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Die römische Phalanx und ihre Wandlungen

Römische Waffen - Templermeister - pixelio.de
Römische Waffen - Templermeister - pixelio.de
Die Phalanx war eine erfolgreiche Schlachtordnung, die über die Etrusker von den Griechen zu den Römern gedrungen war. Mit ihr gewannen sie viele Kriege.

In der Frühform des römischen Heeres bestimmte die Reiterei das Kampfgeschehen. Das Fußvolk hatte nur eine zweitrangige Bedeutung. Als jedoch die Kräfte des Adels für die zahlreichen Kriege nicht mehr ausreichten, wurde das Heer samt Kampftechnik wesentlich umgestaltet.

Die römische Phalanx

In der zweiten Hälfte des sechsten Jahrhunderts vor unserer Zeit erhielt nun das Fußvolk Vorrang über die Reiterei. Von den Etruskern übernahmen die Römer die Phalanx, welche ursprünglich in Griechenland entstanden war. Dabei handelt es sich um eine Schlachtformation schwer bewaffneter Krieger.

Ursprünglich standen an der Front der altgriechischen Heere Schwerbewaffnete (Hopliten). Die Flanke wurde von Leichtbewaffneten oder der Reiterei geschützt. Dabei war die Linearaufstellung ununterbrochen, mehrgliedrig und von wechselnder Tiefe. Die Phalanx war an der Front nahezu unverwundbar. Die Hopliten bildeten Reihen, die mit Schilden geschlossen waren und streckten ihre Spieße vor. In dieser Geschlossenheit lag der große taktische Vorteil der Phalanx. Für diese Kriegstechnik wurden bedeutend mehr Soldaten als zuvor benötigt und so zog neben den ursprünglich ritterlichen Kämpfern jetzt auch der gemeine römische Mann in die Schlacht.

Die Nachteile der Phalanx

Bei der Phalanx war das infanteristische Heer in einer Reihe aufgestellt. Sonst war es jedoch nicht gegliedert. Taktisch sollte durch die Wucht der Formation die Front des Feindes zerstört werden. Innerhalb dieser Schlachtordnung hatte der Einzelne aber keinerlei Bewegungsfreiheit. Die Soldaten stürmten geschlossen mit der Stoßlanze in der Hand nach vorn. Die Phalanx war dementsprechend nur auf offenem und ebenem Gelände handlungsfähig. Bei Bewegungen löste sich die Geschlossenheit schnell auf und es war nicht möglich, den Gegner zu verfolgen.

Die Veränderungen der Kampftechnik in Folge der Samnitenkriege

Im Zuge der Unterwerfung Italiens und der Kriege gegen die Samniten mussten die Römer ihre Taktik grundsätzlich verändern. Die Samniten waren ein Bergvolk, das sich im Kampf in leicht beweglichen Haufen, den sogenannten Manipeln, formierte. Sie gingen mit dem Wurfspieß auf ihren Gegner los und stellten sich dem Nahkampf dann mit dem Schwert. Demgegenüber war die starre römische Formation so ungünstig, dass die Römer zunächst unterlagen. Sie lernten jedoch aus ihren Niederlagen und übernahmen zum einen den Wurfspieß als Waffe, zum anderen veränderten sie die Phalanx. Sie teilten die Schlachtreihe folglich in einzelne Manipeln (Haufen). Die Manipelschlachtordnung blieb frontal und in der Tiefe aufgelöst. Eine Legion bestand aus drei Linien zu je zehn Manipeln. Nach wir vor bestand die Front zudem aus leichtem Fußvolk, während die Flanken von der Reiterei geschützt wurden.

Quellen:

  • Heinz Bellen: Grundzüge der römischen Geschichte. Teil 1. Von der Königszeit bis zum Übergang der Republik in den Prinzipat. Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1995.
  • Alfred Heuss: Römische Geschichte. Verlag Ferdinand Schöningh 2000.