
- Fichten-Rotkappe - Jaroslav Maly
Die Fruchtkörper der wärmeliebenden Rotkappen erscheinen von Sommer bis Frühherbst, können aber klimabedingt auch schon früher gefunden werden und bei einem besonders warmen Herbst sogar bis in den November hinein sprießen. Von der Rotkappe gibt es viele verschiedene Arten. Die Espen-Rotkappe, die Eichen-Rotkappe, die Birken-Rotkappe und die Fichten-Rotkappe zählen zu den wohl bekanntesten Sorten und werden hier genau beschrieben. Zudem gibt es auch noch einiges Wissenswertes und Allgemeines über die rot behüteten Speisepilze zu erfahren.
Espen-Rotkappe (Leccinum rufum)
Die Espen-Rotkappe hat einen 5 bis 20 cm breiten Hut, der orangerot, ziegelrot bis zimtfarben erscheint. Junge Espen-Rotkappen sind kugelartig geformt, im Alter zeigen sie sich mit breiten, flach gewölbten Hüten. Die Huthaut ist filzig, bei feuchten Wetter wird sie schmierig. Sie ist nicht abziehbar und überragt den Hutrand um wenige Millimeter. Dieser Hutsaum ist Kennzeichen aller Rotkappen-Arten. Die Röhren der Espen-Rotkappe sind anfangs weißlich gefärbt, dann werden sie grau-gelblich und schwammig in der Konsistenz. Die Porenöffnungen sind fein und rundlich. Die Röhren lassen sich vom Hutfleisch leicht ablösen. Bei Druck verfärben sie sich weinrot. Der Stiel ist bauchig oder zylindrisch geformt, mitunter erscheint er auch nach oben hin verjüngt. Er ist weiß und mit weißlichen Schüppchen besetzt, die später bräunlich oder rostbraun werden. Der Sporenstaub ist honig- bis olivbraun. Espen-Rotkappen haben weißes Fleisch, welches sich im Anschnitt erst rötlich, dann grauviolett bis schwärzlich verfärbt. Ihr Geruch ist neutral, der Geschmack ist angenehm mild. Diese Rotkappen-Art wächst nur unter Espen, auf kalkreichen und nährstoffarmen Böden. Saison: Juni - Oktober
Eichen-Rotkappe (Leccinum quercinum)
Der gelborange bis braune Hut der Eichen-Rotkappe ist 5 bis 20 Zentimeter breit. Bei junen Pilzen ist der Hut kugelig, bei älteren Exemplaren ist er polsterartig geformt. Die Huthaut ist feinfilzig und wird bei Nässe schmierig. Die Röhren sind weiß, später grau und bei Druck bräunlich fleckend, lassen sich vom Hut gut abtrennen. Der Stiel ist dick und fest mit rotbraunen bis schwarzen Schüppchen. Die Sporen der Eichen-Rotkappe sind gelbbraun. Das Fleisch ist weiß und bei Verletzung anfangs rötlich verfärbend, anschließed wird es grauviolett. Die Eichen-Rotkappe findet man in Eichen-Hainbuchenwälder und in Buchenwäldern mit eingestreuten Eichen. Sie liebt trockene, neutrale bis leicht saure Böden, kommt aber auch auf basischen Böden vor. Die Eichen-Rotkappe ähnelt sehr stark der Heide-Rotkappe. Saison: Juni - Oktober
Birken- oder Heide-Rotkappe (Leccinum testaceoscabrum)
Die Birken-Rotkappe, auch Heide-Rotkappe genannt, kann einen Durchmesser von 5 bis 20 cm erreichen und hat eine gelborange bis rotbraune Färbung. Die Form des Hutes ist zuerst kugelig, dann flach-konvex ausgebreitet. Die Huthaut ist feinfilzig und trocken, bei Regen wird sie schmierig. Die leicht ablösbaren Röhren der Birken-Rotkappe sind jung weiß bis gräulich und werden im Alter etwas helller. Sie sind vom Stiel deutlich getrennt und niedergedrückt. Der meist dicke Stiel ist weiß und mit schwarzbraunen Flöckchen oder Schüppchen besetzt, Druckstellen sind grauviolett oder schwärzlich anlaufend. Der Sporenstaub dieser Rotkappe ist olivbraun. Das Fleisch ist weiß und nach Anschnitt grauviolett anlaufend. Dieser Rauhfuss schmeckt und riecht angenehm. Die Birken-Rotkappe gedeiht ausschließlich unter Birken, besonders unter Weißbirken. Sie bevorzugt heideartige Landschaften und saure, sandige oder lehmige Böden. Im Nadelwald ist sie nur bei jungen Fichten- und Kiefernforsten mit eingestreuten Birken angesiedelt. Saison: Juni - Oktober
