Ringelnattern kommen mit Ausnahme einiger weniger Inseln in Deutschland im gesamten Land vor, ihre Anzahl ist jedoch seit einigen Jahren stark rückläufig, da ihr idealer Lebensraum stark zurückgedrängt wird.
Die Ringelnatter - Erkennbarkeit, Lebensweise und Feinde
Das eigentliche Habitat der Ringelnatter bilden Gewässer, da ihre Hauptnahrung aus Amphibien besteht und sie bei Gefahr sich entweder versteckt oder in das Wasser flieht. Ältere Alternativbezeichnungen für die Ringelnatter wie Wassernatter und Hausschlange weisen neben dem Wasser auf die Ansiedlung in der Nähe des Menschen hin. In diesem Fall verändert sich das Beutespektrum der Schlange, welche sich auf landwirtschaftlich genutzten Höfen überwiegend von Kleinsäugern wie Mäusen ernährt. In Deutschland kommen als Unterarten die Gewöhnliche Ringelnatter Natrix natrix natrix sowie Natrix natrix helvetica (Barrenringelnatter) vor.
Die Ringelnatter ist an zwei gelben bis gelborangenen Halsflecken an ihrem Hinterkopf eindeutig zu erkennen. Während die Männchen der Ringelnatter etwa fünfundsiebzig Zentimeter lang werden, erreichen ihre Weibchen Längen von fünfundachtzig bis einhundertzehn Zentimetern, einige Exemplare werden deutlich länger. Die Ringelnatter hat sehr viele Fressfeinde, neben Raubvögeln greifen auch Krähen und Möwen die Schlange regelmäßig an. Jungtiere können sogar Hühnern als Beute dienen. Während der Winterruhe werden einige Ringelnattern von Wanderratten angefressen und sterben infolge der erlittenen Verletzungen.. Auch Katzen können eine Gefahr für die Ringelnatter darstellen.
Die Ringelnatter und der Mensch
Die Ringelnatter ist ungiftig und beißt den Menschen so gut wie nie. Sehr seltene Berichte sprechen über allergische Reaktionen an der Bissstelle, allerdings besteht das übliche Verhalten der Schlange in der Flucht beziehungsweise in der Abgabe von Scheinbissen, so dass tatsächliche Bisse einer Ringelnatter sich nur durch extreme Stresssituationen für die Schlange erklären lassen.
Wenn die Ringelnatter bei einer Begegnung mit dem Menschen nicht sofort fliehen kann, stößt sie bei geschlossenem Mund ihren Kopf in dessen Richtung, wobei sie aber neben ihr vermeintliches Ziel stößt. Begleitet wird das Abwehrverhalten der ungiftigen Schlange durch ein lautes Zischen. Falls die Ringelnatter angefasst wird, entleert sie ihre Analdrüsen, wodurch sich ein schlecht riechendes Sekret auf die Haut des Angreifers ergießt. Von diesem geht weder für den Menschen noch für Haustiere eine wirkliche Gesundheitsgefahr aus, der Geruch lässt sich aber nicht sofort vollständig abwaschen. Bei einem Angriff durch Fressfeinde stellt sich die Ringelnatter häufig tot, wenn die Flucht nicht rechtzeitig gelingen kann.
Die Ringelnatter steht in Deutschland unter strengem Naturschutz, gefundene Tiere dürfen weder aufgenommen noch getötet werden. Bedauerlicherweise ist in Deutschland eine Schlangenphobie weiterhin weit verbreitet, so dass Ringelnattern mit Stöcken erschlagen werden. Werden die Täter gestellt, geben sie oft an, die Natter mit einer Kreuzotter verwechselt zu haben. Abgesehen davon, dass Ringelnattern und Kreuzottern leicht unterscheidbar sind, steht die Kreuzotter ebenfalls unter Naturschutz.
Quellen:
Artikel über die Ringelnatter auf einer Webseite über den Artenschutz bei Amphibien und Reptilien
Artikel Ringelnatter im Natur-Lexikon
