkürzung ISO steht für den englischen Ausdruck „International Organization for Standardization“ und bezeichnet die Internationale Organisation für Normung. Diese Organisation ist die internationale Vereinigung von Normungsorganisationen, welche internationale Normen in allen Bereichen mit Ausnahme der Elektrik und der Elektronik erarbeitet. Die ursprünglich ebenfalls verwendetet Norm ASA (von: American Standards Association) wurde 1987 in die Norm ISO 5800 übernommen. Ausgedrückt wurde die Filmempfindlichkeit in Zahlen: ISO 25-80 stand für niedrig empfindliche Filme, ISO 100-200 für normal empfindliche Filme, ISO 400-800 für hoch empfindliche Filme und ISO 1000-8000 für höchst empfindliche Filme. Je niedriger die ISO-Zahl desto unempfindlicher der Film.

ISO-Einstellungen in der digitalen Fotografie

In der digitalen Fotografie ist ISO das Maß für die Lichtempfindlichkeit des optischen Sensors. Im Prinzip funktioniert das System wie bei der analogen Fotografie: Je geringer der ISO-Wert desto unempfindlicher reagiert der optische Sensor. Höhere ISO-Einstellungen werden deshalb gerne bei dunklen Motiven benutzt, um ohne Blitz mit einer kurzen Belichtungszeit zu arbeiten. Faustformel: Eine Verdoppelung des ISO-Wertes halbiert bei gleicher Blende die Belichtungszeit. Natürlich hat dieses Verfahren einen entscheidenden Nachteil, denn bei der digitalen Fotografie wird das Bildrauschen durch Signalverstärkung verursacht. Je höher der ISO-Wert, also je höher die Lichtempfindlichkeit, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für ein Bildrauschen bei die Aufnahme. Umgekehrt gilt, dass sich bei niedrigen ISO-Werten die höchste Schärfeleistung und das geringste Bildrauschen ergibt.

Bei heutigen Digitalkameras reichen die ISO-Werte in der Regel von ISO 25 bis ISO 6400. ISO 100 wird als „normale“ Belichtung angesehen mit scharfen Bildern und geringem Rauschen. Obwohl die meisten Kameras die Wahl des ISO-Bereiches ermöglichen, wird von vielen Hobby-Fotografen die Kamera im „Auto-Modus“ betrieben. Das bedeutet, die Kamera wählt die ISO-Einstellungen, aufgrund der vorherrschenden Bedingungen und versucht das Bildrauschen so gering wie möglich zu halten.

Entscheiden Sie selbst

Überlassen Sie nicht die Entscheidung der Kamera und wählen selbst den ISO-Wert aus, werden Sie feststellen, dass das Auswirkungen auf die Blende und die Belichtungszeit hat. Wählen Sie zum Beispiel statt ISO 100 den Wert 400 können Sie also mit einer kürzeren Belichtungszeit und eine kleineren Blende fotografieren. Die Wahl der ISO-Einstellung sollten Sie von diesen Faktoren abhängig machen:

  • Halten Sie generell das Bildrauschen so gering wie möglich. Jede Kamera hat einen Punkt, bis zu dem das Rauschen noch akzeptabel ist.
  • Fotografieren Sie ein stationäres Motiv bei gutem Licht und mit einem Stativ, können Sie einen sehr niedrigen ISO-Wert nehmen.
  • Verwenden Sie so oft wie möglich ein Stativ.
  • Auch eine höhere Temperatur des Sensors führt zu stärkerem Rauschen, daher sollte die Betriebstemperatur der Kamera möglichst niedrig gehalten werden. Setzen Sie die Kamera nicht unnötig den Sonnenstrahlen aus.
  • Es gibt Programme wie zum Beispiel Noise Ninja (www.picturecode.com) u.a., die das Bildrauschen nachträglich etwas korrigieren. Aber erwarten Sie keine Wunder.

Ist das Licht schlecht, haben Sie kein Stativ und/oder bewegt sich das Motiv, werden Sie um eine Erhöhung des ISO-Wertes nicht herum kommen, wenn Sie mit einer vernünftigen Belichtungszeit und Blende fotografieren wollen. Der Preis ist ein höheres Bildrauschen. In diesen Situationen ist eine höhere ISO-Einstellung sinnvoll:

  • Hallen, Gebäude – zum Beispiel bei Sportveranstaltungen bei denen sich die Objekte schnell bewegen
  • Konzerte – oft darf kein Blitzlicht verwendet werden
  • Galerien, Kirchen – auch hier sind Blitze oft unerwünscht
  • Geburtstagspartys – ein Blitz ruiniert die Szene mit den Geburtstagskerzen

Die ISO-Einstellungen sind ein wichtiger Aspekt der digitalen Fotografie. Nur die richtige Kontrolle der Kamera bringt gute Ergebnisse. Experimentieren Sie mit verschiedenen ISO-Einstellungen, um zu sehen, welche Auswirkungen das auf das Foto hat.

Maler, Musiker oder Fotograf: Ohne Kreativität geht gar nichts. Hier sind ein paar Ratschläge, wie Sie beim Fotografieren noch kreativer werden.

Peter Klau - Autor, Peter Klau

Peter Klau - Von Beruf bin ich Programmierer, Netzwerkverwalter und Internet-Fachmann. Seit mehr als 20 Jahren arbeite ich als freiberuflicher ...

rss