Fichten-Rotkappe (Leccinum piceinum)
Der 5 bis 20 cm große, halbkugelige Hut der Fichten-Rotkappe hat eine orange, orangebraune oder graubraune Farbe, auch mit weisslicher und gelblicher Hutfarbe wurde er gesichtet. Die Oberfläche ist im trockenen Zustand feinfilzig, sonst etwas schmierig. Die weißlichen Röhren sind meist ausgebuchtet angewachsen und leicht ablösbar. Der anfangs bauchige Stiel ist mit rauhen schwärzlichen Schuppen oder Flocken besetzt, später verändert sich die Form des Stiels und erscheint lange gestreckt, zylindrisch oder leicht keulenartig. Die Sporenpulverfarbe ist gelbbraun. Das weiße Fleisch verfärbt sich an Bruchstellen rötlich, später wird es dunkelviolett. Der Geruch der Fichten-Rotkappe ist unauffällig, der Geschmack ist als mild bis leicht säuerlich zu bezeichnen. Diese sehr seltene Rotkappe kommt unter Fichten und bei Heidelbeeren vor. Saison: Juni - Oktober
Allgemeines und Wissenswertes über die Rotkappe
Die Rotkappe ist ein Mykorrhizapilz. Das bedeutet das sie eine enge Gemeinschaft mit Bäumen eingeht. Wegen ihrem schuppigen Stiel wird sie zur Gattung der Rauhfüsse gezählt. Die Fruchtkörper wachsen vom Sommer bis in den Herbst hinein. Alle Rotkappen besitzen ein nach Anschnitt grauviolett bis schwärzlich verfärbendes Fleisch. Diese Verfärbung ändert aber weder Geschmack noch Veträglichkeit des Pilzes. Rotkappen sind roh giftig. Das Gift ist bisweilen noch unbekannt, aber mit der empfohlenen Mindestgarzeit von 15 Minuten wird es gänzlich zerstört. Die Rotkappe ist nur selten von Maden befallen, zudem zählt sie zu den sehr schmackhaften und ergiebigen Speisepilzen. Sie eignet sich besonders zum Braten und zum Trocknen. Die verschiedenen Rotkappen-Arten sind kaum voneinander zu unterscheiden. Das wohl wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist der Wuchsort, da diese Rauhfussröhrlinge an gewisse Baumarten gebunden sind. Zuverlässiger ist die Bestimmung mit Hilfe von bestimmten Chemikalien, die unterschiedliche Farbreaktionen hervorrufen oder eine genaue Untersuchung mittels Mikroskop. Besonders ähnlich sehen sich die Eichen-Rotkappe und die Birken-Rotkappe. Die Birken-Rotkappe unterscheidet sich von der anderen durch das sofort violettgrau anlaufende Fleisch an der Schnittstelle. Während sich das verletzte Fleisch der Eichen-Rotkappe anfangs rötlich und erst nach einiger Zeit dunkelgrauviolett verfärbt. Die Rotkappe kann mit keinem Giftpilz verwechselt werden, schlimmmsten Falls mit anderen essbaren Raufüssröhrlingen. Rotkappen sind eher selten und daher in Deutschland geschützt.
- Quellen: Der große Kosmos-Pilzführer / Autor: Hans Laux, GU Naturführer: Pilze einfach und sicher bestimmen, natur-lexikon.com
Bildquellen: Jaroslav Maly/ naturfoto-cz.de, Verena N./ pixelio.de, Maja Dumat/ pixelio.de
